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Sieben Jahre ohne Play-off-Derby

Kärnten liegt wieder im Derby-Fieber. Die beiden Erzrivalen KAC und VSV kämpfen ab Dienstag im direkten Duell um einen Platz im Finale der Erste Bank Eishockey Liga. Für die Fans im Süden geht damit eine lange Durststrecke zu Ende: Zuletzt stand man einander 2004 im Play-off gegenüber. Ein harter Kampf und viele Tore sind zu erwarten. Denn wenn der KAC auf den VSV trifft, geht es immer heiß her.

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Das erste Semifinal-Spiel am Dienstag in Klagenfurt ist das 285. Kärntner Gipfeltreffen. Schon der erste Schlagabtausch brachte eine trefferreiche Partie. Am 4. Jänner 1950 feierten die Klagenfurter einen klaren 7:2-Erfolg. Der KAC erzielte mit einem 16:0-Heimsieg (1960) auch den höchsten Derby-Sieg. Der höchste VSV-Erfolg datiert aus der jüngeren Vergangenheit: 1993 fegten die Villacher, ebenfalls zu Hause, den Erzrivalen mit 9:0 aus der Halle.

Bisher 13 Play-off-Duelle

Aber auch auswärts geizten beide Teams nicht mit Toren. 1980 demoralisierte der KAC mit einer 15:0-Packung die Zuseher in der Villacher Stadthalle. Der VSV revanchierte sich im Finale 1999 mit einem 9:3 - ein Sieg, der den Adlern nicht nur Genugtuung, sondern auch den vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte einbrachte.

Zum insgesamt 13-mal stehen einander KAC und VSV bisher im Play-off gegenüber, achtmal gewannen die „Rotjacken“, viermal die Adler. In einem Halbfinale stand der Schlager bisher sechsmal auf dem Programm - dort allerdings mit geteilter Bilanz. Dreimal stieg der KAC nach einer Derby-Serie ins Finale auf, dreimal durften sich die Adler aus Villach über den Endspieleinzug freuen.

Gert Prohaska (VSV) und Philippe Horsky (KAC)

GEPA/Mathias Kniepeiss

Seit 2004 mussten die Kärntner Fans auf ein Play-off-Derby warten.

Dass der alte Spruch von den eigenen Regeln eines Derbys im Play-off besonders zutrifft, mussten beide Kärntner Clubs in der Vergangenheit bereits mehrfach am eigenen Leib erfahren. In der Saison 1990/1991 etwa wurde der VSV als Zweiter des Grunddurchgangs seiner Favoritenrolle gegen die nur fünftplatzierten Klagenfurter bei weitem nicht gerecht. Sowohl im Viertelfinale als auch im Finale – der VSV buchte via Hoffnungsrunde seinen Platz im Semifinale und im Endspiel – hatte jeweils der KAC das bessere Ende auf seiner Seite.

Schullers Sternstunde

Auch das bisher letzte Match der beiden Erzrivalen in einem Play-off-Spiel endete mit einem Sieg der Klagenfurter – und das dank eines Steirers. David Schuller entschied in der Verlängerung der damaligen „Best of five“-Finalserie der Saison 2004/2005 mit einem sehenswerten Solo die Meisterschaft zugunsten des KAC und fixierte den 29. Meistertitel.

„Es war surreal, aber an so etwas erinnert man sich natürlich immer“, meinte der heute 30-Jährige im Rückblick auf sein vielleicht wichtigstes Tor. Der gebürtige Kapfenberger war auch heuer bisher ein wichtiger Mosaikstein im Erfolg der „Rotjacken“. Mit 13 Toren und 34 Assists ist Schuller bisher der zweitbeste KAC-Scorer hinter Kirk Furey, der vor dem Semifinale bei neun Toren und 39 Vorlagen hält.

Wirkt der Stewart-Faktor?

Heuer gehen die Klagenfurter nicht nur wegen Platz eins im Grunddurchgang als Favoriten in die Serie. In den bisherigen sechs Saisonduellen hatten die „Rotjacken“ viermal die Nase vorne. Doch zuletzt agierten beide Teams mehr oder weniger im Gleichschritt. Der KAC warf im Viertelfinale Zagreb ebenso mit 4:1 aus dem Bewerb wie die Villacher die Black Wings aus Linz. „Wir sind bereit und freuen uns auf das Duell. Wir sind leichter Favorit, aber wir haben Respekt vor Villach“, so KAC-Trainer Emanuel Viveiros.

VSV-Trainer Mike Stewart

GEPA/Felix Roittner

Mit Trainer Mike Stewart kehrte der Erfolg zum VSV zurück.

Es darf daher mit einer engen Serie gerechnet werden. Denn während der KAC den Grunddurchgang in dieser Saison über weite Strecken dominierte und die Form auch ins Viertelfinale gegen Zagreb rettete, kam der VSV gerade rechtzeitig wieder in Schwung. Der Trainerwechsel von Johan Strömwall zum ehemaligen Verteidiger Mike Stewart machte sich für die Villacher bezahlt.

Unter dem Austro-Kanadier feierte der VSV in zwölf Spielen acht Siege und nur vier Niederlagen – zwei davon erst nach Verlängerung. Auch das bisher einzige Derby unter Stewart konnte der VSV für sich entscheiden. Am 18. Februar bezwangen die Villacher die Klagenfurter zu Hause klar mit 6:1. Dennoch gibt sich Stewart vor dem ersten Semifinal-Duell beim KAC vorsichtig. Allzu gut weiß er aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, in Klagenfurt zu bestehen. „Unser Augenmerk liegt auf der Defensive, außerdem wollen wir die ‚Rotjacken‘ mit einem guten Forechecking unter Druck setzen“, sagte der 38-Jährige..

KAC selbstbewusst

Bei den Klagenfurtern setzt man vor allem auf das Selbstvertrauen nach einem starken Grunddurchgang. Mit zehn Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger Salzburg sicherte sich der Rekordmeister die Spitzenposition in der Tabelle und schrieb mit seiner Siegesserie von 17 Erfolgen im ersten Drittel der Saison die Geschichtsbücher der heimischen Liga neu.

Hauptgrund für den Erfolgslauf der „Rotjacken“: Anders als in der Vorsaison blieben die Klagenfurter diesmal von Verletzungen weitgehend verschont. Das System von Trainer Viveiros erlitt dadurch keinen Schaden und funktionierte nach Wunsch. „Wenn wir unsere Leistung bringen, sind wir als Mannschaft schwer zu schlagen“, sagte Routinier Dieter Kalt. Ein Umstand, an dem auch der VSV wieder zerbrechen soll - wären da nicht die eigenen Derby-Gesetze.

Karl Huber, ORF.at

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