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Kuhnle paddelt zum WM-Titel

Mit der Goldmedaille durch Corinna Kuhnle und Bronze durch Violetta Oblinger-Peters im Kajak-Einer haben Österreichs Kanutinnen bei den Slalom-Wildwasser-Weltmeisterschaften in Tacen (Slowenien) am Samstag für ein sporthistorisches Ergebnis gesorgt.

Seit über 30 Jahren ist es österreichischen Athleten in dieser Sportart nicht mehr gelungen, zweimal Edelmetall im selben Rennen zu holen. Zuletzt gelang das Peter Fauster und Eduard Wolffhardt mit Gold und Silber bei der WM 1979 in Jonquiere (Kanada).

Bei schwierigen Wasserbedingungen auf dem technisch anspruchsvollen Kurs bei Ljubljana setzte sich die 23-jährige Kuhnle um 5,09 Sekunden vor der slowakischen Weltcup-Gesamtsiegerin Jana Dukatova und der Olympiadritten Oblinger-Peters (+7,42) durch und machte damit ihre gelungene Saison perfekt. Erst am 15. August hatte sie in Cunovo (Slowakei) EM-Silber errungen - damals hatte sie sich noch Dukatova geschlagen geben müssen.

Corinna Kuhnle beim Wildwasser-Slalom

GEPA

Kuhnle bei ihrem bisher größten Erfolg

„Der WM-Titel kommt früher als erwartet“

Die neue Weltmeisterin war nach ihrem Triumph natürlich hocherfreut: „Das ist der beste Saisonabschluss, den man sich vorstellen kann“, sagte die 23-Jährige. „Ich habe nicht damit spekuliert“, erklärte sie trotz ihres EM-Silbers im August. „Der WM-Titel kommt früher als erwartet, jetzt kann ich entspannt ins Wintertraining gehen.“ Zum Kurs selbst sagte sie: „Der Kurs war relativ anspruchsvoll gesetzt, der Wasserstand war nach dem Hochwasser in den vergangenen Tagen sehr hoch. Aber für mich hat es gepasst.“

Für die Niederösterreicherin war es die erste WM-Einzelmedaille in der allgemeinen Klasse. Sie hatte aber bereits in diversen Nachwuchsklassen ihr Talent unter Beweis gestellt, so holte sie U23-EM-Bronze 2008 und 2010, 2004 war sie Junioren-Vizeeuropameisterin geworden. Im Teambewerb war die Höfleinerin 2005 WM- und EM-Dritte geworden, ehe sie mit EM-Silber den endgültigen Durchbruch schaffte.

Für Oblinger-Peters, die im Halbfinale noch Bestzeit markiert hatte, war es der erste größere Erfolg nach Olympiabronze 2008. Im Vorjahr bestritt sie nach der Geburt ihres Sohnes nur drei Rennen, bei der WM war sie Fünfte geworden.

Duell um Ticket für London 2012

Kuhnles großes Ziel ist eine Olympia-Medaille. „Im kommenden Jahr geht es um die Quotenplätze für London 2012, und weil nur ein Starter pro Nation erlaubt ist, wird es ein verbandsinternes Duell mit Oblinger-Peters geben.“ Sie hat davor aber keine Angst: „Ich würde nicht von einer Wachablöse sprechen, aber es war in dieser Saison schon so, dass ich fast immer vor ihr war.“

Im Teambewerb am Abend konnten Kuhnle und Co. dann allerdings nicht mehr nachlegen. Gemeinsam mit Oblinger-Peters und Viktoria Wolffhardt musste sie sich mit Rang 13 zufriedengeben. Der Sieg ging an Tschechien vor Deutschland und Slowenien.

Steckbriefe der Medaillengewinnerinnen

Corinna Kuhnle
- Geboren: 4. Juli 1987
- Wohnort: Höflein an der Donau
- Verein: Naturfreunde Höflein
- Beruf: Zeitsoldatin
- Ausbildung: Wirtschaftsingenieurin (HTL-Matura)

Größte Erfolge:
- WM: Gold 2010 in Tacen
- EM: Silber 2010 in Cunovo
- EM: Bronze Team 2005 in Ljubljana
- U23-EM: Bronze 2008 und 2010
- Weltcup-Zweite 2010

Violetta Oblinger-Peters
- Geboren: 14. Oktober 1977 in Schwerte (GER)
- Wohnort: Schärding
- Verein: Forelle Teefix Steyr
- Beruf: Zeitsoldatin, Diplom-Kulturwirtin (Mag.)

Größte Erfolge:
- Olympia: Bronze 2008 in Peking
- Olympia: Zwölfte 2004 in Athen
- Olympia: 15. 2000 in Sydney
- WM: Bronze 2010 in Tacen
- WM: Bronze Team 2005 in Sydney
- EM: Gold 2007, Liptovsky Mikulas
- EM: Bronze Team 2005 in Ljubljana

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