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Der Austria-Schreck schlägt wieder zu

Ein goldenes Tor von Hamdi Salihi hat Rapid am Sonntag - wie schon bei der letzten Begegnung am 28. November - einen 1:0-Auswärtssieg gegen den Erzrivalen Austria beschert. Der Albaner entschied das Wiener Derby in der 72. Minute. Aufgrund der starken zweiten Hälfte der Grün-Weißen war der hart erkämpfte Erfolg auch keinesfalls unverdient.

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Die Austria hingegen hatte lange Zeit kein Kapital aus ihrer leichten spielerischen Überlegenheit schlagen können und büßte so die Tabellenspitze an Sturm Graz ein. Die Steirer sind vor den punktegleichen „Veilchen“ aufgrund mehr geschossener Treffer bei gleicher Tordifferenz neuer Leader. Rapid verkürzte den Rückstand auf die Spitze auf fünf Zähler. Dazwischen rangieren Salzburg und Ried mit lediglich drei Punkten Rückstand auf Sturm.

Spielszene Austria Wien gegen Rapid

ORF.at/Dominique Hammer

Die Rapidler feierten ihre neu erwachte Titelchance ausgelassen.

Verhaltener Beginn

„Wer sich etwas traut, der kann auch etwas gewinnen“, hatte Karl Daxbacher vor dem Anpfiff gesagt und damit seine offensiv ausgerichtete Startelf gemeint. Hinter den Spitzen Roland Linz und Nacer Barazite waren Thomas Jun und Zlatko Junuzovic für Sturm und Drang aus dem Mittelfeld vorgesehen. Statt des erkrankten Julian Baumgartlinger übernahm der junge Emir Dilaver den defensiven Part in der Austria-Zentrale. Der U21-Teamspieler hatte es vor seinem Derbydebüt auf ganze acht Bundesliga-Minuten gebracht.

Rund 1.000 Rapid-Fans, die den Spielbeginn mit bengalischen Feuern und Knallkörpern feierten, sahen durch den damit verursachten Nebel die erwartete 4-2-3-1-Anfangsformation mit Solospitze Hamdi Salihi. Den zuletzt angeschlagenen Jan Vennegoor of Hesselink hatte Trainer Peter Pacult als „Joker“ in den Kader genommen. Die Atmosphäre am Verteilerkreis knisterte also derbywürdig, das Match selbst kam aber nicht gleich in Schwung. Zu groß war auf beiden Seiten die Angst vor einem frühen Gegentor.

Stückwerk auf beiden Seiten

Zahlreiche Fouls und verbissen geführte Zweikämpfe prägten die erste halbe Stunde. Die zaghaften spielerischen Versuche reichten lediglich zu harmlosen Schüssen von Linz (4./direkt auf Rapid-Keeper Helge Payer), Junzovic (25./weit daneben) und auf der anderen Seite Steffen Hofmann (17./ebenfalls deutlich vorbei). Ein rüdes Einsteigen von Markus Katzer gegen Dilaver brachte dem Rapidler Gelb ein, aber noch immer keine Farbe ins Spiel. Erst als Junuzovic (32.) dem gut positionierten Payer eine reflexartige Fußabwehr abverlangte, riss es die Zuschauer erstmals vor Begeisterung von den Sitzen.

Die Austria hatte zwar mehr vom Spiel, für zwingende Aktionen bis in den Rapid-Strafraum reichte es aber zu selten. Die Grün-Weißen gingen keinerlei Risiko ein, Salihi hing vorne völlig in der Luft. Wie aus heiterem Himmel fiel dann drei Minuten vor Halbzeit dennoch fast der Führungstreffer für Rapid, Yasin Pehlivan verzog aus knapp 16 Metern nach schöner Einzelaktion nur knapp. Mit einem insgesamt nicht ungerechten 0:0 ging es in die Pause, und Stückwerk blieben die Bemühungen der Wiener Erzrivalen auch nach dem Seitenwechsel.

Spielszene Austria Wien gegen Rapid

ORF.at/Dominique Hammer

Pehlivan vergab für Rapid in Hälfte eins die große Chance zur Führung.

Salihi im zweiten Versuch

Der Begrüßungsnebel kam diesmal von beiden Fantribünen, auf dem Rasen wartete man aber weiter auf zündende Ideen. Austria-Legionär Jun (47.) zielte einmal aus aussichtsreicher Position weit über das Tor, dann rettete eine hauchdünne Abseitsentscheidung gegen Linz (53.) die tief stehende Rapid-Defensive. Ballbesitz und spielerische Überlegenheit sprachen zunehmend für die Austria, der seit dem 0:1 gegen Rapid im November ungeschlagene Spitzenreiter fand aber keinen Weg durch die massive Abwehr der Hütteldorfer.

Nach einer Stunde sollte es plötzlich unterhaltsamer werden - und das vor allem dank Rapid: Salihi (64.) hatte alleine vor dem Austria-Tor die Riesenchance auf die Führung, brachte aber das Kunststück zustande, den idealen Querpass von Hofmann zu verfehlen. Dann scheiterte Katzer (68.) mit einem Kopfball an Austria-Goalie Heinz Lindner. Und schließlich machte es Salihi besser, indem er einen Abpraller nach Kopfball von Mario Sonnleitner zum 1:0 (72.) über die Linie drückte. Hofmann hatte die Aktion mit einem hohen Freistoß in den Strafraum eingeleitet, Lindner den ersten Versuch von Sonnleitner aus kurzer Distanz nur zur Mitte abwehren können.

Spielszene Austria Wien gegen Rapid

ORF.at/Dominique Hammer

Salihi war abermals gegen die Austria im richtigen Moment zur Stelle.

Nachdem die Violetten den ersten Schock überwunden und einen gefährlichen Salihi-Schuss (78.) überstanden hatten, erwies sich Jun (79.) einmal mehr nicht als Vollstrecker. Der Tscheche tauchte nach einem Outeinwurf unbedrängt vor Payer auf, setzte den Ball aber aus etwa sieben Metern Entfernung über das Tor. Es sollte bis zum Schlusspfiff die beste Gelegenheit für die Austria bleiben. Rapid leistete sich im Finish keinen Schnitzer und brachte den zweiten Derby-Auswärtserfolg en suite sicher über die Zeit.

Harald Hofstetter, ORF.at

Tipp3-Bundesliga, 25. Runde

Sonntag:

Austria - Rapid 0:1 (0:0)

Generali Arena, 13.100 Zuschauer, SR Lechner

Tor: Salhi (72.)

Austria: Lindner - Klein, Margreitter, Ortlechner, Suttner - Jun (86. Koch), Junuzovic, Dilaver, Stankovic (65. Liendl) - Linz, Barazite (78. Tadic)

Rapid: Payer - Schimpelsberger (74. Patocka), Sonnleitner, Soma, Katzer - Pehlivan, Kulovits - Hofmann, Prokopic (62. Hinum), Drazan - Salihi (90. Trimmel)

Gelbe Karten: Suttner bzw. Katzer, Drazan, Sonnleitner

Die Besten: Dilaver, Stankovic bzw. Soma, Hofmann

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