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Vorwürfe gegen Westenthaler
Westenthaler soll 2003 kurz nach seinem vorübergehenden Ausstieg aus der Politik als Vorstand der Bundesliga für einen Nationalratsbeschluss lobbyiert haben, um eine Million Euro als Sonderförderung für die Jugend loszueisen. Tatsächlich sei die Million niemals für österreichische Fußballtalente gedacht gewesen, sondern ausschließlich zur Zahlung der Bundesliga-Schulden bei der Finanz, schreibt der „Kurier“.
Belastende Protokolle
Die Zeitung zitiert aus Protokollen, wonach der damalige zweite Geschäftsführer der Bundesliga, Thomas Kornhoff, Westenthaler belaste. Dem Finanzvorstand Kornhoff soll es bei der Sache „alles andere als wohl gewesen sein“, weshalb er sich vom Aufsichtsrat extra einen Persilschein ausstellen ließ.
Im Protokoll vom 18. Februar 2004 heißt es: „Der Aufsichtsrat beauftragt Herrn Kornhoff, im Innenverhältnis - ohne Prüfung des Inhalts - zu unterschreiben. Herr Kornhoff wird diesbezüglich bereits jetzt pauschal vom Aufsichtsrat entlastet. Das heißt, für den Inhalt und die Abwicklung dieser Rechtssache ist Ing. Westenthaler allein verantwortlich.“
Westenthaler: Geld „völlig korrekt“ eingesetzt
Westenthaler weist die Anschuldigungen zurück. Die Förderung sei „völlig korrekt, transparent und vielfach geprüft verlaufen“ und als Pauschalabgeltung der Aufwendungen der Bundesliga-Clubs für das Projekt „Challenge 2008“, also die Vorbereitung auf die EM 2008 etwa durch Förderung des Einsatzes junger heimischer Spieler in den Bundesliga-Mannschaften, mittels schriftlichen Vertrags vom ÖFB an die Bundesliga weitergeleitet und eingesetzt worden, ließ Westenthaler kürzlich in einer Aussendung wissen.
Auch der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser hat bereits dementiert, an der Abmachung direkt beteiligt gewesen zu sein. Alles sei „auf Beamtenebene“ abgelaufen. Der damalige Sportstaatssekretär Karl Schweitzer (BZÖ) wurde vor kurzem im „Kurier“ mit der Aussage zitiert, er habe sich geweigert, bei dem Deal mitzumachen. „Offensichtlich ist die Angelegenheit dann über Grasser gegangen“, sagte Schweitzer.
ÖFB kooperiert „in vollem Umfang“ mit Behörden
Der ÖFB bestätigte die Hausdurchsuchung in der Geschäftsstelle im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Laut einer Aussendung habe Thomas Hollerer, Leiter der Direktion Recht und Administration im Verband, den Beamten des Bundesamts zur Korruptionsbekämpfung unverzüglich und freiwillig sämtliche Unterlagen und Verträge zur Verfügung gestellt.
„Es ist für uns selbstverständlich, dass wir in vollem Umfang kooperieren und heute genauso wie auch zukünftig gegenüber den zuständigen Behörden volle Transparenz gewährleisten“, sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner. Der ÖFB habe bezüglich der der Bundesliga 2004 gewährten Sonderförderung nichts zu verbergen und alles korrekt abgewickelt. „Seitens der Österreichischen Bundesliga wurde uns zudem mehrfach zugesichert und schriftlich bestätigt, dass die in Rede stehenden Fördermittel widmungsgemäß verwendet wurden“, ergänzte Windtner.