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„Bedanke mich für das Vertrauen“

Peter Pacult wird ab der kommenden Saison Trainer beim deutschen Regionalligisten RasenBallsport (RB) Leipzig. Nach längerem Hin und Her bestätigte der vom Salzburger Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz gesponserte Club am späten Mittwochabend die Verpflichtung des 51-jährigen Wieners, der von Rapid wegen Vertrauensbruchs fristlos entlassen worden war.

Pacult, der Kontakte zu Leipzig stets dementiert hatte, erhält einen Zweijahresvertrag und tritt die Nachfolge von Tomas Oral an. Nach dem verpassten Aufstieg in die dritte Liga hatten sich Oral und die Vereinsführung Mitte April auf eine Trennung geeinigt. „Ich freue mich auf diese sportlich sehr interessante Aufgabe und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen“, sagte Pacult, der am Donnerstag in der Messestadt vorgestellt wurde. Er soll den Viertligisten neu beflügeln und die RasenBallsportler in Richtung Bundesliga führen.

Sportdirektor Linke geht

Nur eine Stunde zuvor hatte der Verein die Trennung von Sportdirektor Thomas Linke bekanntgegeben. Linke hatte aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt eingereicht, der Vertrag wurde in gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Linkes überraschender Abgang könnte mit der Verpflichtung Pacults zusammenhängen. Der frühere Bundesliga-Profi Linke soll sich Medienberichten zufolge dagegen ausgesprochen haben.

Peter Pacult

APA/Georg Hochmuth

Neue Herausforderung in Leipzig.

Nun soll Pacult mithelfen, den erst 2009 gegründeten Club in die erste Bundesliga zu bringen. Schon für heuer war eigentlich der Aufstieg in die dritte Liga angepeilt worden. Der ambitionierte Verein, der offiziell unter dem Namen RasenBallsport Leipzig firmiert, ist nur eines von mehreren Fußball-Projekten des Konzerns, zu denen auch Red Bull Salzburg und Red Bull New York gehören. Die „Red Bull Arena“ in Leipzig fasst rund 45.000 Zuschauer.

Rückkehr nach Deutschland

Schon seit längerem stand die Verpflichtung Pacults im Raum. Er hatte aber immer wieder erklärt, „dass an den Gerüchten zu einem möglichen Wechsel zu RB Leipzig absolut nichts dran“ sei. Am 10. April trennte sich der bisherige Arbeitgeber Rapid Wien von Pacult trotz eines bis 30. Juni 2012 datierten Vertrages. Als Grund gab der Club einen „massiven Vertrauensbruch“ an. Noch am vergangenen Samstag hatte Mateschitz zu Pacults kolportiertem Wechsel nach Leipzig gemeint: „Ich kenne in Leipzig die Buchmesse und andere Dinge.“ Aber diesbezüglich wisse er nichts.

Mit dem Engagement bei den aufstrebenden Leipzigern schließt Pacult an einen Teil seiner sportlichen Historie an. Schon als Spieler hatte er für 1860 München gekickt, bei den „Löwen“ später auch als Trainer (2001 bis 2003) gearbeitet. Unmittelbar vor seinem Rapid-Engagement 2006 betreute er zudem mehrere Monate Dynamo Dresden. Tom Stohn, sein Ex-Kotrainer in Dresden, soll auch in Leipzig sein Assistent werden. Offen ist, ob auch Konditionstrainer Christian Canestrini kommt. Noch dazu sollen die Ostdeutschen an der Verpflichtung von Rieds deutschem Torhüter Wolfgang Hesl interessiert sein.

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