Kapfenberg dreht im Finish auf
SV Josko Ried hat sich am Samstag in der tipp3-Bundesliga selbst um den Erfolg gebracht. Die Innviertler mussten sich in der 16. Runde bei SV Superfund Kapfenberg nach einer 3:0-Führung noch mit einem 3:3 zufriedengeben.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Nach dem ersten Remis der Saison liegen die um den ersten Herbstmeistertitel der Vereinsgeschichte kämpfenden Rieder nun zwei Zähler vor Sturm Graz, das am kommenden Mittwoch allerdings noch ein Nachtragsspiel bei Titelverteidiger Salzburg auszutragen hat.
Die Oberösterreicher nutzten ihre Chancen im Fekete-Stadion zunächst eiskalt aus. Der anstelle des gesperrten Mark Prettenthaler aufgestellte Jan Marc Riegler (23.) und Ivan Carril (41.) waren jeweils per Kopf erfolgreich. Nach dem zweiten Tor des Spaniers (54.) schien der vierte Erfolg der „Wikinger“ bereits fix. Doch der achtplatzierte KSV schaffte in der Schlussviertelstunde durch Boris Hüttenbrenner (76.) und zweimal Deni Alar (79., 91.) noch den Punktegewinn.

GEPA/Markus Oberlaender
Deni Alar gelang der Ausgleich in der Nachspielzeit.
Ried nutzt Chance zur Führung
Die Hausherren waren vor 3.000 Zuschauern zunächst nur in der ersten Viertelstunde ebenbürtig. Die Gästeelf von Erfolgscoach Paul Gludovatz wartete auf ihre Chance und wurde bald belohnt. Riegler entwischte nach einem Freistoß von Florian Mader seinen Gegenspielern Umut Kocin und Milan Fukal und besorgte das rasche 1:0.
Kapfenberg, das zuletzt in Wien eine 1:5-Pleite gegen die Austria kassiert hatte, wirkte nach dem Gegentreffer verunsichert. Offensiv zeigte die Mannschaft von Werner Gregoritsch nur Stückwerk und stand in der Defensive alles andere als solide: Eine Flanke von Thomas Schrammel beförderte der sträflich vernachlässigte Carril per Kopf in die Maschen. Der Spanier sorgte damit für ein Jubiläum, war es doch der 600. Treffer in Rieds Bundesliga-Historie.
Die steirischen „Falken“ konnten auch nach Seitenwechsel mit den eingewechselten U21-Teamspielern Alar und Christoph Kröpfl zunächst nicht entscheidend zulegen. Die Rieder erwiesen sich hingegen weiter als Meister der Effizienz, als Carril eine spanische Kombination über Guillem und Nacho abschloss.
Dramatisches Finish
Guillem (59.) und Daniel Royer (74.) hätten noch nachlegen können, ehe Kapfenberg Rieder Nachlässigkeiten im Finish noch bestrafte. Hüttenbrenner per Kopf mit dem 500. Ligator für die Steirer und Alar verkürzten auf 2:3, Fukal köpfelte an die Latte (82.). Rieds Defensivfestung wankte und fiel schließlich in der Nachspielzeit. Thomas Schönberger verlängerte eine Hereingabe auf Alar, der Wolfgang Hesl per Kopf keine Chance ließ.
Stimmen zum Spiel:
Werner Gregoritsch (Kapfenberg-Trainer): „Wir haben drei saudumme Tore bekommen. Die ersten beiden waren eklatante Defensivfehler. Nach dem 1:3 hat man gesehen, dass die Mannschaft Qualität und Moral hat. Mir ist es wichtig, dass die Mannschaft nach dem 0:3 noch gelebt hat. Wie sie das aufgeholt hat, war sensationell. Es gibt, glaube ich, nur sehr wenige Teams, die ein 0:3 wegstecken können.“
Paul Gludovatz (Ried-Trainer): „Die Voraussage war auf ein 0:0 ausgerichtet, da ist ein 3:3 doch wunderschön. Es war die eine oder andere Lockerheit dabei, statt 4:0 ist es nun ein 3:3. Wenn uns wer vor dem Spiel gesagt hätte, es wird ein Punkt in Kapfenberg, wäre ich zufrieden gewesen. Wir haben gewusst, was uns hier erwartet. Aber nach dem zu lockeren 3:0 hat der eine oder andere Spieler den Sieg vielleicht schon in der Tasche gesehen. Das Resultat geht in Ordnung.“
Deni Alar (Kapfenberg-Doppeltorschütze): „Wenn man 0:3 hinten war, muss man zufrieden sein. Erst nach dem 0:3 haben wir Fußballspielen angefangen. Da hat man gesehen, was wir können. Wenn man gegen den Tabellenführer 0:3 zurück ist, ist es sicher ein Sieg der Moral.“
Oliver Glasner (Ried-Kapitän): „Ich habe keine Erklärung. Mit dem Anschlusstreffer sind wir nervös geworden. Kapfenberg hat nur mehr lange Bälle gespielt, damit haben wir Probleme bekommen. Am Schluss konnten wir uns nicht mehr befreien. Im Endeffekt ist es ein Punkt. Wenn man 3:0 führt, sollten es natürlich drei sein.“
Tipp3-Bundesliga, 16. Runde
Samstag:
Kapfenberg - Ried 3:3 (0:2)
Fekete-Stadion, 3.000 Zuschauer, SR Einwaller
Torfolge:
0:1 Riegler (23.)
0:2 Carril (41.)
0:3 Carril (54.)
1:3 Hüttenbrenner (76.)
2:3 Alar (79.)
3:3 Alar (91.)
Kapfenberg: R. Wolf - Mavric (46./Ch. Kröpfl), Schönberger, Taboga, Kocin - Fukal - Schmid, Erkinger (46./Alar), Elsneg, Hüttenbrenner - Tieber (67./Gregoritsch)
Ried: Hesl - Stocklasa, Glasner, Riegler - Brenner (68./Hadzic), Mader, Schrammel - Nacho (78./Ziegl), Carril (88./Reifeltshammer), Royer - Guillem
Gelbe Karten: Erkinger bzw. keine
Die Besten: Schmid, Alar bzw. Carril, Nacho, Mader
Links: