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„Danke, kein Problem“

Vor knapp vier Wochen, am 1. August beim Grand Prix von Ungarn, hatte Michael Schumacher mit einem riskanten Manöver versucht, Rubens Barrichello am Überholen zu hindern. Der deutsche Rekordweltmeister drängte seinen ehemaligen langjährigen Teamkollegen mit 300 km/h beinahe an die Boxenmauer. Am Donnerstag bat der Mercedes-Pilot per SMS um Entschuldigung - Barrichello nahm diese an.

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Der brasilianische Williams-Pilot verriet in Spa-Francorchamps: „Ich habe geantwortet: ‚Danke, kein Problem. Ich wünsche Dir ein gutes Wochenende.‘“ Für Schumacher hat der Beinahe-Crash auch beim Grand Prix von Belgien noch Auswirkungen, der Deutsche wurde für seine Aktion nachträglich bestraft und muss am Sonntag (14.00 Uhr, live in ORF1) zehn Plätze weiter hinten starten.

Schumacher spielte zunächst das Unschuldslamm

Als die Strafe noch am gleichen Tag des Rennens in Ungarn von der Rennleitung ausgesprochen wurde, hatte der Schumacher noch das Unschuldslamm gemimt. „Für meine Begriffe war genügend Platz. Faktum ist, dass wir uns nicht berührt haben und Rubens vorbeigefahren ist“, hatte der 41-Jährige damals gemeint.

Rubens Barrichello überholt Michael Schumacher

GEPA/xpb.cc

Schumacher drängt Barrichello beinahe an die Boxenmauer.

Barrichello war damals fassungslos. „Ich stehe auf einen fairen Kampf, aber das war nicht fair. Und es macht keinen Sinn, mit Michael zu reden, weil er sich immer im Recht fühlt“, meinte der 38-Jährige, der Glück hatte, „dass das Ende der Mauer rechtzeitig passiert war“. Vielsagend merkte Barrichello an: „Wenn Michael in den Himmel will, dann soll er. Ich möchte aber nicht vor ihm dort sein.“ Der Brasilianer beschwerte sich über seinen früheren Ferrari-Teamkollegen und bezeichnete das Verhalten des Deutschen als „gefährlichstes jemals gegen mich gefahrenes Manöver“.

Ein kühlerer Kopf brachte die Einsicht

Erst das Studium der TV-Bilder und ein kühlerer Kopf hatten Schumacher einen Tag später zu der Einsicht gebracht, dass das Manöver gegen Barrichello „zu hart“ war. Direkt nach dem Grand Prix von Ungarn sei er „noch in der Hitze des Geschehens“ gewesen, bekannte „Schumi“, der bisher den Ruf hatte, dass ihm eine Entschuldigung nicht über die Lippen kommen könne. Er habe es Barrichello, mit dem er jahrelang bei Ferrari zusammengefahren war, „natürlich schwermachen“ wollen, ihn zu überholen.

Der 41-Jährige sagte auch, dass er es seinem mittlerweile für Williams fahrenden Rivalen deutlich gezeigt habe, der ihn innen nicht vorbeilassen wollte. „Aber ich wollte ihn logischerweise nicht gefährden mit meinem Manöver. Wenn er dieses Gefühl hatte, dann sorry, das war nicht meine Absicht“, schrieb Schumacher am Tag nach dem Rennen auf seiner Homepage, nachdem er zuvor mächtig Prügel in internationalen Medien für seine Rüpelei einstecken musste. Nun, wenige Tage vor dem Grand Prix von Belgien, folgte die persönliche Entschuldigung bei Barrichello - wenn auch nur per SMS.

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