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Abstieg ins Basislager

Erneut kein Happy End für Gerlinde Kaltenbrunner auf dem K2: Die oberösterreichische Extrembergsteigerin und ihr deutscher Ehemann Ralf Dujmovits mussten ihren Gipfelsturm auf den zweithöchsten Berg der Erde (8.611 m)) abbrechen. Für die beiden Alpinisten war es bereits der dritte Versuch, den schwierigsten aller 14 Achttausender zu bezwingen.

Nach Angaben von Kaltenbrunners Pressesprecherin, Kathrin Furtner, war das Ehepaar am Montag im tiefen Schnee nur sehr langsam vorangekommen. Dadurch erreichten sie ihren Biwakplatz nahe Lager IV erst sehr spät. „Die zu kurze Erholungszeit und in der Nacht aufkommender Wind ließen einen heutigen Gipfelversuch nicht zu. Beide befinden sich bereits im Abstieg zurück ins Basislager“, erklärte Furtner.

Verhinderter Gipfelsturm

Dabei waren am Samstag noch beide guter Dinge gewesen. Da stand der Aufstieg über die Cesen-Route ins Lager II auf rund 6.300 m Höhe auf dem Programm. Die Nacht auf Montag wurde auf rund 7.100 m verbracht, im letzten Lager vor dem Aufstieg zur Schulter des K2. Auf der Schulter selbst, in fast 8.000 m Höhe, war das letzte Camp, bevor am Dienstag der eigentliche „Gipfelsturm“ hätte beginnen sollen.

Doch schon davor war klar: Am Gipfeltag selbst warten die größten Schwierigkeiten auf Kaltenbrunner und Dujmovits. Die Schlüsselpassage ist der Flaschenhals in rund 8.300 m Höhe, wo überhängende Eisseracs für hohe Eisschlaggefahr sorgen. Als es hier im August 2008 zu einem Eisabbruch kam, starben elf Alpinisten. An dieser Stelle musste Kaltenbrunner schon zweimal wegen schlechter Schnee- und Wetterbedingungen umkehren.

Weiterer Anlauf im August?

Für Kaltenbrunner war es bereits der dritte Versuch, den berüchtigten K2 zu besteigen. Jedoch haben Wetterkapriolen der 39-jährigen Alpinistin aus Spital am Phyrn bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht - auch dieses Mal. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass Kaltenbrunner und Dujmovits noch einen weiteren Anlauf wagen, da die Bergsaison auf dem K2 bis etwa Mitte August dauert.

Der K2 wäre der 14. und somit letzte Achttausender, der der Alpinistin in ihrem Gipfelbuch noch fehlt. Erst am Pfingstmontag dieses Jahres hatte sie mit dem Mount Everest den höchsten Berg der Erde bestiegen. Dujmovits hat bereits alle Achttausender bestiegen. Schafft das auch seine Frau, wäre sie die dritte Bergsteigerin auf allen 14 großen „Eisriesen“ der Erde. Bisher schafften das nur die Südkoreanerin Oh Eun Sun und die Spanierin Edurne Pasaban.

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