Moratti verliert Geduld
Die Champions-League-Partie gegen Twente Enschede und ÖFB-Kapitän Marc Janko wird für Inter Mailands Trainer Rafael Benitez am Mittwoch (20.45 Uhr, live in ORF1) zum Schicksalsspiel. Noch eine Niederlage, und der Nachfolger von Triple-Sieger Jose Mourinho wird wohl gefeuert.
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„Bis Mittwoch machen wir so weiter“, sagte Inter-Präsident Massimo Moratti nach der 1:2-Pleite der Mailänder am Sonntag bei Chievo Verona. Fans und Medien verstehen das als Ultimatum für den glücklosen Spanier. „Ich bin zufrieden, das Gefühl zu haben, dass das Team und der Club das Vertrauen in ihn noch nicht verloren haben“, sprach Moratti dem Trainer dann am Montag zumindest noch für zwei Tage Mut zu. Der Titelverteidiger war auf Platz sechs abgestürzt und hat neun Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Milan.
Auch Mourinho kommentiert Pleitenserie
So schlecht stand Inter seit sechs Jahren nicht mehr da. Nach fünf Spielen ohne Sieg ist der in der vergangenen Saison noch schier unschlagbare italienische Meister nur noch ein Schatten seiner selbst. Auch Ex-Trainer Mourinho kann den Absturz kaum fassen. „Was? Er hat wieder verloren? Unglaublich!“, kommentierte der zu Real Madrid abgewanderte Portugiese die Talfahrt seines Ex-Clubs.

Giampiero Sposito
Blankes Entsetzen beim dreifachen Titelverteidiger Inter Mailand.
Benitez gibt aber noch nicht auf. „Ich spüre, dass man mir hundertprozentig vertraut“, sagte der Spanier und sorgte damit bei den Reportern in Mailand für Verwunderung. Die Verunsicherung und die Zweifel am Trainer sind bei Inter deutlich zu spüren, auch wenn Benitez Durchhalteparolen bemüht: „Wir schlagen jetzt Twente, und dann ändert sich alles. Ich glaube noch an den Meistertitel“, versicherte er.
Mögliche Nachfolger ante portas
Die Schuld am Niedergang des Dreifachsiegers trägt der Spanier sicher nicht alleine. Eine nicht enden wollende Verletzungsserie wirft Inter immer wieder zurück. Clubboss Morratti bemängelte aber auch die mangelnde Einstellung der Profis in entscheidenden Spielen wie dem Derby vor zwei Wochen gegen Milan, das Inter verlor. Auch dass Benitez seit Wochen Verstärkungen fordert und den Erfolg anscheinend von Neuzugängen abhängig machen will, stößt Morratti übel auf.
Die Namen möglicher Nachfolger für Benitez werden in Mailand bereits seit Tagen offen gehandelt. An der Gerüchtebörse liegen derzeit Ex-Milan-Coach Leonardo, Englands Nationalcoach Fabio Capello, der frühere AS-Roma-Trainer Luciano Spalletti und Ex-Inter-Spieler Diego Simeone ganz vorn. Blättert Benitez in diesen Tagen durch Italiens Sportgazetten, muss er sich schon wie ein Auslaufmodell vorkommen.
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