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Fast 110.000 Fans in Michigan erwartet

In Ann Arbor fällt am Samstag der Zuschauerweltrekord im Eishockey. 109.901 Karten wurden für das US-College-Derby zwischen Michigan und Michigan State im Michigan-Stadion verkauft. Die ganze Woche steht im Bann des College-Spiels. Seit vergangenem Samstag finden insgesamt 25 College- und Nachwuchsspiele in der riesigen Football-Arena statt.

Damit löst das Prestigeduell zwischen den „Wolverines“ und den „Spartans“ die WM-Eröffnungspartie der WM 2010 in Deutschland im Fußballstadion von Schalke als bestbesuchte Eishockey-Partie ab. Am 7. Mai waren 77.803 Zuschauer nach Gelsenkirchen gekommen, die den 2:1-Sieg der Gastgeber gegen die USA bejubelten. In Österreich steht der Rekord seit dem Kärntner Freiluftderby zwischen dem KAC und dem VSV am 9. Jänner 2010 im Wörthersee-Stadion von Klagenfurt bei 30.500.

„The Big Chill in the Big House“ („Das große Frösteln im großen Haus“), so das Motto des Rekordspiels in Michigan, war bei den Fans ein Renner. Bereits Anfang Mai wurde der Vorverkauf für das 276. Derby (seit 1925) gestoppt, nachdem innerhalb weniger Wochen mehr als 100.000 Tickets verkauft worden waren. Die ganze Woche steht im Bann des College-Spiels, seit vergangenem Samstag finden insgesamt 25 College- und Nachwuchsspiele in der riesigen Football-Arena statt.

Rekord kehrt „nach Hause“ zurück

Mit dem Spiel in Ann Arbor kehrt der Zuschauerweltrekord wieder nach Michigan zurück. Denn in Michigan startete vor neun Jahren die Renaissance von Eishockey-Spielen unter freiem Himmel. Am 6. Oktober 2001 spielten Michigan State und Michigan vor der damaligen Rekordkulisse von 74.554 Zuschauern im Spartan-Stadion in East Lansing. Fast neun Jahre, bis zum Spiel „Auf Schalke“ im vergangenen Mai, hielt dieser Rekord.

Eishockey-Match zwischen Michigan State und Michigan am 6. Oktober 2001 im Spartan Stadium

AP/Al Goldis

Das Match Michigan State gegen Michigan am 6. Oktober 2001 endete 3:3.

Vor der damaligen College-Partie hatte 44 Jahre lang das entscheidende Spiel der WM 1957 in der Sowjetunion die höchste Zuschauerzahl. Am 5. März 1957 waren bei der Partie der Gastgeber gegen Schweden rund 55.000 Zuschauer im Lenin-Stadion von Moskau, dem heutigen Luschniki-Stadion.

NHL kommt auf den Geschmack

Zwei Jahre nach dem College-Versuch wagte sich auch die NHL an die frische Luft. Bei minus 19 Grad spielten am 22. Oktober 2003 im Commonwealth-Stadion von Edmonton die heimischen Oilers gegen die Montreal Canadiens. 57.167 Zuschauer ließen sich die Partie trotzdem nicht entgehen.

Die NHL war auf den Geschmack gekommen und spielt seit 2008 am Neujahrstag ein „Winter Classic“ unter freiem Himmel. Das erste Open-Air-Spektakel wurde 2008 zwischen den Buffalo Sabres mit dem Österreicher Thomas Vanek und den Pittsburgh Penguins (1:2 nach Penaltyschießen) vor 71.217 Zuschauern im Ralph-Wilson-Stadium, dem Football-Stadion der Buffalo Bills, ausgetragen. Das ist noch heute NHL-Rekord.

In Europa machte im Jänner 2007 die Schweiz mit SC Bern gegen Langnau im Berner Stade de Suisse vor 30.076 Fans den Anfang. Seit 28. Dezember 2009 hält die schwedische Ligapartie zwischen Frölunda Göteborg und Färjestad mit 31.144 Besuchern den Rekord. Hinter Göteborg reiht sich Klagenfurt mit dem Derby vor elf Monaten mit 30.500 Zuschauern auf Rang zwei ein.

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