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„Ein richtiger Profi gibt immer alles“

Das ÖFB-Nationalteam kämpft am Dienstag (20.30 Uhr, live in ORF eins) in der Grazer UPC-Arena gegen Lettland um die Bestätigung des zuletzt gegen Deutschland gezeigten Aufwärtstrends. Auch wenn es nur ein Testspiel gegen einen weit weniger prominenten Gegner ist, verspricht Teamchef Dietmar Constantini, dass seine Spieler vollen Einsatz zeigen werden, um die sechste Niederlage in Folge zu verhindern.

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„Ein Länderspiel hat immer eine Wertigkeit, speziell wenn viele Junge dabei sind. Alle sind topmotiviert und möchten dieses Spiel unbedingt gewinnen“, sagte der Tiroler. Die Einstellung des gesamten Kaders passe, daran ändere auch der vorzeitige Urlaubsantritt von Marc Janko und Paul Scharner nichts, so Constantini.

Fußball-Länderspiel

Dienstag, 20.30 Uhr (live in ORF eins)

Österreich - Lettland -:- (-:-)

Graz, UPC-Arena, SR Evans (WAL)

Mögliche Aufstellungen:

Österreich: Gratzei - Klein, Dibon, Ortlechner, Fuchs - Junuzovic, Kulovits, Baumgartlinger, Alaba - Harnik - Kienast

Lettland: Vanins - Krjauklis, Klava, Ivanovs, Gorkss - Visnakovs, Rafalskis, Lazdins, Cauna - Rudnevs, Pereplotkins

Respekt vor lettischem Pressing

Von den Qualitäten der Letten machte sich der Teamchef per Videostudium des 1:2 in der EM-Qualifikation im März in Israel ein Bild. „Das ist eine starke Mannschaft, die gutes Pressing spielt. Ich gehe davon aus, dass sie gegen uns gewinnen will. Wir müssen ein Mittel gegen ihr Pressing finden“, forderte der 56-Jährige.

Vom Lob für den starken Auftritt beim 1:2 am Freitag gegen Deutschland wollte Constantini nichts mehr hören. „Wir haben gegen die Deutschen eine gute Leistung geboten, aber deswegen sind wir nicht Weltklasse.“ Daher wies er auch die Favoritenrolle von seiner Mannschaft. „Es ist uninteressant, ob wir Außenseiter sind oder nicht. Einem richtigen Profi ist das egal, er gibt immer alles.“

Neuer Stürmer und neue Innenverteidiger

Wer diesmal die Chance bekommt, alles zu geben, ließ Constantini offen und deutete nur an, nicht viel am System vom Deutschland-Spiel ändern zu wollen. Dadurch stehen die Chancen von Stefan Kulovits gut, wieder im Zentrum an der Seite von Julian Baumgartlinger zu beginnen. Im Angriff könnte diesmal Roman Kienast agieren, Zlatko Junuzovic wäre eine Option für den rechten Flügel.

Stefan Kulovits und Christian Fuchs beim ÖFB-Training

GEPA/Christian Walgram

Kulovits dürfte ebenso wie Kapitän Fuchs wieder von Beginn an spielen.

Die Innenverteidigung wird nach den Ausfällen von Scharner und Emanuel Pogatetz wohl von Manuel Ortlechner und vom 20-jährigen Christopher Dibon von Bundesliga-Aufsteiger Admira gebildet werden, womit sich Christian Fuchs auf neue Nebenspieler in der Abwehr einstellen muss. „Im Nationalteam ist es öfters der Fall, dass es zu Umstellungen kommt. Damit muss man umgehen können“, sagte der Neo-Schalker.

Fuchs hält den Ball flach

Vor dem 0:2 im März in Wien gegen Belgien hatte Fuchs noch den Favoritenstatus für das ÖFB-Team eingefordert, diesmal lässt es der Kapitän ruhiger angehen. „Vielleicht kann der eine oder andere von uns mit der Favoritenrolle nicht umgehen, deswegen halten wir den Ball jetzt flach“, sagte der 25-Jährige.

Am Siegeswillen habe sich aber nichts geändert. „Gegen Belgien und die Türkei haben wir bei den Fans viel Rückhalt verspielt, doch gegen Deutschland wieder einiges gutgemacht. Da wäre es jetzt fatal, das Lettland-Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen. Wir müssen mit dem gleichen Engagement und Biss wie gegen Deutschland reingehen“, mahnte Fuchs.

Statistik spricht für Österreich

Die Statistik spricht klar für Österreich: In bisher sechs Duellen mit Lettland schauten bei je einer Niederlage und einem Remis gleich vier Siege heraus, das Torverhältnis lautet 15:7.

In der Qualifikation für die EM 1996 hatte die ÖFB-Auswahl gegen die Letten im März 1995 in Salzburg mit 5:0 gewonnen, fünf Monate später setzte es in Riga ein bitteres 2:3. In der darauffolgenden WM-Qualifikation bekamen es Toni Polster und Co. wieder mit den Balten zu tun, ließen sich von ihnen aber auf dem Weg zur WM 1998 in Frankreich nicht stoppen und siegten im November 1996 in Wien mit 2:1 und im Juni 1997 in Riga mit 3:1.

Toni Polster 1995 im ÖFB-Dress gegen zwei lettische Nationalspieler

APA

Toni Polster schoss in vier Spielen gegen Lettland von 1995 bis 1997 fünf Tore.

Das bisher letzte Match brachte am 9. Februar 2005 im Rahmen eines Vierländerturniers auf Zypern ein 1:1, das anschließende Elfmeterschießen um Platz drei gewannen die Letten mit 5:3. Die Partie wird vom ÖFB allerdings als Unentschieden gewertet.

EM-Teilnahme 2004 als Highlight

Das erste Duell zwischen Österreich und Lettland stieg bereits 1937. Damals gewann das ÖFB-Team in Wien mit 2:1 und erkämpfte damit einen WM-Startplatz, der nach dem „Anschluss“ an Deutschland nicht wahrgenommen wurde. Dennoch wurden die Letten, die von 1940 bis 1991 aufgrund der Annexion durch die Sowjetunion keine Länderspiele austrugen, von der FIFA nicht zur WM 1938 eingeladen und mussten so bis 2004 auf ihre erste und bisher einzige Turnierteilnahme warten.

Im Play-off für die EM 2004 in Portugal setzte sich der aktuelle Weltranglisten-77. (Österreich ist 74.) sensationell gegen den damaligen WM-Dritten Türkei mit 1:0 und 2:2 durch. Im ersten EM-Match gingen die Letten mit dem ehemaligen Austria- und Admira-Legionär Vitalijs Astafjevs als Kapitän gegen Tschechien mit einer 1:0-Führung in die Pause, verloren aber noch 1:2. Danach rangen sie Deutschland ein 0:0 ab und mussten sich den Niederlanden mit 0:3 geschlagen geben.

Wie damals sitzt auch in Graz Aleksandrs Starkovs auf der Betreuerbank. Der aktuelle Teamchef hatte die Balten zur EM 2004 geführt und ging danach zu Spartak Moskau und Skonto Riga, ehe er 2007 wieder die Nationalelf übernahm. Diesen Job übt er seit Jänner parallel zur Trainertätigkeit beim aserbaidschanischen Club FC Baku aus. Dem Team hat diese Doppelgleisigkeit offenbar nicht gutgetan. Durch die 1:2-Heimniederlage am Samstag in der EM-Qualifikation gegen Israel haben die Letten als Fünfter der Gruppe F mit nur vier Punkten aus sechs Spielen keine Chance mehr auf ein EM-Ticket 2012.

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