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Tiefschlag für Violett

Die Austria musste am Samstag im Kampf um den österreichischen Meistertitel einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen. Die zweitplatzierten Violetten kassierten in der 31. Runde der tipp3-Bundesliga auswärts gegen Magna Wiener Neustadt eine 2:4-Niederlage und liegen nun schon vier Punkte hinter Spitzenreiter Puntigamer Sturm Graz.

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Während die Niederösterreicher nach zuletzt drei Schlappen in Folge wieder punkteten, warten die Wiener schon seit fünf Pflichtspielen auf einen vollen Erfolg. Dabei schienen die Austrianer die jüngsten Tiefschläge relativ gut weggesteckt zu haben, kamen sie doch zunächst zu den besseren Chancen. Ein Drehschuss von Roland Linz ging genau auf Goalie Saso Fornezzi (2.), ein Marko-Stankovic-Schuss flog über die Querlatte (13.) und ein Kopfball von Nacer Barazite verfehlte nur knapp das Tor (15.).

Eklatante Abwehrschwächen bei der Austria

Logische Folge der vorläufigen Überlegenheit war die Führung durch Stankovic, der nach einem Querpass von Michael Liendl und einem misslungenen Schussversuch von Linz abstaubte (17.). Vier Minuten später jedoch wurden erstmals in der Partie jene eklatante Abwehrschwächen der Austria sichtbar, die schließlich zur Niederlage führen sollten. Markus Suttner verlor den Ball an Mirnel Sadovic, der Guido Burgstaller einsetzte. Der künftige Rapidler legte für Hannes Aigner ab und der Goalgetter schoss souverän zum Ausgleich ein.

Bis zur Pause hielten sich die Spielanteile noch die Waage - die Gastgeber kamen ihrem zweiten Treffer bei einem Burgstaller-Schuss nahe (39.), die Austria hatte bei einem Lattenknaller von Liendl Pech (35.). Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie vor allem aufgrund vieler Konzentrationsschwächen der Wiener zugunsten von Wiener Neustadt.

Schnelles Tor nach der Pause leitet Sieg ein

Die Mannschaft von Trainer Peter Schöttel benötigte nach dem Wiederanpfiff nur wenige Sekunden, um durch einen sehenswerten Aigner-Kopfball nach Flanke von Andreas Schicker in Führung zu gehen. In der 54. Minute schloss Simkovic einen Konter über Burgstaller zum 3:1 ab, zwölf Minuten später sorgte Grünwald mit einem trockenen Schuss nach neuerlicher Konfusion in der Austria-Defensive für die Entscheidung.

Die Gäste rafften sich danach zwar noch einmal auf, mehr als der Anschlusstreffer durch einen Kopfball des eingewechselten Tadic (72.) gelang aber nicht mehr. Linz hätte es in der 80. Minute noch einmal spannend machen können, sein Kopfball ging jedoch ans Außennetz.

Stimmen zum Spiel

Peter Schöttel (Wiener-Neustadt-Trainer): „Die Mannschaft hat heute bewiesen, was sie drauf hat. Natürlich war der Spielverlauf auch auf unserer Seite, wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Die Jungen in der Innenverteidigung haben eine bärenstarke Partie abgeliefert. Ich glaube nicht, dass ich viel anders gemacht habe als vor zwei Wochen gegen Ried, und da waren wir ganz schlecht. Vielleicht war es gut, dass ich alle habe spielen lassen, die mit der Austria kokettieren. Für uns ist das ein Riesenerfolg, auch wenn wir wissen, dass wir in der einen oder anderen Phase Glück gehabt haben.“

Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "Die Enttäuschung ist riesengroß. Wir haben in der ersten Hälfte so gut wie schon länger nicht gespielt. Aber seit dem Kapfenberg-Spiel machen wir sehr viele Abspielfehler, da kann keine Mannschaft erfolgreich spielen. Man kann den Spielern nicht vorwerfen, dass sie nicht gekämpft haben, aber die Eigenfehler ruinieren unser Spiel. Wir waren heute nicht verunsichert, aber wenn in der Vorwärtsbewegung ein Fehler passiert, der einen Total-Konter ermöglicht, wird es schwierig.

Denken kann man noch immer an den Titel, aber wir sollten jetzt aber einmal versuchen, wieder zu gewinnen. Im Moment spielt sehr viel gegen uns. Vom Kopf her waren wir stark, wir haben im Großen und Ganzen Selbstvertrauen gezeigt. Durch die Fehler machen wir uns das Leben aber so schwer, dass aller Wille ins Leere geht. Wir sind zum Titelfavoriten gemacht worden, nachdem wir im Frühjahr eine Serie hingelegt hatten, das war mir persönlich nicht so recht. Ich glaube noch immer, dass wir einen Europacup-Platz erreichen können, das war vor Saisonbeginn auch unser Ziel. Der zweite Treffer war kurios, da waren beim Anstoß schon zwei Wiener Neustädter weit in unserer Hälfte."

Thomas Parits (Austria-Sportvorstand): „Die Enttäuschung ist riesig. Wir haben vier Tore bekommen, die nicht notwendig waren. Wir hatten unsere Chancen, haben diese aber nicht genutzt und dann den Gegner stark gemacht. Das Formtief ist nicht zu übersehen. Der dritte Platz muss das Minimalziel sein. Der Titel ist weg. Daxbacher steht natürlich nicht zur Diskussion. Ich verstehe die Fans, sie sind enttäuscht so wie wir alle.“

Tipp3-Bundesliga, 31. Runde

Samstag:

Wiener Neustadt - Austria 4:2 (1:1)

Stadion Wr. Neustadt, 4.200 Zuschauer, SR Drachta

Torfolge:
0:1 Stankovic (17.)
1:1 Aigner (21.)
2:1 Aigner (46.)
3:1 Simkovic (54.)
4:1 Grünwald (66.)
4:2 Tadic (72.)

Wr. Neustadt: Fornezzi - Thonhofer, Maak, Kral, A. Schicker - Madl, Grünwald - Sadovic (81./Klapf), G. Burgstaller (74./Stanislaw), Simkovic - Aigner (87./Salkic)

Austria: Lindner - Klein, Margreitter, Ortlechner, Suttner - Stankovic (59./Tadic), Junuzovic, Baumgartlinger, Liendl - Barazite (68./Koch) - Linz

Gelbe Karten: Aigner bzw. keine

Die Besten: Aigner, Grünwald, Burgstaller bzw. Liendl, Baumgartlinger

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