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Bitteres Aus in „Millionenshow“

Eine garantierte Million Euro netto und die sportliche Herausforderung der Europa-League-Gruppenphase musste die Austria am Donnerstag in den sprichwörtlichen Wind schreiben. Ein 1:1 im Heimspiel gegen Aris Saloniki war für die Wiener in der vierten und letzten Qualifikationsrunde zu wenig, nachdem sie in Griechenland mit 0:1 verloren hatten.

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Stürmer Roland Linz (56.) ließ mit seinem Treffer zum 1:1 zwischenzeitlich Hoffnung aufkommen. Das Tor der Griechen durch Carlos Ruiz (42.) hatte die Violetten aber schon vor der Pause auf die Verliererstraße gebracht.

Druckvoller Beginn der Hausherren

Zum Zeitpunkt des Anpfiffs hatten die knapp 1.000 Aris-Fans auf der Westtribüne des ausverkauften Horr-Stadions schon eine Stunde Gas gegeben. Die heißblütigen Griechen wollten ihre Mannschaft von der ersten Sekunde an nach vorne peitschen, dort kam die Elf von Startrainer Hector Cuper zunächst aber nicht an. Austria-Flügelspieler Michael Liendl nahm sich nach nur 44 Sekunden ein Herz und verfehlte die rechte lange Ecke aus fast 30 Metern Entfernung nur knapp.

Bei den Wienern hatte außerdem das Rätselraten über den Einsatz von Thomas Jun ein erfreuliches Ende genommen. Der an Knieproblemen laborierende Tscheche bildete mit Kapitän Roland Linz das violette Sturmduo, legte mit seinen Kollegen einen beherzten Start hin und sorgte auch gleich mit einem Kopfball (8.) für Gefahr. Saloniki konnte sich nicht befreien, der zweifache Champions-League-Finalist Cuper (mit Valencia) verschwitzte Hemd und Sakko an der Outlinie schon in der ersten Viertelstunde.

Julian Baumgartlinger und Routinier Peter Hlinka hatten im zentralen Austria-Mittelfeld alles im Griff, Zlatko Junuzovics Zug zum Tor vermisste man dennoch schmerzlich. Bis zur nächsten Chance der Wiener dauerte es nämlich einige Zeit, dafür war sie umso hochkarätiger. Jun, der schon im Hinspiel eine „Hundertprozentige“ ausgelassen hatte, kam nach einem Liendl-Freistoß in der 22. Minute am Elferpunkt unbedrängt zum Schuss und beförderte den Ball in den Gäste-Fansektor.

Tor von Aris Saloniki

ORF.at/Dominique Hammer

Eiskalt gekontert: Ruiz ließ sich die Chance auf das 1:0 nicht entgehen.

Tore, die man nicht schießt ...

Eine Fahrlässigkeit, die sich beinahe gerächt hätte, denn nur Augenblicke danach stand Sergio Koke (23.) mutterseelenalleine vor Austria-Keeper Heinz Lindner. Der Aris-Stürmer vergab zum Glück der Favoritner ebenso kläglich wie Außenverteidiger Neto (25.) kurze Zeit später. Nach einer halben Stunde dann die schönste, aber noch immer nicht zählbare Aktion der ambitionierten Austria: Der glücklose Jun setzte einen Seitfallzieher an die linke Stange.

Es kam, wie es kommen musste, der Spruch von den „Toren, die man nicht schießt“ bewahrheitete sich auch an diesem stimmungsvollen Europacup-Abend. Einen eiskalt vorgetragenen Konter von Aris schloss Carlos Ruiz alleine vor Lindner zum 1:0 (41.) ab, der letzte Querpass war von Koke gekommen und der Aufstieg für die Austria in nahezu unerreichbare Ferne gerückt. Wie in Griechenland hatten die Violetten das Spiel bestimmt, wie vor neun Tagen waren sie vor dem Tor zu ineffizient.

Linz bricht den Bann

Nach der Pause brachte Austria-Trainer Karl Daxbacher mit Schumacher (für Liendl) einen dritten Stürmer, und der Brasilianer sorgte in der 53. Minute gleich für Elfmeteralarm. Neto wurde von Schumacher im Strafraum am hinteren Oberarm getroffen, der schwedische Schiedsrichter Daniel Stalhammer verzichtete aber auf den Pfiff. Es war höchste Zeit für das erste Austria-Tor in diesem Duell und fast logisch, dass Roland Linz den Bann schließlich brach. Der Goalgetter düpierte die Aris-Verteidigung im linken Strafraum-Eck mit einem Haken nach innen und netzte überlegt zum 1:1 (56.) in die lange Ecke ein.

Roland Linz gleicht zum 1:1 aus

ORF.at/Dominique Hammer

Roland Linz netzte zum 1:1 ein.

Saloniki setzte weiter auf gelegentliche Konter und Zeitschinden - ein Rezept, mit dem man die Austria geschickt an einem echten Sturmlauf hinderte. Einige aus dem Publikum in Richtung Aris-Spieler geworfene Getränkebecher verschafften den Gästen zusätzlich wertvolle Minuten. Bei einem Verlegenheitsweitschuss von Javito (70.) war der fehlerlose Lindner auf dem Posten, im Strafraum der Griechen tat sich aber ebenfalls viel zu wenig. So tickte die elektronische Matchuhr weiter gnadenlos gegen die Austria.

Schlussoffensive war nicht genug

Eine Viertelstunde vor Schluss schickte Daxbacher noch Marin Leovac für Markus Suttner ins Spiel, die effektiven - weil zeitbringend langsam ausgeführten - Auswechslungen nahm aber Aris-Coach Cuper vor. Die letzte Möglichkeit zur Wende ließ dann Aleksandar Dragovic aus, der abwanderungswillige Youngster scheiterte zehn Minuten vor Schluss mit einem Volleyschuss am Bein eines Verteidigers. Das Bemühen der „Veilchen“ war bis zum letzten Pfiff des Unparteiischen vorhanden, letztlich war aber auch die Schlussoffensive einfach nicht gut genug.

Harald Hofstetter, ORF.at

Europa-League-Play-off, Rückspiel

Donnerstag:

Austria Wien - Aris Saloniki 1:1 (0:1)

Horr-Stadion, 11.000 Zuschauer, SR Stalhammer (SWE)

Torfolge:
0:1 Ruiz (42.)
1:1 Linz (56.)

Hinspiel 0:1, Aris mit Gesamtscore von 2:1 in der Gruppenphase

Austria: Lindner - Troyansky (62./Stankovic), Dragovic, Margreitter, Suttner (74./Leovac) - Klein, Hlinka, Baumgartlinger, Liendl (46./Schumacher) - Jun, Linz

Aris Saloniki: Sifakis - Neto, Ronaldo Guiaro, Michel, Lazaridis - Javito, Nafti, Toja (55./Prittas), Calvo (57./Cesnauskis) - Ruiz (74./Cesarec), Koke

Gelbe Karten: keine bzw. Toja, Neto, Prittas, Ronaldo Guiaro, Cesarec

Die Besten: Jun, Hlinka, Linz bzw. Neto, Javito, Calvo, Ruiz

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