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Trainer lassen sich mit Entscheidung Zeit

Bei fast allen Topclubs der tipp3-Bundesliga ist die Tormannfrage gut zwei Wochen vor dem Frühjahrsstart noch unbeantwortet, nur Puntigamer Sturm Graz hat mit Christian Gratzei einen Stammgoalie. Bei Tabellenführer Josko Ried, Red Bull Salzburg, Austria Wien und dem SK Rapid hingegen wird das Rennen um die Nummer eins wohl erst unmittelbar vor der ersten Runde im neuen Jahr entschieden.

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Besondere Spannung verspricht das Torhüterduell im Westen Wiens. Raimund Hedl verdrängte vor einem Jahr den damaligen ÖFB-Teamkeeper Helge Payer auf die Hütteldorfer Ersatzbank, nach einigen Patzern des 36-Jährigen in der Herbstsaison könnte es aber wieder zu einer Rochade kommen. Im Gegensatz zu vergangenen Vorbereitungen zog Payer diesmal das Aufbautraining voll durch und spekuliert auch deshalb mit einer Rückkehr ins Rapid-Gehäuse.

„Habe sicher eine faire Chance“

„Ich bin topfit und habe sicher eine faire Chance“, meinte der Oberösterreicher, dessen gut dotierter Vertrag noch bis 2012 läuft, während der Kontrakt von Hedl im Sommer endet. An die Vorstellung eines neuerlichen Reservistendaseins will Payer erst gar keinen Gedanken verschwenden. „Ich mache von meiner Seite alles, damit ich spiele. Was wäre, wenn - damit beschäftige ich mich nicht. Wenn ich schon jetzt darüber nachdenke, was passiert, wenn ich nicht spiele, dann spiele ich auch nicht“, erklärte der 31-Jährige.

Rapid-Spieler Raimund Hedl, Helge Payer und Georg Blatnik

GEPA/Josef Bollwein

Die Rapid-Torhüter hauen sich beim Trainingslager in Belek (Türkei) voll rein.

Von Rapids Tormanntrainer Manfred Kohlbacher gab es Lob für Payer. „Er ist heuer wirklich fit und auch mental weiter.“ Dennoch dürfe sich auch Hedl Hoffnungen auf einen Stammplatz machen. „Er hat es sich verdient, dass er im letzten Jahr gespielt hat, weil er konstante Leistungen gezeigt hat. Es gab gewisse Hochs und dann wieder Fehler. Aber davor ist niemand gefeit“, betonte der Steirer. Die endgültige Entscheidung werde sicher erst vor der Auftaktpartie am 12. Februar bei Magna Wiener Neustadt getroffen.

Austria-Spieler Heinz Lindner

GEPA/Christian Ort

Lindner will seine Fitness beweisen.

Auch Daxbacher lässt sich Zeit

Austria-Trainer Karl Daxbacher wird sich ebenfalls so lange wie möglich mit der Ernennung seines Einsergoalies Zeit lassen. „Wir haben noch einige Testspiele, in denen sich jeder beweisen kann. Wer dann im Tor stehen wird, entscheide ich unmittelbar vor unserem ersten Match gegen Ried“, sagte der Coach. Zuletzt stand bei den „Veilchen“ Heinz Lindner zwischen den Pfosten, weil Robert Almer seit November wegen eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich außer Gefecht war.

Der 26-jährige Almer hatte wiederum im September von einer Verletzung des 20-jährigen Lindners profitiert und sich so das Einserleiberl gesichert. Möglicherweise gibt auch diesmal die Fitness den Ausschlag - während der Steirer Almer in der Vorbereitung verletzungsfrei trainierte, schlug sich der Oberösterreicher Lindner in den vergangenen Wochen mit Adduktorenproblemen herum.

Dreikampf ums Einserleiberl in Ried

In Ried duellieren sich mit Thomas Gebauer, Wolfgang Hesl und Hubert Auer sogar drei Schlussmänner um den Platz im Tor. „Alle drei kommen infrage“, meinte Trainer Paul Gludovatz. Gebauer ist nach seinem im August erlittenen Kreuzbandriss noch nicht völlig wiederhergestellt und braucht trotz seiner zuvor beständigen Leistungen erst gar nicht auf einen Startvorteil zu hoffen. „Bei der Entscheidung geht es ausschließlich um die Fitness und nicht um einen Bonus aus der Vergangenheit“, meinte der Trainer des Winterkönigs.

Ried-Spieler Thomas Gebauer

GEPA/Christian Ort

Gebauer muss alles geben, wenn er sein Stammleiberl zurückhaben will.

Nach Angaben des Salzburger Trainerstabs gilt dasselbe für Eddie Gustafsson. Der Schwede hat den vor über neun Monaten erlittenen Schien- und Wadenbeinbruch überwunden, darf sich des Einserleiberls aber nicht sicher sein. Coach Huub Stevens lässt auch für Gerhard Tremmel, Gustafssons Vertreter in der Herbstsaison, die Tür offen. „Wer von Anfang an spielt, wird man sehen. Jeder der beiden bekommt in den Vorbereitungsspielen seine Chance über 90 Minuten.“

Gerhard Tremmel und Edward Gustafsson (RBS)

GEPA/Felix Roittner

Die Konkurrenz im Auge behalten

Gustafsson brennt auf Rückkehr

Fanliebling Gustafsson brennt auf seine Rückkehr. „Ich fühle mich zu 100 Prozent fit und kann im Training alles mitmachen. Ich bin bereit und will der Mannschaft helfen, damit wir den Titel erfolgreich verteidigen“, erklärte der bald 34-jährige Kapitän. Sein Konkurrent Tremmel möchte sich jedoch nicht so einfach geschlagen geben. „Ich werde in jedem Training Vollgas geben, um meinen Standpunkt klar zu untermauern, und der heißt, dass ich im Frühjahr wieder im Tor stehen will“, beteuerte der Deutsche.

Sollte das Stammleiberl verlorengehen, ist Tremmels Abschied aus der Mozartstadt nur eine Frage der Zeit. „Dann würde ich meinen Vertrag, der im Sommer ausläuft, nicht mehr verlängern. Wenn ich nicht mehr spiele, macht das keinen Sinn.“ Gustafsson unterschrieb vor einer Woche einen neuen Kontrakt bis 2014. „Wir wollen damit unser großes Vertrauen in den Spieler, aber auch in den Menschen Eddie Gustafsson unter Beweis stellen“, sagte Red-Bull-Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

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