In Seefeld von Platz 22 auf drei
Der Tiroler David Kreiner hat am Sonntag in Seefeld nach drei Jahren wieder einen Weltcup-Podestplatz in der Nordischen Kombination erreicht. Der 29-jährige Team-Olympiasieger, der am Vortag Vierter gewesen war und mit der Staffel den zweiten Platz geholt hatte, verbesserte sich nach Rang 22 im Springen in der Loipe auf Platz drei.
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Von Sieger Magnus Moan trennten Kreiner nur 2,6 Sekunden. Der Norweger, der am Vortag Zweiter war, drehte hingegen den Spieß um, holte nach dem 24. Rang im Springen eine Minute auf Spitzenreiter Jason Lamy Chappuis auf und feierte 1,6 Sekunden vor dem französischen Olympiasieger und Weltcup-Führenden seinen 18. Weltcup-Sieg, den ersten im WM-Winter.
Kreiner hat „voll durchgezogen“
„Ich habe den Zug mit Moan erwischt, gemeinsam haben wir viele Läufer überholt. Ich habe mich auch sehr gut gefühlt, am Schluss ist mir zugutegekommen, dass ich mit Felix (Gottwald, Anm.) die Zieleinläufe geübt habe. Normalerweise steckt man die vielleicht ein wenig zurück, aber ich habe voll durchgezogen“, erklärte Kreiner nach dem insgesamt vierten Podestplatz seiner Karriere über sein „ideales Wochenende“.

APA/Barbara Gindl
Bitte lächeln - Kreiner (re.) genießt sein erstes Siegerbild seit drei Jahren.
Wenige Kilometer vor dem Ziel übernahm Kreiner, der mit 53 Sekunden auf Lamy Chappuis in das 10-km-Rennen gegangen war, bei einem Anstieg sogar kurzzeitig die Führung. „Da bin ich einer der stärksten und wollte damit die Gruppe sprengen. In dieser Position muss man einfach alles probieren, das war die richtige Entscheidung. Der dritte Platz ist sehr gut, ich wollte mich in Seefeld den Leuten schon immer auf dem Podest präsentieren. Mit meinem Formaufbau bin ich auch sehr zufrieden“, bilanzierte Kreiner.
Im Zielraum gratulierte auch Ernst Vettori, sportlicher Leiter der Kombinierer im ÖSV. „Dieser Stockerlplatz wird ihm viel Selbstvertrauen geben. Es ist schön, zu sehen, dass beim Ausfall eines Spitzenathleten wie Stecher ein anderer die Lücke schließen kann.“ Ob dieses Ergebnis nun Auswirkungen auf die WM-Aufstellung haben wird, ließ Vettori offen. „Lieber ist es uns, so auswählen zu können, als dass wir keinen zur Wahl haben“, ergänzte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.
Gottwald freut sich mit Kreiner
Auch Tobias Kammerlander könnte für die WM noch ein Thema werden. Der 24-Jährige schaffte mit dem neunten Rang seine bisher beste Weltcup-Platzierung. Felix Gottwald verbesserte sich im Langlauf von der 41. an die elfte Stelle (+ 29,4). „Ich war irgendwann alleine, es war auch sehr schwierig zu überholen. Das war wie ein Slalomlauf. Aber David überstrahlt heute alles. Es ist ein genialer Trainingspartner, ich freue mich irrsinnig für ihn. Ich persönlich werde weiterarbeiten an mir, vor allem beim Springen“, erklärte Gottwald nach seinem letzten Auftritt vor heimischem Publikum.
Auch Kammerlander war mit seiner Platzierung natürlich sehr zufrieden: „Meine Laufleistung hat gestimmt. Ich wollte eigentlich meinen Rang nach dem Springen (Zwölfter, Anm.) halten, jetzt ist es sogar ein Top-Ten-Platz geworden. Jetzt weiß ich, dass mein Potenzial da ist und das Training gepasst hat“, erklärte der Salzburger.
Bieler fällt weit zurück
Nur einer stapfte missmutig aus dem Zielraum: Christoph Bieler. Der Team-Olympiasieger von 2006 war zwar nach dem Springen mit einem 106-m-Satz Zweiter hinter Lamy Chappuis, verlor beim Laufen aber immer mehr an Boden und wurde nur 30. Jetzt klammert sich Bieler an das Prinzip Hoffnung. „Es hilft nichts, weiterarbeiten“, kommentierte der frühere Seefeld-Sieger seine Leistung, „Spitzensport ist immer eine Gratwanderung. Ich bin über den Grat gesprungen und dann sehr tief gefallen.“
Weltcup in Seefeld
| Endstand nach einem Sprung und 10 km Langlauf: |
| 1. |
Magnus Moan |
NOR |
24:36,8 |
24./3. |
| 2. |
Jason Lamy Chappuis |
FRA |
1,6 |
1./28. |
| 3. |
David Kreiner |
AUT |
2,6 |
22./5. |
| 4. |
Lukas Runggaldier |
ITA |
3,7 |
7./12. |
| 5. |
Tino Edelmann |
GER |
3,8 |
10./11. |
| 6. |
Eric Frenzel |
GER |
4,0 |
13./10. |
| 7. |
Johannes Rydzek |
GER |
12,9 |
7./14. |
| 8. |
Sebastien Lacroix |
FRA |
20,4 |
10./18. |
| 9. |
Tobias Kammerlander |
AUT |
26,5 |
12./19. |
| 10. |
Jan Schmid |
NOR |
26,7 |
16./15. |
| 11. |
Felix Gottwald |
AUT |
29,4 |
41./2. |
| 12. |
Mikko Kokslien |
FIN |
31,2 |
46./1. |
| 13. |
Lukas Klapfer |
AUT |
32,3 |
39./4. |
| 15. |
Wilhelm Denifl |
AUT |
39,0 |
19./22. |
| 30. |
Christoph Bieler |
AUT |
1:22,0 |
2./46. |
| 31. |
Bernhard Gruber |
AUT |
1:22,3 |
29./34. |
| 39. |
Marco Pichlmayer |
AUT |
1:46,1 |
50./26. |
| 41. |
Benjamin Kreiner |
AUT |
1:59,2 |
54./25. |
| Startverzicht: |
|
Tomaz Druml |
AUT |
|
|
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