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Dauerhafte Trendumkehr nicht in Sicht

Die Saison 2010/11 läuft für Red Bull Salzburg und Rapid ganz und gar nicht nach Wunsch. Die beiden Topteams taumeln auch Mitte Oktober noch durch die Liga. Der Meister hält als Tabellensiebenter nach neun Spielen gerade einmal bei zwölf Zählern. Nach Verlustpunkten gerechnet stehen die Hütteldorfer sogar noch schlechter da. In elf Partien holte Rapid erst 14 Zähler. Das ergibt Platz sechs.

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In Hinblick auf die Spiele in der Europa League am Donnerstag, wo Salzburg (Heimspiel gegen Juventus) und Rapid (auswärts gegen ZSKA Sofia) vor einem Pflichtsieg stehen, um die Aufstiegschancen in den Gruppen A und L intakt zu halten, ist das aktuelle Leistungsniveau beider Teams für die Trainer Huub Stevens und Peter Pacult alles andere als zufriedenstellend. Eine dauerhafte Trendumkehr lässt sich derzeit bei beiden Teams nicht erkennen.

„Drei Schritte zurück“ von Salzburg

Für die „Bullen“ war die 0:2-Heimblamage gegen Kapfenberg ein weiterer Rückschlag, nachdem zuletzt gegen Ried zwei Siegen gelungen waren. „Das waren drei Schritte zurück, wenn man sagt, dass wir gegen Ried zwei Schritte nach vorne gemacht haben“, haderte Stevens nach der dritten Saisonpleite. Der Niederländer bemängelte vor allem die neuerlich fehlende Leidenschaft in seiner Mannschaft.

Auch das Salzburger Publikum war von der laut Stevens „sehr enttäuschenden Leistung“ verärgert. Von den ohnehin nur 7.300 Zuschauern verließ ein Großteil schon vor dem Schlusspfiff in Scharen das Stadion Wals-Siezenheim. „Wir hätten wohl noch zehn Stunden spielen können und kein Tor gemacht“, hat Stevens wohl Verständnis für die Reaktion der Fans.

Die Salzburger haben den für Sonntag geplant gewesenen Familientag in der Stiegl-Brauwelt kurzerhand „auf unbestimmte Zeit“ verschoben, um sich auf sportliche Aufgaben zu konzentrieren. Eine davon ist, den „Bullen“-Sturm endlich auf Vordermann zu bringen. In neun Ligaspielen konnten die Salzburger erst acht Tore erzielen, vier davon fielen alleine beim 4:2-Sieg gegen Wiener Neustadt in der vierten Runde.

Ladehemmung bei Rapid

Unter demselben Problem leidet derzeit auch Rapid, denn die Offensivbilanz der Hütteldorfer fällt derzeit sehr ebenso bescheiden aus wie jene der „Bullen“. Zwölf erzielte Treffer nach elf Spielen ist die schlechteste Ausbeute seit der historisch schwachen Saison 2001/02 unter der Leitung von Lothar Matthäus. Vor einem Jahr hatten die Grün-Weißen zum selben Zeitpunkt bereits 26 Treffer markiert gehabt.

Der Abgang von Nikica Jelavic wurde noch nicht verkraftet. Jan Vennegoor of Hesselink ist noch nicht die erhoffte Verstärkung. Aber nicht nur deswegen gelang Rapid in den letzten sechs Runden nur ein Sieg. Der gerühmte Rapid-Geist ist intakt, sonst wäre beim 1:1 gegen Wacker Innsbruck mit nur zehn Mann wohl nicht der Ausgleich gelungen. Was fehlt, ist die Harmonie und Abstimmung. „Leider funktioniert es derzeit bei uns nicht“, brachte Kapitän Steffen Hoffmann die aktuelle Lage auf den Punkt.

Freude bei den Gegnern

Während die beiden Großclubs ihre Wunden lecken, waren die Trainer ihrer Gegner voller Stolz auf das Erreichte. „Wir können mit jeder Mannschaft mithalten, das haben wir bewiesen. Das war ein packendes, interessantes Spiel“, lautete das zufriedene Zwischenresümee von Innsbruck-Coach Walter Kogler, dessen Mannen in bisher zehn Ligaspielen nur eine einzige Niederlage kassiert haben.

Noch größer war allerdings die Freude bei Kapfenberg-Trainer Werner Gregoritsch nach dem sensationellen Ergebnis in Salzburg. „Ich muss den Spielern gratulieren, weil das ein großer Tag für den KSV ist“, erklärte der Steirer, für den der Sieg über den Meister doppelt wertvoll war. „Für uns sind solche Spiele sehr wichtig, weil wir eine sehr junge Mannschaft haben und solche Erfolgserlebnisse wichtig für das Selbstvertrauen sind.“

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