„Für eine Entschuldigung ist es zu spät“
Das Foul von Rapid-Stürmer Jan Vennegoor of Hesselink an Ried-Spieler Stefan Lexa hat ein juristisches Nachspiel. Wie die „Oberösterreichischen Nachrichten“ („OÖN“) am Freitag berichten, hat die Staatsanwaltschaft Ried ein Verfahren gegen den niederländischen Neuzugang des Wiener Vereins eingeleitet.
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Vennegoor of Hesselink hatte am Mittwoch im Spiel der achten Runde der tipp3-Bundesliga zwischen Ried und Rapid (3:1) in der zweiten Hälfte Lexa gefoult, der Mittelfeldspieler zog sich dabei einen Riss des Seitenbandes sowie einen Teilabriss des hinteren Kreuzbandes im linken Knie zu. Ob eine Operation notwendig ist, und wie lange Lexa ausfällt, ist noch nicht bekannt.

APA/Rubra
Juristisches Nachspiel für Vennegoor of Hesselink
„War pure Absicht mit Vorsatz“
„Sollte das Foul ohne Bezug zum Ball erfolgt sein, ist das schwere Körperverletzung“, sagte Alois Ebner, erster Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Ried, den „OÖN“. Zudem werde der Aussage von Lexa nachgegangen, der laut „OÖN“ sagte: „Das war pure Absicht mit Vorsatz. Er hat es mir nach einem Duell ja bereits vor der Aktion angedroht, dass er mich noch einmal erwischen wird.“
„Das ist ihm ja dann gelungen“, zürnte Lexa im „OÖN“-Interview weiter. „Vennegoor ist null auf den Ball gegangen, sondern mit seinen vollen 100 Kilogramm auf meinen Fuß drauf. Da muss ich ja noch froh sein, dass das Kreuzband nicht ganz ab ist.“ Entschuldigt habe sich Vennegoor of Hesselink in weiterer Folge dafür nicht. Nun sei es zu spät. „Die kann er sich sonstwohin stecken. Wenn es unmittelbar nach dem Spiel gewesen wäre, dann hätte ich damit noch leben können.“
Unbemerkt vom Schiedsrichter
Doch mit seinen Aussagen habe Vennegoor of Hesselink „die Sache noch schlimmer gemacht“. Unglaublich sei für Lexa auch, dass dieser gegenüber Rapid-Trainer Peter Pacult, der den Niederländer nach dem Spiel im Teambus darauf angesprochen haben soll, behauptete, in diesen Zweikampf gar nicht involviert gewesen zu sein. Verborgen blieb die Aktion aber auch Schiedsrichter Thomas Gangl, der dazu laut Lexa lapidar meinte, „dass er nicht alles sehen kann“.
Pacult hat für die Vorgehensweise der Rieder naturgemäß wenig Verständnis. „Ich denke, dass das eine Aktion von Stefan Reiter (Ried-Manager, Anm.) ist. Ich hoffe, dass er sich der Tragweite bewusst ist, was dann auf den österreichischen Fußball zukommt“, sagte der Rapid-Coach. Es sei „okay“, dass die Oberösterreicher nach dem Sieg über die Hütteldorfer gefeiert haben.
Pacult sauer
„Das steht ihnen zu, aber jetzt müssen sie wieder herunterkommen“, so Pacult am Freitag. „Vielleicht hat Stefan Reiter ein Bier zu viel getrunken“, griff Pacult den Ried-Manager an. Es sei „blöd“, dass der Fußball durch solche Aktionen in den Hintergrund gedrängt werde. Ried solle „den Ball lieber flachhalten“ und zurückdenken. Ende Juli 2006 hatte sich Rapid-Kapitän Steffen Hofmann nämlich bei einem Zweikampf mit Herwig Drechsel das Seitenband gerissen.
„Drechsel müsste ich dann heute noch anklagen, weil er dem Steffen damals das Seitenband ruiniert hat“, meinte Pacult. Vennegoor of Hesselink nahm der Wiener jedenfalls in Schutz. „Er ist ein robuster Spieler, aber ich kann versichern, dass er sicher niemanden verletzen wollte. Ihm Absicht zu unterstellen, ist ein harter Tobak“, betonte Pacult.
Frust an Lexa ausgelassen?
Der ehemalige niederländische Teamstürmer wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern. Dafür schilderte Ried-Coach Paul Gludovatz seine Einschätzung der Szene: „Im Spiel hat sich vieles aufgebauscht. Der Schiedsrichter hat in zwei Szenen von Vennegoor of Hesselink, die klar mit Gelb zu ahnden gewesen wären, nicht reagiert. Dann hat er Frust aufgebaut und den an Lexa ausgelassen.“ Mit Pacult wolle er ein klärendes Gespräch führen.
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