Das „Erste Mal“ gegen Bayern München
Hannover 96 mit Innenverteidiger Emanuel Pogatetz hat am Samstag die Chance, den sowohl im Titelrennen als auch im Cup k. o. gegangenen Rekordmeister Bayern München endgültig ins Chaos zu stürzen. Im Duell zwischen Drittem und Viertem, in der Tabelle nur durch zwei Punkte getrennt, geht es auch um die Qualifikation für die Champions League.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Für Emanuel Pogatetz ist der Schlager eine Premiere, hat er es doch als Profi mit den Bayern noch nie zu tun gehabt. „Dass es um so viel geht, macht das Ganze noch schöner“, sagte der ÖFB-Teamspieler, der im Herbst in München (0:3) wegen einer Verletzung gefehlt hatte. Aber er weiß, wie die Gäste in Schach zu halten sind. „Wir müssen sie so weit wie möglich von unserem Tor fernhalten“, meinte der Defensivmann.
„Hätten 100.000 Karten verkaufen können“
Angst hat Pogatetz nur vor einem Blitztor der Bayern. „Dann können wir untergehen. Aber wir haben großes Selbstvertrauen und zu Hause nur drei Spiele verloren.“ Der Steirer, der bisher in 18 von 24 Runden im Einsatz war (zwölf Siege, zwei Remis, vier Niederlagen), warnte aber vor dem wankenden Riesen. Es komme normalerweise nicht vor, dass die Bayern drei Partien in Folge verlieren, sie hätten auch ihren Stolz.
Der Hype um die 96er hält jedenfalls unvermindert an. Die AWD-Arena wird mit fast 50.000 Zuschauern ausverkauft sein. „Wir hätten 100.000 Karten verkaufen können, und am Schwarzmarkt werden 1.000 Euro für eine Karte geboten“, erzählte Pogatetz, der am Donnerstag im Fanshop der Niedersachsen zwei Stunden lang rund 2.000 Autogrammwünsche erfüllen musste.
Nach Schlusspfiff mit Privatjet zum Torwandschießen
Nach dem Schlusspfiff wartet auf „Mad Dog“ ein weiterer Höhepunkt. Er ist Gast der ZDF-Sendung „Aktuelles Sportstudio“, die regelmäßig rund 2,5 Millionen Zuschauer vor die TV-Geräte lockt. „Das ist etwas ganz Besonderes. Irgendwie geht damit ein Jugendtraum in Erfüllung. Als ich klein war, habe ich schon davon geträumt, dort interviewt zu werden.“
Für das legendäre Torwandschießen hat sich der ÖFB-Legionär zwei Treffer vorgenommen - „rechts unten und links oben“. Der Sender lässt sich den Besuch einiges kosten. Nach dem Schlusspfiff fliegt Pogatetz mit seinen Eltern in einem Privatjet von Hannover nach Mainz und kehrt damit gegen 1.00 Uhr wieder zurück. „Ich hoffe schwer, dass meine Teamkollegen den Sieg noch feiern und ich dazustoßen werde.“
Bayern zum Siegen verdammt
Bayern-Coach Louis van Gaal sieht seine Mannen in Hannover zum Siegen verdammt. Er sei „einverstanden“ mit der Einschätzung, dass für den Rekordmeister in dieser Situation nur drei Punkte helfen, egal wie. „Es zählt allein das Resultat. Gewinnen wir, sind wir Dritter, und dann können wir unser Ziel wieder erreichen“, sagte der Niederländer, der weiß, dass es auch um seinen Job geht. Er könne damit leben und umgehen. „Ich finde es normal. Ich bin schon am Ende meiner Karriere.“
Der erste Verfolger von Tabellenführer Dortmund, Bayer Leverkusen, hat am Samstag ebenfalls ein Heimspiel (VfL Wolfsburg) auf dem Programm. Mit Schlusslicht Mönchengladbach (Martin Stranzl) gegen TSG 1899 Hoffenheim (Andreas Ibertsberger, David Alaba) kommt es zu einem Duell zweier Österreicher-Vereine. Der 1. FC Nürnberg (Rubin Okotie) empfängt den FC St. Pauli, der Vorletzte VfB Stuttgart (Martin Harnik) Vizemeister FC Schalke 04.
VfB-Trainer Bruno Labbadia hat in dieser Woche mit Raphael Holzhauser (18) von den Amateuren und Kevin Stöger (17) von der U19 zwei österreichische Mittelfeldspieler zur Sichtung mit den Profis mittrainieren lassen. Erst am Sonntag sind der Drittletzte 1. FC Kaiserslautern (Erwin Hoffer, Clemens Walch) auswärts gegen den HSV und der Viertletzte Werder Bremen (Sebastian Prödl, Marko Arnautovic) in Freiburg im Einsatz.
Dortmund strebt Titel entgegen
Borussia Dortmund strebt unterdessen weiter unaufhaltsam dem Gewinn des siebenten Meistertitels entgegen. Zum Auftakt des 25. Spieltags kam die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp am Freitagabend vor 80.700 Zuschauern gegen den 1. FC Köln zu einem knappen, aber ungefährdeten 1:0-Erfolg.
Roman Lewandowski erzielte in der 44. Minute im Signal Iduna Park den entscheidenden Treffer für die Dortmunder, die zahlreiche weitere Torchancen vergaben. „Das war eines der verdientesten 1:0 aller Zeiten“, meinte Klopp nach Schlusspfiff.
34. und letzte Runde
Samstag, 5. Mai: |
Dortmund |
Freiburg |
4:0 |
Köln |
Bayern München |
1:4 |
Bremen |
Schalke |
2:3 |
Mainz |
Mönchengladbach |
0:3 |
Nürnberg |
Leverkusen |
1:4 |
Stuttgart |
Wolfsburg |
3:2 |
Hannover |
Kaiserslautern |
2:1 |
Hertha BSC |
Hoffenheim |
3:1 |
Augsburg |
Hamburger SV |
1:0 |
Links: