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Enttäuschung und Ratlosigkeit

Zuerst eine 1:2-Auswärtsniederlage im Halbfinale des Cups, zehn Tage später nun dasselbe Resultat in der Meisterschaft. Ried avancierte in nur eineinhalb Wochen zum doppelten Sargnagel für Rapids Europacup-Träume. Erstmals seit fünf Jahren wird Österreichs Rekordmeister in der kommenden Saison international nicht vertreten sein.

Die Enttäuschung in Hütteldorf ist groß, doch bereits am Montag sollen mit der Präsentation der neuen sportlichen Leistung die Weichen für einen erfolgreichen Neustart gestellt werden. „Wir haben jetzt nach dem verpassten Europacup-Startplatz die Möglichkeit, uns neu aufzustellen, eine neue Philosophie zurechtzulegen. Misserfolge sind immer eine Chance auf einen Neustart. Diese werden wir sicher nützen“, betonte Interimscoach Zoran Barisic nach dem unglücklichen 1:2 in Ried.

Jetzt wartet Austria im Derby

Welche Rolle er bei diesem Neustart im Team um den neuen Trainer, der wohl Peter Schöttel heißen wird, einnehmen wird, wollte er vorerst nicht verraten. Nach drei Siegen in den ersten drei Pflichtspielen unter Barisic hatte der euphorische Rapid-Anhang noch Double-Träume, muss nun aber nach fünf sieglosen Partien en suite sogar ohne Europacup-Spiele 2011/12 auskommen. Ein stiller Protest war die erste Reaktion der rund 300 mitgereisten grün-weißen Fans in Ried.

Man darf gespannt sein, ob bzw. inwieweit sich dieser Ärger bis zum Derby-Heimspiel am Sonntag gegen den Erzrivalen und Titelkandidaten Austria Wien gelegt haben wird. Die Rapid-Spieler waren nach ihrer klaren, aber auch über weite Strecken harmlosen Dominanz in der Keine-Sorgen-Arena mit phasenweise mehr als 70 Prozent Ballbesitz ratlos.

Saison für Manager Kuhn „durchwachsen“

„Ich kann es mir nicht erklären. Wir haben es den Riedern bei den Gegentoren sehr leicht gemacht. Die Enttäuschung ist natürlich sehr, sehr groß. Es klappt in letzter Zeit einfach nicht so, wie wir uns das vorstellen“, lautete etwa der Kommentar von Stürmer Atdhe Nuhiu, der zum bereits vierten Mal in dieser Saison als „Joker“ ein Tor erzielte. Und beinahe wäre ihm in der Schlussminute noch der Ausgleich geglückt, hätte seinen Schuss nicht Teamkollege Markus Heikkinen abgeblockt.

Spieler von Rapid sitzen am Boden

GEPA/Felix Roittner

Rapid-Pressesprecher Sharif Shoukry in tröstender Funktion.

Es war eine bezeichnende Szene für die gesamte Rapid-Saison, die Manager Werner Kuhn am Sonntag als „durchwachsen“ bezeichnete. „Die Enttäuschung sitzt tief, denn wir haben gut gespielt, aber es hat wieder ein Hauch gefehlt. Es hat uns schon über die ganze Saison eine gewisse Beständigkeit gefehlt. Nach dem Wegfall der Europacup-Belastung, die zum schlechten Ligastart geführt hat, wollten wir im Frühjahr durchstarten, aber das ist uns nicht gelungen“, sagte Kuhn.

Und in der Endphase der Meisterschaft wäre es notwendig gewesen, konzentriert und fehlerlos zu spielen, wusste Kuhn, warum der angepeilte Europacup-Startplatz verpasst wurde. In finanzieller Hinsicht werde das aber keine negativen Auswirkungen haben, „denn der Europacup bedeutet nicht nur Mehreinnahmen, sondern auch Mehrausgaben“, so Kuhn.

Ried brennt auf Cupfinale

Ried darf dagegen nach dem zehnten Pflichtspiel ohne Niederlage in Serie weiter von Europa träumen. Doch dazu muss wohl das Cupfinale am 29. Mai in Wien gegen Austria Lustenau gewonnen werden. „Eine sehr gute, stabile Saison könnte mit Platz vier und ohne Cupsieg enden, das wäre sehr wehmütig“, weiß Ried-Erfolgscoach Paul Gludovatz, dass auch sein Team am Ende noch ins Tal der Tränen stürzen könnte. „Aber wenn wir so auftreten und kämpfen, können wir den Cup holen.“

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