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„Ich wäre nicht abgeneigt“

Knapp eine Woche vor dem letzten Länderspiel des Jahres am 17. November im Happel-Stadion gegen Griechenland hat sich für Österreichs Nationalteam auf dem Personalsektor eine überraschende Möglichkeit aufgetan. Der Deutsche Christian Lell bekundete in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung, dass er nicht abgeneigt wäre, für das ÖFB-Team zu spielen.

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Teamchef Dietmar Constantini gab sich am Dienstag bei der Kaderbekanntgabe für das Griechenland-Match nicht abgeneigt. Das Angebot wäre „interessant“, so der Tiroler, schließlich habe Lell eine gewisse Qualität und bereits bei Bayern gespielt. Bevor er sich dazu weiter äußern wolle, müssten freilich erst die rechtlichen Seiten durch den ÖFB genau geklärt werden. Der springende Punkt sei, ob Lell bereits Doppelstaatsbürger war, als er zum ersten Mal für eine DFB-Nachwuchsauswahl spielte.

Lell keine Ambitionen für DFB-Team

Der 26-jährige Kapitän des deutschen Zweitligisten Hertha BSC gab zuletzt nämlich an, dass er keine Ambitionen hege, für Deutschland einzulaufen, sehr wohl könne er sich aber vorstellen - bei entsprechendem Interesse -, sich in die Dienste Österreichs zu stellen. „Ich konzentriere mich im Moment nur auf Hertha. Aber käme die Anfrage, wäre ich nicht abgeneigt“, ließ Lell aufhorchen.

Der Teamkollege von Daniel Beichler und Marco Djuricin besitzt sowohl die deutsche als auch die österreichische Staatsbürgerschaft. „Meine Mutter Franziska stammt aus Österreich, deshalb habe ich beide Pässe“, erklärte der ehemalige Bayern-München-Spieler, der zu Beginn der neuen Saison zum aktuellen Tabellenführer nach Berlin wechselte.

Christian Lell (Hertha)

Reuters/Tobias Schwarz

In Berlin etablierte sich Lell schnell als wichtige Stütze in der Verteidigung.

Alternative als rechter Außenverteidiger?

Was Lell für Österreich interessant machen könnte, ist seine Position als rechter Außenverteidiger. Nach dem endgültigen Bruch zwischen Teamchef Dietmar Constantini und Italien-Legionär György Garics sind die Alternativen auf der rechten Seite der Viererkette dünn gesät, denn Florian Klein und Ekrem Dag konnten bei ihren bisherigen Einsätzen nicht vollends überzeugen.

Lell verzeichnete zwar Einsätze für Deutschlands Nachwuchsnationalteams, anders als beim Fall Steffen Hofmann wäre er aber für das ÖFB-Team spielberechtigt, da er bereits im Besitz eines österreichischen Passes ist. Bei Hertha ist man von den Qualitäten Lells überzeugt. „Christian ist ein absoluter Fixpunkt in unserem Spiel. Er vermittelt dem Team dazu die Bayern-Mentalität - bis zur letzten Minute an den Erfolg glauben“, schwärmte etwa Hertha-Manager Michael Preetz.

Double und private Schlagzeilen

Lell holte mit den Bayern in der Saison 2007/08 das Double, absolvierte insgesamt 29 Bundesliga-Einsätze und erzielte dabei ein Tor. Auch abseits des Rasens sorgte Lell immer wieder für Schlagzeilen. Im Februar und November 2007 wurde er jeweils nach einem Streit mit seiner Ex-Freundin von der Polizei einvernommen. Die Ermittlungen gingen in Richtung Körperverletzung, wurden jedoch eingestellt.

In der letzten Saison war Lell bei Bayern-Coach Louis van Gaal nicht mehr gefragt und kam auch bei den Amateuren nur einmal zum Einsatz. Lell nahm sich wegen privater Probleme, für die er - ohne dabei Details zu nennen - seinen ehemaligen Kollegen Michael Ballack verantwortlich machte, auch eine dreimonatige Auszeit vom Profifußball.

Im Sommer wechselte der 26-Jährige nach Berlin und präsentiert sich dort in glänzender Verfassung. „Das war der richtige Schritt. Ich bin davon überzeugt, dass Hertha Meister wird und ich nächste Saison wieder erstklassig spiele“, sagte Lell gegenüber der „Bild“.

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