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Doppler/Mellitzer finden zusammen

Erfolgstrainer Marco Solustri sollte recht behalten: Der Italiener traute seinen Beachvolleyball-Schützlingen Clemens Doppler und Matthias Mellitzer trotz eines holprigen Starts seit Beginn der Zusammenarbeit im Vorjahr viel zu. Am Sonntag erreichten sie bei der EM in Berlin nach hartem Kampf Silber.

Vor allem die Fortschritte von Mellitzer, der seit April 2009 mit Ex-Europameister Doppler zusammenspielt, stimmten Solustri, der bei Rom eine Beach-Volleyball-Schule betreibt, zufrieden. „Er hat sich seit dem letzten Jahr vor allem technisch stark verbessert. Er hat enormes Potenzial, muss aber noch mit mehr Selbstvertrauen spielen, in Trainingsmatches macht er das gegen jeden Gegner, aber im Wettkampf muss er mental freier werden“, so der Trainer über den 1,96 cm großen Osttiroler noch vor der Europameisterschaft.

Sand im Getriebe

Clemens Doppler und Matthias Mellitzer

GEPA/Hans Simonlehner

Erfolgsduo Clemens Doppler und Matthias Mellitzer

Zu Beginn der Partnerschaft von Doppler/Mellitzer hatten einige vom Zusammengehen des besten österreichischen Beach-Volleyballers mit dem besten Hallenspieler gesprochen und gleich von Beginn an Topresultate erwartet. Der 30-jährige Mellitzer hatte in seiner Premierensaison auf Sand allerdings mit Problemen zu kämpfen. Der zweifache Europameister Doppler, der seinen Partner noch um vier Zentimeter überragt, nahm sich daher im zweiten Jahr mit Mellitzer eine deutliche Steigerung gegenüber der enttäuschenden ersten Saison vor.

Doch der 30-jährige Oberösterreicher wurde zu Saisonbeginn von einer Verletzung gebremst. Er hatte sich im April in Brasilia bei einem Sturz durch eine Glastür Schnittverletzungen zugezogen. Doppler hatte im Appartement mit einem Gymnastikball geübt und fiel dabei rücklings durch die Terrassentür, verletzte sich dabei Rücken, Hals und Schulter.

Meister mit altem Partner

Auch Mellitzer musste heuer mit verletzungsbedingten Rückschlägen kämpfen: Am 7. Juli brach er sich in Gstaad den rechten kleinen Finger. Die Fingerverletzung des Tirolers, der mit Tirol zweimal Meister wurde und in Deutschland bei Moers auf Punktjagd ging, ermöglichte dafür ein Revival des ehemaligen Europameister-Duos Doppler und Nik Berger bei den österreichischen Meisterschaften.

Der 36-jährige Berger, der von 2002 bis 2005 mit Doppler erfolgreich zusammenspielte, war zuletzt im Oktober 2008 im Turniereinsatz. Derzeit ist der Europameister von 2003 der Manager des Duos Doppler/Mellitzer. Mit Doppler gewann er dann schließlich Mitte Juli in Hartberg seinen sechsten Titel. Im Finale besiegten sie das Duo Alexander Huber/Robin Seidl mit 2:0.

Dann kommen die Siege von alleine

Nach diesem Ausflug in alte Zeiten sind Doppler/Mellitzer mit EM-Silber in Berlin selbst wieder im Höhenflug. Auf lange Frist erhofft sich Trainer Solustri, dass die beiden ihr volles Einzelpotenzial als Team abrufen können und ihnen damit auch der ganz große Wurf gelingt. Solustri ist überzeugt: „Ich will nicht zu sehr über Platzierungen und konkrete Ziele sprechen. Wenn sie ihr Können abrufen, dann kommen die Siege ohnehin von alleine.“

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