Doppelolympiasieger mit großen Zielen
Nach dem Rücktritt der Cousins Tobias und Markus Schiegl sind die Brüder Wolfgang und Andreas Linger nicht nur die unbestrittene Nummer eins im österreichischen Rodel-Team, sondern auch international die großen Stars der Szene. Die doppelten Olympiasieger, die sowohl 2006 in Turin als auch 2010 in Whistler triumphierten, wollen sich in dieser Saison erstmals auch den Weltcup-Gesamtsieg holen.
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„Jetzt ist eine ganz neue Situation“, sagte Andreas Linger, der ältere der beiden Brüder vor dem Weltcup-Auftakt am Wochenende im heimischen Eiskanal in Innsbruck Igls, im Gespräch mit der APA. „Die ganze Doppel-Szene wird neu durchgemischt.“ Neben den Schiegls erklärten noch vier hochwertige Rodel-Doppel im Sommer ihre Rücktritte, darunter unter anderen die Deutschen Patric Leitner und Alexander Resch sowie die Italiener Gerhard Plankensteiner und Oswald Haselrieder.
In der Favoritenposition
„Wir sind jetzt in der Favoritenposition“, bekannte Andreas Linger, „das heißt aber nicht, dass wir keine Konkurrenz haben.“ Besonders die lettischen Sics-Brüder, die bei Olympia zuletzt Zweite wurden, und auch das italienische Doppel Oberstolz/Gruber seien eine harte Konkurrenz. „Aber auch im eigenen Lager haben wir mit Peter Penz und Georg Fischler harte Gegner.“
Angst, dass der Druck zu groß werde, haben die Lingers nicht. „Weil wir inzwischen älter, reifer und routinierter sind“, erklärte Wolfgang Linger. Als großes Überraschungsteam rasten die Lingers 2006 in Turin zu Olympiagold. „2010 zählten wir bei Olympia als Titelverteidiger zu den Favoriten und haben gezeigt, dass wir inzwischen mit Druck sehr gut umgehen können.“
Gesamtweltcup im Visier
Als großes Saisonziel haben sich die Brüder aus Absam bei Innsbruck für heuer den Gesamtweltcup-Sieg vorgenommen. „Wobei das nicht planbar ist“, sagte Andreas Linger, „der Weltcup ist ein Produkt vieler Rennen, da muss sich der Erfolg sukzessive aufbauen.“ Der erste Vergleich steht am Wochenende mit dem Weltcup in Igls auf dem Programm. In einem Eiskanal, der nicht zu den Lieblingsbahnen der Linger-Brüder zählt. „Wir bevorzugen schnelle und technisch schwierige Bahnen, haben in den letzten zwei Jahren aber gezeigt, dass wir auch in Igls auf das Podest fahren können“, betonte Andreas.
Aber auch bei der Weltmeisterschaft im Erfolgskanal von Cesena bei Turin wollen sich die Lingers eine Medaille holen. Wobei das für Wolfgang eine stressige Woche werden könnte, denn der jüngere der Lingers soll in dieser Woche erstmals Vater werden. „Darauf freue ich mich schon, wenn es sich ausgeht, will ich unbedingt bei der Geburt dabei sein“, sagte Wolfgang.
Karriereende nicht in Sicht
Den Rodel-Sport wollen die Lingers jedenfalls noch nicht so schnell aufgeben. „Zumindest bis Sotschi werden wir sicher noch weiterfahren“, kündigte Andreas an, „das Ziel in der gleichen Disziplin dreimal hintereinander Olympiagold zu holen, ist schon sehr reizvoll. Das haben weltweit nicht viele Sportler erreicht.“
Auf dem Materialsektor tat sich bei den Lingers nicht viel. „Wir haben Kleinigkeiten getestet, vertrauen aber unserer Erfolgsrodel von Whistler“, betonte Andreas. Nur auf dem Trainersektor gab es eine Neuerung: Tobias Schiegl verstärkt nun das Team von Nationaltrainer Rene Friedl. „Davon profitieren wir schon gewaltig. Tobias hat ja unheimlich viel Erfahrung, die er uns nun weitergibt“, sagte Andreas, der die beiden Schiegls, auch wenn sie Konkurrenten waren, als die großen Förderer der eigenen Karriere sieht. „Ohne die Schiegls wären wir sicher nicht dort, wo wir heute sind.“
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