In Birmingham geht’s rund
In Birmingham geht es dieser Tage rund: Rapid-Europa-League-Gegner Aston Villa ist mit den Gedanken wohl überall, die Konzentration auf das Play-off-Spiel am Donnerstag (18.45 Uhr, live in ORF1) in Wien fällt schwer. So hat Ex-Argentinien-Teamchef Diego Maradona sein Interesse am Traineramt bei „Villa“ bekundet. Und wie Mittwochabend bekannt wurde, wechselt James Milner zu Manchester City.
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Außerdem herrschte in den letzten Tagen Jubel über den 3:0-Auftaktsieg in der Premier League und angeblich auch über den überraschenden Abgang von Ex-Coach Martin O’Neill. Mittendrin im Trubel ist ÖFB-Talent und Rapid-Fan Andreas Weimann. Geht es nach Weimann, dann wird Rapid trotz aller aktuellen Ablenkungen rund um die „Villas“ diesmal kein Hindernis darstellen.

GEPA/AMA/Catherine Ivill
Weimann in einem Vorbereitungsspiel gegen Valencia
Weimann glaubt an Aufstieg
„Ich glaube schon, dass wir diesmal aufsteigen, weil die Qualität von Aston Villa höher als die von Rapid ist.“ Allerdings könnte gerade das Wissen um die eigene Stärke zum Stolperstein werden. „Aston Villa ist 2009 wahrscheinlich auch deswegen ausgeschieden, weil man Rapid nicht so ernst genommen hat. Damals war die Premier League wichtiger als die Europa League, und ich weiß nicht, ob das wieder so ist.“
Die Mannschaft wurde laut Weimann im Vergleich zum Vorjahr besser. „Weil der Kader praktisch gleich geblieben ist, aber Junge nachkommen und dadurch der Konkurrenzkampf größer ist“, sagte der ÖFB-Jugendnationalspieler.
Milner verlässt Aston Villa
Allerdings muss die Mannschaft eine gravierende Änderung verkraften. Denn Teamspieler James Milner verlässt Aston Villa Richtung Manchester City, der Vertrag ist endgültig unter Dach und Fach. Laut Medienberichten soll die Ablösesumme nun 16 Millionen Pfund (19,4 Mio. Euro) betragen, außerdem erhält der Club aus Birmingham, der Donnerstagabend im Europa-League-Play-off-Hinspiel bei Rapid im Hanappi-Stadion gastiert, noch den angeblich acht Millionen Pfund teuren Mittelfeldspieler Stephen Ireland von den „Citizens“.
Ireland hat die Reise mit Aston Villa nach Wien nicht angetreten. Der irische Teamspieler, der am Sonntag 24 Jahre alt wird, kann also erst im Rückspiel am kommenden Donnerstag gegen die Hütteldorfer spielen.
Team über O’Neill-Abgang begeistert
Milners drohenden Abgang hatte Trainer Martin O’Neill in der Vorwoche zum überraschenden Rücktritt veranlasst, was von der Mannschaft offenbar mit Begeisterung zu Kenntnis genommen wurde. Englands Medien berichteten von Freuden-SMS mit Bildern von knallenden Sektkorken, die unter den Spielern verschickt wurden.
Als Nachfolgekandidaten für den vor einer Woche überraschend zurückgetretenen O’Neill galten bisher Martin Jol, Sven-Göran Eriksson und Bob Bradley. Bis sich am Sonntag auch Diego Maradona durch seinen Sprecher Walter Soriano ins Spiel bringen ließ.
„Diego fühlt sich vom englischen Fußball und der englischen Lebensweise angezogen. Er liebt die englische Landschaft und den Respekt vor der Privatsphäre, deshalb wäre er gerne dort, vor allem bei einem großen Verein wie Aston Villa“, erklärte Soriano laut dem Birmingham-Blatt „Sunday Mercury“.
Alle wollen MacDonald
Unter dem zumindest vorläufigen Nachfolger Kevin MacDonald fand Aston Villa zu neuer Spielfreude und startete mit einem souveränen 3:0 gegen West Ham in die Premier League. „Alle Spieler wollen, dass MacDonald weitermacht. Aber die Frage wird sein, ob er selbst weitermachen will“, sagte Weimann. Auch der 19-Jährige würde sich einen Verbleib von MacDonald wünschen, schließlich hat er den Coach in den vergangenen zwei Jahren bei der Reservemannschaft kennen und schätzen gelernt.
„Er ist ein Trainer, der jedem die Chance gibt, der Leistung zeigt, egal wie er heißt. Und er hat keine Angst, die Jungen spielen zu lassen.“ Das bewies MacDonald gegen West Ham mit der Einwechslung von Weimann, während der englische WM-Teilnehmer Emile Heskey auf der Bank schmoren musste. „Der Trainer hat mir wahrscheinlich mein Premier-League-Debüt ermöglichen wollen und das war dann bei 3:0 kein Problem“, übte sich der Österreicher in Bescheidenheit.
„Aber ich hoffe auch, dass es ein Zeichen war, dass er künftig auf mich setzt.“ Weimann kam vor drei Jahren von Rapid zu Aston Villa, wo er im vergangenen Jänner einen Profivertrag bis Sommer 2012 erhielt. Kontakte zu seinem Ex-Club gibt es bis heute, am meisten telefoniert der Offensivspieler mit Christopher Drazan, Yasin Pehlivan und Atde Nuhiu.
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