Niederlage gegen Angstgegner
Meister Red Bull Salzburg hat sich in der elften Runde der tipp3-Bundesliga mit einer 0:2-Heimpleite gegen SV Superfund Kapfenberg neuerlich blamiert. Die Treffer für die Gäste erzielten Umut Kocin (33.) sowie „Joker“ Michael Tieber (91.). Kapfenberg schloss damit zum weiter auf Platz sieben liegenden Titelverteidiger, der aber zwei Spiele weniger hat, auf und hält ebenfalls bei zwölf Zählern.
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Die Steirer entwickeln sich damit langsam, aber sicher zum Angstgegner für das Team von Coach Huub Stevens: Seit 345 Minuten bzw. 13. März (1:0-Heimsieg) haben die „Bullen“ kein Tor mehr gegen Kapfenberg geschossen. Das Gregoritsch-Team hatte in der 34. Runde der vergangenen Saison einen 2:0-Sieg über den späteren Meister gefeiert und zuletzt ebenfalls in Kapfenberg ein torloses Remis erreicht.

APA/Krugfoto
Während Schwegler völlig konsterniert ist, ist bei Kapfenberg Jubel angesagt.
Verpatzte Generalprobe
Die so wie der Gegner stark ersatzgeschwächten Salzburger kamen in der Generalprobe für das Europa-League-Heimspiel am Donnerstag gegen Juventus Turin vor nur 7.300 Zuschauern überhaupt nicht auf Touren. Lediglich ein Kopfball von Rabiu Afolabi an die Latte (10.) und eine gute Chance von Alan, der nach Zarate-Pass aus spitzem Winkel an KSV-Schlussmann Raphael Wolf scheiterte (22.), schauten vor der Pause heraus.
Auch Kapfenberg hatte in Hälfte eins nicht viel zu bieten, doch Kocin traf mit seinem Gewaltschuss aus 29 Metern unter kräftiger Mithilfe von Salzburg-Goalie Gerhard Tremmel zur überraschenden Führung (33.) der Gäste. Kurz vor der Pause hätte es sogar schon 2:0 stehen können. Ein Freistoß von Kocin aus rund 20 Metern über die Mauer ging nur an die Stange.
Erfolglose Umstellungen
In Hälfte zwei probierte es Salzburg-Coach Stevens mit mehr Offensive, brachte mit dem Uruguayer Joaquin Boghossian für den angeschlagenen Stefan Hierländer einen zweiten Stürmer neben Alan. Aber diese Umstellung brachte nicht den gewünschten Erfolg, auch weil sich Wolf bei einem Zarate-Freistoß (57.) und Hinteregger-Weitschuss (68.) erneut auszeichnete. Außerdem blieb bei einem Rempler von Kocin gegen Afolabi im Strafraum die Pfeife von Schiedsrichter Markus Hameter stumm.
Am Ende schlug es dann noch einmal im Tor von Tremmel ein: Nach einem schnellen Konter passte Dieter Elsneg ideal auf den nicht einmal eine Minute zuvor eingewechselten Tieber, der mit seinem Treffer den Überraschungserfolg der Mannschaft von Werner Gregoritsch, die nach sechs Runden wieder über einen Sieg jubeln durfte, perfekt machte. Für die Salzburger, die vor der Länderspielpause zwei Siege gegen Ried geschafft hatten, war es dagegen im neunten Saisonspiel bereits die dritte Niederlage, jedoch die erste vor eigenem Publikum.
Stimmen zum Spiel:
Huub Stevens (Salzburg-Trainer): „In der ersten Hälfte haben wir unsere Chancen gehabt, aber nach der Pause hatten wir keine einzige, obwohl wir vier Stürmer auf den Platz hatten. Es hat die Leidenschaft gefehlt. Wir haben zwar keinen Elfmeter bekommen, doch wenn ich jetzt über so etwas rede, dann mache ich mich bei dieser Leistung meiner Mannschaft lächerlich. Wir hätten heute wohl noch zehn Stunden spielen können und kein Tor gemacht. Das waren heute drei Schritte zurück, wenn man sagt, dass wir gegen Ried zwei Schritte nach vorne gemacht haben.“
Werner Gregoritsch (Kapfenberg-Trainer): „Das ist natürlich ein sensationelles Ergebnis, wir wären auch mit einem Punkt zufrieden gewesen. Die Mannschaft ist heute belohnt worden, nachdem wir zuletzt auswärts gut gespielt, aber Pech hatten. Wir haben guten Konterfußball geboten. Nach der Pause haben wir uns dann noch besser auf den Gegner einstellen können. Ich muss den Spielern gratulieren, weil das ein großer Tag für den KSV ist. Für uns sind solche Spiele sehr wichtig, weil wir eine sehr junge Mannschaft haben und solche Erfolgserlebnisse wichtig für das Selbstvertrauen sind.“
Gerhard Tremmel (Salzburg-Tormann): „Ich denke, wir haben viele Fehler gemacht. Dabei haben wir gut angefangen, doch auf einmal waren die Ideen weg. Ich sah beim Gegentreffer vielleicht nicht gut aus - jeder sagt Torwartfehler -, aber als Tormann kann man so etwas besser einschätzen, denn die Mauer ist gesprungen. Kapfenberg stellt sich einfach hinten hinein und versucht nur, das Spiel zu zerstören, doch das machen sie ganz gut. Das Spiel am Donnerstag gegen Juventus wird aber ein ganz anderes.“
Umut Kocin (Kapfenberg-Spieler): „Mein Tor war ein tolles Gefühl. Ich glaube an diese Mannschaft, die kämpft. Wir werden optimal vorbereitet und können gegen jede Mannschaft gewinnen, weil wir immer alles geben und kämpfen. Es war wichtig, dass wir das zweite Tor gemacht haben, denn Salzburg hat gedrückt und ist eine spielerisch sehr starke Mannschaft. Wir haben drei Punkte auswärts geholt, das ist ein Bonus für uns. Ich hoffe, es geht weiter so. Anscheinend ist Salzburg unser Lieblingsgegner.“
Tipp3-Bundesliga, elfte Runde:
Samstag:
Salzburg - Kapfenberg 0:2 (0:1)
Stadion Wals-Siezenheim, 7.300 Zuschauer, SR Hameter
Torfolge: 0:1 Kocin (33.) 0:2 Tieber (91.)
Salzburg: Tremmel - Schwegler, Sekagya (68./Offenbacher), Afolabi, Hinteregger - Schiemer - Hierländer (46./Boghossian), Zarate, Leitgeb, Svento - Alan (60./Wallner)
Kapfenberg: Wolf - Taboga, Mavric, Rauscher (78./Schmid), Kocin - Erkinger - Hüttenbrenner, Spirk (63./Felfernig), Elsneg, Kröpfl - Alar (90./Tieber)
Gelbe Karten: Sekagya bzw. Rauscher, Spirk, Felfernig, Hüttenbrenner, Alar
Die Besten: Schiemer, Hinteregger bzw. Wolf, Kocin, Elsneg
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