Klose jagt „Bomber“ Gerd Müller
Der deutsche Nationalspieler Miroslav Klose durchwandert auch im neuen Jahr ein Wellental der Gefühle. Während der 32-jährige Goalgetter bei Bayern nur auf der Bank sitzt, produziert Klose im DFB-Dress Tore am Fließband. Beim 1:1 gegen Italien erzielte der Stürmer im 106. Länderspiel sein 59. Tor. Nun fehlen ihm nur noch neun zum Rekord von „Bomber“ Gerd Müller (68).
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Klose durfte sich am Mittwochabend in Dortmund als ein Gewinner des Testspiels fühlen, auch wenn er das selbst nicht sagte. „Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein, aber wir wissen schon, dass wir besser spielen können“, sagte der Bayern-Spieler, der unter DFB-Teamchef Joachim Löw die unumstrittene Nummer eins im Angriff ist.
Bei jedem seiner fünf Länderspiele seit der WM in Südafrika hat „Bomber“ Klose mindestens einmal getroffen - insgesamt siebenmal. „Wenn es ans Eingemachte geht, ist er in Form“, weiß Löw. „Er hat ein gutes Gespür, was seine eigene Form betrifft. Er arbeitet stark an seinen körperlichen Fähigkeiten. Wenn die stimmen, kann Miro auch mit weniger Spielpraxis umgehen.“
Ersten Sieg seit 16 Jahren verpasst
Getrauert wurde beim DFB-Team um den vergebenen Sieg gegen Italien - es wäre der erste seit 16 Jahren gewesen. Einmal mehr hatte in einem Testspiel jene letzte Konsequenz gefehlt, welche die deutsche Mannschaft in Punktspielen auszeichnet. „In der zweiten Hälfte haben wir es auch ein bisschen versäumt, so viel zu investieren, dass wir das 2:0 machen“, sagte Löw.
Der ehemalige Innsbruck- und Austria-Trainer hatte aber auch persönlich die letzte Konsequenz für den Erfolg vermissen lassen, denn er wechselte Leistungsträger wie Kapitän Philipp Lahm und Klose in der zweiten Hälfte aus. „Ein Grund ist der Spagat, dass man einige Wechsel macht“, erklärte Löw selbstkritisch: „Wenn man in einem Qualifikationsspiel 1:0 führt, nimmt man möglichst wenige Korrekturen vor. Aber ich wollte den einen oder anderen einfach sehen.“
Kampf ums Leiberl bei Bayern
Klose flog gleich nach dem Spiel mit seinen Bayern-Kollegen nach München zurück, wo er wieder in die Rolle des Reservisten schlüpfen wird müssen. Seit seinem Muskelfaserriss im Oktober beim Länderspiel in Kasachstan erhält Mario Gomez beim deutschen Rekordmeister seine Chance und ist nach 25 Pflichtspieltoren gesetzt.
Klose, dem bisher nur fünf Saisontreffer gelangen, muss weiter auf seine Chance warten. „Ich will wieder Stürmer Nummer eins werden“, hatte er vor dem Rückrundenstart kämpferisch angekündigt. Er wird die Entwicklung genau beobachten, zumal im Sommer sein Vertrag in München ausläuft. „Ich bin für alles offen und kann mir vieles vorstellen, einen Wechsel in der Bundesliga wie ins Ausland“, sagte er in der Winterpause.
Links: