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Referees greifen zu wenig durch

In der Finalserie der Erste Bank Eishockey Liga ist nach dem 6:3-Sieg von Red Bull Salzburg im zweiten Spiel gegen den KAC wieder alles offen. Am Dienstag wird der nächste harte Kampf der beiden Finalisten erwartet. Für Salzburg-Trainer Pierre Page ging es bisher auch ohne schwere Fouls eine Spur zu brutal zu. Viele nicht geahndete Fouls stören den Spielfluss und das Vergnügen.

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Paul Schellander (KAC) und Michael Schiechl (EC RBS) im Zweikampf

GEPA/Wolfgang Jannach

Der Kampf um den Meistertitel wird mit harten Bandagen geführt.

„Das erste Spiel in Klagenfurt war schlimmer als früher Spiele in der East Coast Hockey League“, meinte der 62-jährige Kanadier nach dem Auftakt am Donnerstag mit Verweis auf die berüchtigte Juniorenliga in Nordamerika, in der mehr gerauft als gespielt wurde. Im ersten Spiel zogen seine Salzburger knapp mit 5:6 den Kürzeren - und das laut Page nur aufgrund der harten und schmutzigen Spielweise, die die Schiedsrichter zuließen. 108 fällige Strafminuten will der Coach gezählt haben, verteilt wurden insgesamt aber nur 18.

„Immer nur Haken“

„Wir wollen technisch gut und schnell spielen, aber nicht alle Spieler wollen das“, so Page. „Es gibt immer nur Haken oder den Stock in den Bauch. Wir müssen lernen, damit zurechtzukommen.“ Nicht zurecht kamen für den Salzburger Trainer bisher die Schiedsrichter. Und der ehemalige NHL-Coach bekommt Schützenhilfe aus den eigenen Reihen. Page: „Mein Assistent Rejo Ruotsalainen hat gemeint, das war die schlechteste Regelauslegung, die er je gesehen hat.“

Es ist eine Kritik an den Schiedsrichtern, die Page schon mehrmals geäußert hat. „Ich weiß nicht, warum wir das in unserer Liga wollen: zwei so gute Mannschaften und keine Regeln am Eis“, meinte der Kanadier bereits nach dem ersten Auswärtsspiel. „Daher waren meine Spieler auch so frustriert.“ Die Schuld am überharten Spiel gibt Page aber nicht den Referees alleine. „Viele Strafen sind das Problem der Spieler“, so Page. „Aber eine Polizei muss da sein. Es würde auch auf einer Autobahn nicht funktionieren, wenn es keine Polizei gibt.“

Salzburg braucht Auswärtssieg

Im dritten Spiel hofft der 62-Jährige daher auf ein resoluteres Auftreten der „Polizei“, damit seine Mannschaft ihre Stärken entfalten kann. Salzburg benötigt unbedingt einen Auswärtssieg. Denn wird die Serie in den Heimspielen entschieden, sitzt der KAC mit maximal vier Partien auf eigenem Eis auf dem längeren Ast. Daher fordert Page auch von seinen eigenen Spielern die nötige Disziplin: „Das erste Spiel in Klagenfurt war nicht normal. Wir sind eine gute Mannschaft und können auswärts viel besser sein. Wir müssen von Anfang bis zum Ende konzentriert sein.“

Schiedsrichter Wilhelm Schimm (GER) und Trainer Pierre Page (EC RBS)

GEPA/Wolfgang Jannach

Page ist mit den Entscheidungen der Schiedsrichter nicht immer einverstanden.

Beim KAC hält man sich in Sachen Schiedsrichterkritik zurück. Zu schwer wiegen die eigenen Probleme. In Salzburg standen Coach Emanuel Viveiros nur fünf Verteidiger zur Verfügung - zu wenig, um dem Salzburger Druck am Ende standzuhalten. Als Ausrede will man den geschwächten Kader jedoch nicht gelten lassen. „Die Situation können wir nicht ändern“, so Torhüter Andy Chiodo, „wir können nur das Beste daraus machen.“

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