Themenüberblick

Traum oder Alptraum?

Auf Valentino Rossi wartet in der am Sonntag mit einem Flutlichtrennen in Katar beginnenden WM 2011 eine ganz besondere Herausforderung. Der neunfache Weltmeister verließ Yamaha nach der vergangenen Saison in Richtung Ducati und sorgte damit bei seinen italienischen Landsleuten für Verzückung, aber auch für viel Diskussionsstoff.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Die Tifosi bejubeln die Partnerschaft des Superstars mit der traditionsreichen italienischen Marke als Traumduo. Doch diese Paarung könnte sich schon bald als Trauma erweisen, denn auch Rossi scheint wie viele seiner Vorgänger massive Probleme mit der „Unbändigen“ zu haben.

Bei den Tests weit zurück

Bei den letzten Testfahrten Anfang dieser Woche in Katar rangierte Rossi lediglich auf Platz 13 und hatte 1,3 Sekunden Rückstand auf Honda-Pilot Casey Stoner. Rossi sah das aber nicht so negativ: „Wir sind nicht so schlecht, wie es aussieht. Leider schmerzte meine verletzte Schulter wieder stark, so dass wir die weichen Reifen, mit denen sicher eine bessere Rundenzeit möglich gewesen wäre, gar nicht ausprobiert haben.“

Ducatifahrer Valentino Rossi (Italien) und Nicky Hayden (USA)

GEPA/Panoramic

Werden sich Rossis Gegner wieder warm anziehen müssen?

Ein glimpflich abgelaufener Sturz sorgt auch nicht gerade für Zuversicht. Die Ducati gilt als extrem störrisch, vor allem die Kontrolle des Vorderrads hatte bisher kaum ein Fahrer im Griff. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns, das Motorrad und ich“, weiß auch der 32-Jährige.

Lorenzo sieht sich als Außenseiter

Auch der amtierende MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo (Yamaha), der seine Startnummer 99 gegen die 1 tauschte, sieht sich nur als Außenseiter. Der Spanier drängte das Honda-Duo Stoner und Dani Pedrosa in die Favoritenrolle. Diese beiden haben auch bei den abschließenden Testfahrten in Katar klar das Tempo vorgegeben. Honda hat ein neues Getriebe entwickelt, mit dem Schaltvorgänge so schnell und ruckfrei möglich sind, dass pro Runde bis zu einer halben Sekunde eingespart werden sollen.

„Sie sind starke Piloten und haben das schnellste Motorrad“, sagte der 23-jährige Lorenzo, der sich selbst, Ben Spies (Yamaha), Marco Simoncelli (Honda) und Andrea Dovizioso (Honda) als erste Herausforderer bezeichnete. Bei der Einschätzung von „Dottore“ Rossi tut sich auch Lorenzo schwer. „Die Ducati ist nicht in bester Verfassung. Es wird möglicherweise die größte Herausforderung seiner Karriere“, erklärte Lorenzo, der in der vergangenen Saison mit 383 Punkten den Allzeitrekord Rossis (373) knacken konnte.

Links: