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Spielabbruch wie erwartet strafbeglaubigt

Der Strafsenat der österreichischen Bundesliga hat am Montag das Wiener Derby wie erwartet mit einem 3:0 für die Austria strafverifiziert. Die Partie am Sonntag im Hanappi-Stadion war nach rund 26 Minuten beim Stand von 2:0 für die „Veilchen“ abgebrochen worden, weil Rapid-Fans auf den Platz gestürmt waren. Über weitere Sanktionen wie Geldstrafe und Platzsperre für Rapid wird am 1. Juni verhandelt.

Laut Manfred Luczensky, dem Vorsitzenden des Strafsenats (Senat 1), ist die Strafverifizierung rechtsgültig. Das hat zur Folge, dass die Austria vor der letzten Runde am Mittwoch zwei Punkte hinter Puntigamer Sturm Graz auf Platz zwei liegt. Rapid wiederum rutscht auf Rang sechs zurück. Die Hütteldorfer haben zwar eine bessere Tordifferenz als Wacker Innsbruck, werden aber aufgrund der Strafverifizierung automatisch hinter ein punktegleiches Team gereiht.

Austria-Spieler Roland Linz

GEPA/Christian Ort

Linz darf sein Tor behalten und führt in der Schützenliste mit 20 Teffern.

Treffer bleiben in Torschützenliste

Die Treffer von Roland Linz und Zlatko Junuzovic bleiben in der Torschützenliste berücksichtigt, was vor allem für Linz im Rennen um die Torjägerkrone von Bedeutung ist. Damit ist der Prozess der Spielbeglaubigung abgeschlossen, auf Rapid wartet noch ein gesondertes Strafverfahren. Die höchstmögliche Geldstrafe für die Grün-Weißen ist in den Statuten mit 50.000 Euro festgelegt, dazu wird wohl noch das eine oder andere Spiel hinter verschlossenen Türen kommen - mehr dazu in tvthek.ORF.at.

Im Titelfinish empfängt die Austria in der letzten Runde am Mittwoch Red Bull Salzburg, Sturm tritt daheim gegen Wacker Innsbruck an. Sollten die Grazer in dieser Partie nur ein 1:1 erreichen und die Austria gleichzeitig 2:0 gewinnen, würde ein in der österreichischen Fußball-Geschichte einmaliger Fall eintreten: Beide Titelanwärter wären dann völlig gleichauf, was Punkte, geschossene und erhaltene Tore, Siege und Auswärtssiege betrifft. Daher würde bei diesem Szenario das direkte Duell ausschlaggebend sein, und da hätte die Austria (Ergebnisse 2:0/a, 2:3/h, 2:2/h, 1:1/a) die Nase vorn.

Rapid will hart gegen Krawallmacher vorgehen

Bei Rapid will man unterdessen hart gegen die Krawallmacher vorgehen. Wie Präsident Rudolf Edlinger am Tag nach dem Skandalderby im Hanappi-Stadion erneut bestätigte, sollen jene „Fans“, die für den Spielabbruch gesorgt hatten, in der Hanappi-Arena auf Lebenszeit Stadionverbot erhalten - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Die Polizei sieht die Vereine unter Zugzwang und fordert ebenfalls Stadionverbote für gewaltbereite Fans. Für Gerhard Pürstl war der Sonntag ein „übler Tag für den Fußballsport an sich“ und für jene, die manche Fangruppen bisher verniedlicht hätten, so der Polizeipräsident im Interview mit „Wien heute“. Denn die primäre Verantwortung liege bei den Vereinen und Veranstaltern im Vorfeld. Diese müssten organisieren, dass während des Spiels alles ruhig verlaufe - mehr dazu in wien.ORF.at.

Polizisten im Hanappi-Stadion

GEPA/Walter Luger

Rund 400 Polizisten waren bei dem Abbruchspiel im Stadion im Einsatz.

Edlinger möchte ligaweite Stadionverbote

Mit Kooperationen mit den anderen Bundesligisten wollen die Hütteldorfer ihre Problemfans auch bei Auswärtsspielen von den Stadien fernhalten. „Hier treten die Hausrechte der einzelnen Vereine in Kraft, aber wir werden die Gespräche suchen, weil wir wirklich der Meinung sind, dass Personen, die hier ihrer Frustration, wodurch sie auch immer entsteht, freien Lauf lassen, nichts zu suchen haben“, so der Rapid-Boss auf der Vereinswebsite.

Die Clubphilosophie, dass die Anhänger Teil des Vereins sind, sei laut Edlinger von einer „Minderheit von Personen“ schamlos ausgenutzt worden: „Und daher werden wir massiv gegen diese Personen vorgehen.“ Das Maßnahmenpaket soll mit Beginn der neuen Saison in Kraft treten.

Der Schaden für Rapid sei für den Ex-Politiker nicht nur ein wirtschaftlicher. „Uns betrifft der Imageschaden viel mehr. Jahrelang haben wir versucht, diesen großen Verein mit seiner großen Tradition ordentlich zu führen, und dann wird das von einer Minderheit an sogenannten Fans binnen weniger Minuten zerstört“ - mehr dazu in noe.ORF.at.

Künftig Ausweiskontrolle im Hanappi-Stadion

Clubmanager Werner Kuhn gab am Montagabend in der ZIB2 erste Hinweise darauf, wie sich bei Rapid die Zusammenarbeit mit den Fans nach den Randalen verändern wird. Der 57-Jährige deutete an, dass es ab der kommenden Saison im Hanappi-Stadion eine Ausweispflicht und Abokarten nur noch mit Lichtbild geben werde.

Eine weitere Konsequenz wird wohl jenen Raum im Hanappi-Stadion betreffen, in dem die Fanclubs ihre Choreographien vorbereiteten und angeblich auch verbotenes Material wie Knallkörper lagerten. Diese Kammer wird den Anhängern wohl nicht mehr zur Verfügung gestellt, wie Kuhn erahnen ließ. „Hier haben wir einen Schritt zu viel gemacht“, erklärte der Manager.

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