Deutschland droht „Super-GAU“
Mit 8.000 Fans in der ausverkauften Innsbrucker Olympiahalle im Rücken plant Österreichs Handball-Nationalteam am Mittwoch (20.15 Uhr, live in ORF Sport Plus) den nächsten Coup. Ein Sieg fehlt dem ÖHB-Team noch für die erfolgreiche EM-Qualifikation. Für Gegner Deutschland ist es indes ein Spiel der letzten Chance. Bei einer Pleite dürften sowohl das EM- als auch das Oympiaticket dahin sein.
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„Die Anspannung steigt natürlich. Besonders die mediale Berichterstattung in Deutschland war riesengroß“, sagte ÖHB-Kapitän Viktor Szylagyi gegenüber ORF.at. „Für Deutschland ist es ein Spiel der letzten Chance. Die Partie hat für sie eindeutig Endspielcharakter“, meinte der 32-jährige Flensburg-Legionär. Mit vollem Einsatz kann man dem „großen Bruder“ aber sicher auch ein zweites Mal Paroli bieten. „Ich verspreche, dass wir wieder 100 Prozent geben werden“, so Szylagyi.

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ÖHB-Kapitän Szylagyi verspricht Deutschland ein heißes Spiel.
Sensation im Hinspiel knapp verpasst
Im Hinspiel in Göppingen (26:26) war die ÖHB-Auswahl gegen den Weltmeister von 2007 immer in Führung gelegen und hatte den Sieg erst durch einen Gegentreffer sechs Sekunden vor Schluss verpasst. Die Gesamtbilanz gegen die Handball-Großmacht ist indes alles andere als positiv. In 43 Duellen (inklusive jener mit der DDR) gab es nur vier Siege und drei Remis. Unterschätzt wird Österreich aber nicht mehr.
„Deutschland hat sich unheimlich akribisch auf das Spiel vorbereitet“, so Szylagyi. „Sie dürfen sich auch keinen Fehler mehr erlauben.“ Das weiß auch Trainerlegende Heiner Brand, der in Innsbruck sein vorletztes Spiel auf der deutschen Betreuerbank absolvieren wird. „Die Österreicher werden uns sicher einen Kampf auf Augenhöhe bieten“, meinte der 58-Jährige. „Sollte es uns aber gelingen, die Leistung gegen Island (39:28-Heimsieg, Anm.) zu wiederholen, können wir für die EM planen.“
Was in Deutschland nach einer Niederlage los sein würde, kann sich Magdeburg-Legionär Robert Weber vorstellen. „Für Deutschland geht es gegen uns um alles“, erklärte der 25-Jährige. „Wenn sie verlieren, ist nicht nur die EM gelaufen, sondern auch die Olympiaqualifikation. Dann gäbe es für sie das nächste Großereignis erst 2013. Das wäre natürlich für den stärksten Handballmarkt der Welt ein Super-GAU.“
Innsbruck als guter Boden
Während der Druck also tonnenschwer auf dem DHB-Team lastet, kann Österreich befreit in den Showdown gegen Deutschland gehen. Die Stimmung in der ÖHB-Auswahl vor dem Spiel ist jedenfalls sehr gut, auch weil man an die Triumphstätte des bisher letzten Siegs über Deutschland (32:30 beim Vierländerturnier) zurückkehrt. „Hier haben wir immer ein gutes Gefühl. Wir fühlen uns in Tirol einfach wohl“, erklärte Szylagyi. „Alles ist ideal vorbereitet, und wir haben ein fantastisches Umfeld.“
Teamchef Magnus Andersson hatte die Mannschaft seit Samstag in der Nähe von Innsbruck kaserniert, am Sonntag stießen auch die Deutschland-Legionäre zum Team. „Es ist mein größtes Spiel als Trainer“, sagte der 45-Jährige, der als Aktiver mit Schweden mehrfacher Welt- und Europameister war. Ein besonderes Spiel sieht Andersson allerdings auch für die Deutschen. „Auch die Deutschen zollen uns Respekt, gehen nervös ins Spiel.“

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DHB-Teamchef Brand zieht nach der EM-Quali einen Schlussstrich.
David gegen Goliath war gestern
Dass es sich keineswegs mehr um ein Duell zwischen David und Goliath handelt, ist der in Bestbesetzung auflaufenden DHB-Auswahl nicht erst seit dem Hinspiel bewusst. „Österreich ist mittlerweile auf Augenhöhe mit uns. Wir stehen unter großem Druck, wir müssen gewinnen“, so Brand, dessen Team aus den letzten beiden Spielen drei Punkte für eine erfolgreiche EM-Qualifikation benötigt.
„Wir haben schon einen Schuss vor den Bug erhalten im Hinspiel. Ich habe damals schon vor der Stärke der Österreicher gewarnt, aber das scheint nicht in dem Maße angekommen zu sein“, sagte der DHB-Coach, der die vielen Legionäre in der deutschen Liga als Grund für den Aufschwung sieht. „Wir machen die anderen Nationen stark, das trifft auch auf Österreich zu. Es spielen viele Österreicher in der Bundesliga, und die haben sich dort entwickelt“, erklärte er.
Wolfgang Rieder, ORF.at
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