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Im Namen des Gesetzes

Skispringer Andreas Kofler ist einer von vielen Topsportlern, die nach der sportlichen Karriere eine Karriere bei der Polizei anpeilen. Kofler tappt auf prominenten Spuren. Zahlreiche seiner Sportkollegen schaffen oder schufen sich ein zweites Standbein bei der Exekutive, die sich wie das Bundesheer um finanzielle Absicherung durch eine Berufsausbildung neben dem Sport bemüht.

Einige der prominentesten Polizisten im Spitzensport waren die Revierinspektoren Fritz Strobl, Alexandra Meissnitzer (Ski) und Weltklassebiathlet Christoph Sumann. Nur zum Inspektor brachte es bisher Slalom-Topstar Reinfried Herbst. Weiters zu nennen wären die früheren Weltcup-Skiläufer Christine Sponring und Armin Assinger, Markus Schiegl, der im Rodel-Doppelsitzer mit Cousin Tobias zweimal WM-Gold eroberte, und Ex-Eisschnellläufer Werner Jäger, der einzige Offizier unter den Sportpolizisten.

Dagegen erst in Ausbildung sind neben Kofler auch die Snowboarder Susanne Moll, Markus Schairer und Andreas Prommegger, die Biathleten Julian und Tobias Eberhard sowie Langläufer Martin Stockinger. Sie alle werden bzw. wurden seit 2007 in einem eigenen Spitzensportkurs im Bildungszentrum der Sicherheitsexekutive in Salzburg zu Polizisten ausgebildet. Der Lehrgang dauert vier Jahre und wird flexibel gestaltet, damit Training, Wettkämpfe und Unterricht vereinbart werden können.

„Nur Dienst und Training“

Nicht nur für Kofler bedeutete das Stress. Doch er wusste auch: Der aktuelle Aufwand ist eine sinnvolle Investition in seine Zukunft. „Als Sportler ist man finanziell einfach nicht gut abgesichert. Wer einmal nicht vorne dabei ist, verdient auch nichts mehr“, erklärte er, der dreifache Weltmeister und zweifache Olympiasieger im Teamspringen.

Das kann Strobl, der nun auch als Präsident der Österreichischen Kinderpolizei fungiert, nur unterstreichen. „Ich habe den Durchbruch erst geschafft, als ich bereits Polizist war, und weiß deshalb, wie angenehm es ist, eine soziale Absicherung abseits des Sports zu haben und, dass es nicht selbstverständlich ist, neben dem Sport auch eine gute Ausbildung zu erhalten.“

Inspektor Kofler hilft

Wobei Kofler in seiner späteren Funktion auf keinen Fall das Stereotyp des gnadenlos strengen Gesetzeshüters bedienen will. „Ich bin keiner, der abstrafen möchte.“ Vielmehr könne er sich gut vorstellen, bei der Alpinpolizei zu arbeiten und in Notfällen zu helfen. „Dann würde ich in Kontakt mit der Natur bleiben. Das würde mir gefallen“, sagte Kofler.

Definitiv entscheiden müsse er sich erst nach der Sportlerkarriere. Inspektor darf er sich schon jetzt nennen. Skisprung-Olympiasieger Thomas Morgenstern hingegen, der wegen seines Grundwehrdienstes vier Monate nach Kofler in die Karriere nach der Karriere gestartet war, hatte seine Ausbildung nach wenigen Wochen wieder abgebrochen, um eine Pilotenausbildung zu beginnen.

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