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Historische Erfolgsbilanz ist möglich

Oslo empfängt ab Mittwoch zum fünften Mal die Nordische Ski-Elite zu einem Großereignis. Nach Olympia 1952 und den Weltmeisterschaften 1930, 1966 und 1982 gehen auf dem Holmenkollen bis zum 6. März die 48. Welttitelkämpfe in Szene. Das 24-köpfige ÖSV-Rekordaufgebot kann in 21 Entscheidungen das beste WM-Resultat von dreimal Gold und je einmal Silber und Bronze von Val di Fiemme 1991 übertreffen.

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Ausgezeichnete Chancen besitzen die Sparten des Sportlichen Leiters Ernst Vettori, Skispringen und Nordische Kombination. Die mit vier Saisonsiegern und Titelverteidiger Wolfgang Loitzl (Normalschanze) anreisenden Springer gehen viermal auf Medaillenjagd, zum dritten Mal nach Lahti (2001) und Oberstdorf (2005) werden Teammedaillen auf Groß- und Normalschanze vergeben.

Gregor Schlierenzauer, Martin Koch, Andreas Kofler und Thomas Morgenstern

APA/EPA/dpa/Uwe Zucchi

Die ÖSV-Adler - Favoriten in den Teambewerben auf Normal- und Großschanze

Angeführt von Weltcup-Sieger Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer gewannen die ÖSV-Adler 14 der 23 Einzelbewerbe und alle drei Teamkonkurrenzen der Saison. Wird die am Knie verletzte Daniela Iraschko, Saisonbeste bei den Damen, rechtzeitig fit, kommt noch ein fünfter WM-Hoffnungsbewerb für Österreich hinzu. Jacqueline Seifriedsberger hat mit Platz vier bei der WM-Generalprobe in Ramsau ebenfalls aufgezeigt.

Letzter großer Auftritt für Gottwald

Die Kombinierer sind in ihren vier Bewerben ebenfalls für das eine oder andere Edelmetall gut. Sie stellen in Felix Gottwald, Mario Stecher und David Kreiner drei Gewinner der Saison. Der 35-jährige Gottwald absolviert 18 Jahre nach seinem WM-Debüt (Falun 1993) sein letztes Großereignis. Der Salzburger mit Wohnsitz in Ramsau hat im Vorjahr Toni Sailer als Österreichs erfolgreichsten Olympioniken abgelöst (3-1-3) und könnte sich in Oslo weiterhin als eifrigster WM-Medaillensammler (1-2-5) der ÖSV-Nordischen etablieren. Loitzl hält bei sieben Stück (6-0-1).

Mario Stecher beim Langlaufen

GEPA/Oliver Lerch

Auch Routinier Mario Stecher will es in Oslo noch einmal wissen.

Ernst Vettori, der 1982 bei der WM in Oslo war, aber nicht im damals „silbernen“ Team stand, ist sich der hohen Erwartungen bewusst. „Wir wollen nicht tiefstapeln“, erklärte der frühere Holmenkollen-Sieger. „Nach der tollen Weltcup-Saison haben wir einiges vor. Wir wollen bei jeder Entscheidung ein Wörtchen mitreden“, erklärte Vettori.

Auf eine Medaillenzahl wollte er sich nicht festlegen. „Davon halte ich nicht viel. Wir nehmen die WM mit Ruhe und viel Engagement in Angriff.“ Planen könne man aber nur die eigene Vorbereitung, auf andere Faktoren habe man keinen Einfluss. „Vor allem in Oslo hängt viel von den Bedingungen ab, der Wind spielt dort immer wieder eine große Rolle“, erklärte der Olympiasieger von 1992.

Laufen für die Zukunft

Kleinere Brötchen müssen die ÖSV-Langläufer backen. In der „Wiege“ des Nordischen Skisports sind immerhin zehn Aktive vertreten. Jürgen Pinter ist nach einer vierjährigen Sperre als einziger Routinier noch dabei, zudem bekommen mehrere Debütanten eine Chance. Der Sportliche Leiter Markus Gandler setzt die Hoffnungen in den Herren-Sprint („Da ist vielleicht sogar ein Top-Ten-Platz möglich“), in dem Bernhard Tritscher ein ÖSV-Skating-Quartett anführen wird, und in Katerina Smutna im 10-km Bewerb im klassischen Stil. Sie sollte für ein Resultat in den ersten 15 gut sein.

Viel liegt Gandler am Antreten in einem Teambewerb (Team-Sprint klassisch oder Staffel). Bei der WM müsse man einfach vertreten sein, auch um den noch Jüngeren einen Ansporn zu geben. „Wir können nicht ständig im Kontinentalcup laufen, da müssen sie durch“, sagte er in Richtung der WM-Neulinge Markus Bader, Johannes Dürr, Thomas Grader, Aurelius Herburger und Max Hauke.

Arena für 30.000 Fans

Die Stadt Oslo hat rund 200 Millionen Euro investiert, um ihrem Ruf als Stätte besonderer Veranstaltungen gerecht zu werden. Die Schanzen auf dem Holmenkollen, einem Hügel nördlich der Hauptstadt mit tollem Ausblick auf Stadt und Fjord, wurden neu errichtet, die Loipen perfektioniert. Der im Vorjahr eröffnete Holmenkollen-Bakken (K 120/Hillsize 134 m), entworfen vom dänischen Architekten Julien de Smedt, ist ein modernes Wahrzeichen Oslos geworden.

Die Arena bietet 30.000 Zuschauern Platz. Wenige hundert Meter entfernt wurde die Normalschanze, der Midstubakken (K 95/Hillsize 106), gebaut. Die Stimmung bei der WM wird dank der skisportbegeisterten Norweger bestens sein, insgesamt werden zu den Bewerben mehr als 350.000 Fans erwartet.

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