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Neue Medaillenchance für Österreich

Bei den Winterspielen 2014 im russischen Sotschi werden sechs neue Disziplinen vertreten sein. Neben Skihalfpipe, Mixedstaffel-Bewerb im Biathlon und Teambewerben in Rodeln und Eiskunstlaufen werden im Skispringen auch Damen erstmals um Medaillen kämpfen. So entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Mittwoch.

Die 15-köpfige IOC-Exekutive verhalf den Skispringerinnen damit nach fünf Jahren Wartezeit zu einem weiteren Meilenstein. Damit geht eine nervenaufreibende Zeit zu Ende. Bereits zweimal hatte ihnen das IOC aus „technischen Gründen“ den Olympiastart verwehrt. Die offizielle Begründung lautete damals: Es fehle die breite Basis, zudem seien die Leistungsunterschiede zu groß.

Klage wegen Diskriminierung

Selbst die folgende eine Klage wegen Diskriminierung vor dem Obersten Gerichtshof Kanadas wurde vor den Vancouver-Spielen 2010 abgelehnt. Das IOC wollte eine positive Entwicklung sehen. Diese hatten die Skispringerinnen heuer mit ihrer zweiten WM in Oslo offensichtlich erbracht. Weltmeisterin wurde dabei im dichten Nebel mit Daniela Iraschko eine Österreicherin. Setzt die Steirerin ihre Karriere bis dahin fort, so könnte sie in Sotschi als 30-Jährige ihr Olympiadebüt geben. Für Österreich bietet sich damit wohl eine weitere reelle Chance auf Edelmetall.

„Super, dass es nun geklappt hat“

Iraschko vernahm die Nachricht von der Aufnahme ihres Sports ins Olympia-Programm voller Freude. „Super, dass es nun geklappt hat. Unsere Sportart hat sich zuletzt wesentlich weiterentwickelt“, erklärte die 27-jährige Steirerin, die ihre Karriere jedenfalls bis 2014 fortsetzen will. „Jetzt gibt es wieder ein großes Ziel, ich wollte immer schon bei Olympischen Spielen dabei sein.“

ÖSV-Damen-Koordinator Gerald Daringer betonte, Damen-Skispringen habe wegen der nun vorhandenen Basis und Qualität seine Berechtigung als Olympia-Disziplin. „Die Perspektive für die Damen ist nun viel größer“, erklärte Daringer und erwartet, dass nun mehr Mädchen mit dem Skispringen beginnen.

Freude bei den Rodlern

Die Kunstbahn-Rodler, die 2014 ihr 50-jähriges Olympia-Jubiläum begehen, haben in Sotschi mit der bei Weltcup und WM erprobten Teamstaffel erstmals einen vierten Bewerb. ÖRV-Sportdirektor und ÖOC-Vorstandsmitglied Markus Prock sprach von einer „sehr positiven und wichtigen Entscheidung“. Doppel-Olympiasieger Andreas Linger bezeichnete die Teamstaffel, die von Athleten und Zuschauern gut aufgenommen worden sei, als „Bereicherung für die Winterspiele“.

Einige weitere Disziplinen, darunter der alpine Teambewerb sowie Slopestyle für Alpine und Snowboarder, stehen nach Angaben des IOC in den kommenden Monaten unter Beobachtung, erst dann werde eine Entscheidung über eine mögliche Aufnahme ins olympische Programm fallen. Nach weiteren technischen Studien will das IOC Ende Mai darüber entscheiden.

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