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Ernüchternde Erkenntnis in Grün-Weiß

Als hartnäckiger Verfolger von Überraschungstabellenführer Wacker Innsbruck hat sich neben Cupsieger Sturm Graz am Mittwoch erneut der SV Ried erwiesen. Die Oberösterreicher schossen dabei ausgerechnet Rekordmeister Rapid mit einem 3:1-Heimsieg in der achten Runde der tipp3-Bundesliga noch tiefer in die Krise.

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Für die Wiener, die sich zuletzt auch in der zweiten ÖFB-Cup-Runde gegen die Austria Amateure abgemüht und erst im Elferschießen durchgesetzt hatten, war es bereits die dritte Meisterschaftsniederlage in Folge. Nach Verlustpunkten fehlen bereits 13 Punkte auf Innsbruck. „Es ist keine Frage, dass wir hinter dem Plansoll sind“, war sich Coach Peter Pacult bewusst. Seine Truppe habe zwar viele Chancen herausgespielt, sich in den entscheidenden Momenten aber nicht richtig durchsetzen können.

Dazu kamen neuerlich Nachlässigkeiten in der Defensive. Beim Freistoßtreffer von Ivan Carril zum 1:0 verspekulierte sich Goalie Raimund Hedl (Pacult: „Ein klarer Fehler von Hedl“) und sah dadurch ganz schlecht aus, beim 0:2 von Nacho wurde der Spanier sträflich alleingelassen. „Beim zweiten Tor haben wir uns nicht clever genug verhalten, das sind Dinge, die man ansprechen muss“, sagte der Rapid-Trainer.

Ärger über Schiedsrichter

Was den ehemaligen ÖFB-Teamstürmer aber am meisten störte, war die Leistung von Schiedsrichter Thomas Gangl. „Zwei ganz klare Fehlentscheidungen haben das Spiel beeinflusst“, betonte Pacult. Vor dem Freistoß zum 0:1 habe Markus Katzer kein Foul begangen, zudem sei ein regulärer Treffer von Atdhe Nuhiu aberkannt worden. „So etwas ist unerklärlich“, ärgerte sich Pacult. Für die Hütteldorfer (neun Punkte) ist es die schlechteste Startbilanz seit der Saison 2006/07, wo die „Grün-Weißen“ nur acht Punkte aus acht Spielen geholt hatten.

Die Oberösterreicher sind demgegenüber nach dem sechsten Saisonsieg, dem ersten gegen Rapid seit dem 17. Mai 2009, obenauf. „Wir wollten unbedingt die drei Punkte und haben verdient gewonnen“, freute sich der stark spielende Ried-Goalie Wolfgang Hesl nach seinem ersten Meisterschaftsspiel von Beginn an. Für Paul Gludovatz war die Partie Spannung pur. „Die Tugenden haben entschieden, eine hohe Willenskraft“, meinte der Ried-Trainer.

Jubelstimmung in Innsbruck

Weiterhin allen Grund zum Strahlen hat auch Innsbruck: Noch nie in der Bundesliga-Geschichte ist ein Aufsteiger besser in die Saison gestartet. Nach dem 4:2-Erfolg in Kapfenberg lachen die Tiroler nach sieben Runden mit 19 Punkten weiterhin von der Tabellenspitze und haben dazu noch mit 18:4 eine imposante Tordifferenz. Trotz der Fortsetzung des sensationellen Erfolgslaufes und dem dritten Auswärtssieg im dritten Spiel in der Fremde fanden die Tiroler aber auch Kritikpunkte.

Nach der klaren 3:0-Pausenführung in Kapfenberg kamen die Tiroler doch noch ins Schwimmen. „Wir haben es etwas spannend gemacht“, bekannte Wacker-Verteidiger Georg Harding. „Da haben wir uns nur auf die spanische Mauer und den tschechischen Abwehrriegel verlassen“, sagte der Ex-Rapidler in Anspielung auf die in Bestform agierenden Inaki Bea und Tomas Abraham, die neben ihren Abwehraufgaben auch noch jeweils für ein Tor sorgten.

Erfolgstrainer Kogler kritisch

Und Harding sprach von einem Lernprozess, der Mannschaft fehle noch die Abgeklärtheit, besonders da man die beiden Gegentore aus Standardsituationen kassiert habe. „Derzeit haben wir unheimlich viel Spaß, wollen wir den weiterhin haben, müssen wir weiterarbeiten und aus diesem Spiel unsere Lehren ziehen“, forderte Harding und bekam auch Unterstützung von seinem kritischen Trainer Walter Kogler: „In der zweiten Hälfte war mir die Suppe doch etwas zu dünn. Im Gegensatz zur ersten Hälfte, in der wir sehr clever und effektiv agiert hatten.“

Ähnlich gut wie die Innsbrucker war ein Aufsteiger zuletzt in der Saison 2002/03 gestartet. Der damalige FC Pasching brachte es in sieben Runden auf 16 Punkte (5/1/1), nach dem ersten Saisonviertel gar auf 22 Zähler samt Tabellenführung (7/1/1). Am Saisonende mussten sich die Oberösterreicher damals allerdings mit dem fünften Platz (49 Punkte) zufriedengeben.

Kopfschütteln bei Gregoritsch

Koglers Gegenüber Werner Gregoritsch verließ nach dem 2:4 und der dritten Niederlage in Folge kopfschüttelnd die Kapfenberger Trainerbank. „Das Grundproblem waren unsere Fehler, solche individuellen Fehler dürfen einfach nicht passieren“, sagte der KSV-Coach in Anspielung auf die ersten drei Tore der Innsbrucker, die durch haarsträubende Stellungsfehler und ein Eigentor passierten.

„Wir müssen erkennen, dass wir nun an der Basis, an den Grundlagen des Fußballs arbeiten müssen. Die Mannschaft muss wieder stabiler werden“, forderte der Trainer von seiner seit vier Runden sieglosen Truppe.

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