Jünger und österreichischer
Die Vienna Capitals gehen mit einer neuen Philosophie in ihre zehnte Saison. Die Anzahl der Legionäre wurde auf acht reduziert, ein jüngeres Team mit mehr Österreichern tritt am Freitag zum Auftakt in Ljubljana an. Großes Ziel ist das Finale, Highlight soll auch ein Open-Air-Doppel am 1. und 2. Jänner im Horr-Stadion werden. Die Fertigstellung der neuen Schultz-Halle verzögert sich noch um eine Saison.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Zu viele Legionäre und zu wenig Eiszeit für junge Österreicher war den Capitals in den vergangenen Jahren stets vorgeworfen worden. Dem ist heuer nicht so. Sechs Legionäre sowie die eingebürgerten Darcy Werenka und Sean Selmser, beide über 35, wurden abgegeben. Geholt wurden mit Francois Fortier und Cory Larose zwei Kanadier, dazu mit Jürgen Penker ein heimischer Torhüter sowie die jungen Österreicher Martin Oraze, Philipp Pinter, Martin Ulmer und Silvio Jakobitsch.
Vier Linien als Auftrag
Durchschnittliche Spieler seien billiger geworden, auch Spieler aus der deutschen DEL gebe es günstiger, so Capitals-Präsident Hans Schmid. „Das Punktesystem ist die Basis dafür, dass es den österreichischen Weg bei den Capitals gibt“, sieht Schmid in der einst umstrittenen Regelung den nötigen Druck, der ein Umdenken bewirkte.
Die Capitals gehen mit einem gleich hohen Budget wie im Vorjahr und den gleichen Zielen in die Saison. „Wir werden alles versuchen, ins Finale zu kommen“, sagte Trainer Kevin Gaudet, der den Auftrag hat, die Jugend zu forcieren. „Wir werden mit vier Linien spielen, aber auch, um zu gewinnen. Es macht Spaß, diese Herausforderung anzunehmen“, so Gaudet.
Freiluft-Doppel im Horr-Stadion geplant
„Es ist die stärkste EBEL, seit ich hier bin. Es wird noch enger als im Vorjahr, sechs oder sieben Mannschaften können etwas Besonderes erreichen. Das Tempo wird unsere Stärke sein“, so Gaudet. In der Vorsaison waren die Caps schon auf dem Sprung ins Finale, verspielten in der Halbfinalserie aber noch eine 3:0-Führung gegen die Black Wings Linz. Heuer soll es weiter gehen.
Nach den guten Erfahrungen des Freiluftderbys in Kärnten, wo am 9. Jänner 30.500 Zuschauer ins Klagenfurter Stadion kamen, wollen diesmal die Capitals unter freiem Himmel spielen. Gespräche mit Rapid über Partien im Hanappi-Stadion blieben ergebnislos, nun ist die Austria-Heimstätte möglicher Austragungsort. Im Horr-Stadion würden die Capitals gerne am Neujahrstag gegen den KAC und am 2. Jänner gegen Salzburg spielen. „Wir wollen das unbedingt machen“, so Schmid.
Laut Generalmanager Franz Kalla sind die Gespräche mit der Austria „auf gutem Weg“. Organisation und Logistik verlangen allerdings einiges ab, rund zwei Wochen dauert der Aufbau der Eisfläche. Finanziell wird es keinen großen Gewinn geben. Bei zweimal ausverkauftem Stadion (insgesamt 26.000 Zuschauer) hofft man auf eine ausgeglichene Bilanz.
Verzögerung bei neuer Halle
Der Um- und Ausbau der Albert-Schultz-Halle in Kagran verzögert sich weiter. Das Eissportzentrum wird erst in der Saison 2011/12 fertig. „Wir erhalten eine Subvention von 40 Millionen Euro, die wollen wir nicht überschreiten. Wir haben gute Chancen, diese 40 Millionen zu halten“, erklärte Schmid. Allerdings würden sich dadurch Verzögerungen ergeben. Neu bei den Capitals ist ein Farmteam (Silver Caps), und es gibt billige Tickets für Kinder (vier Euro bis 14 Jahre).
Links: