27-jähriger Lahm DFB-Senior in Baku
Nach der Rückkehr aus Aserbaidschan hat auch für Deutschlands Teamspieler die Sommerpause begonnen. Das Ticket für die EM 2012 in der Österreich-Gruppe ist für das nach sieben Partien makellose DFB-Team mit dem 3:1 in Baku „zu 98 Prozent“ gebucht, wie Bundestrainer Joachim Löw frohlockte. Es war eine „perfekte Saison“, resümierte auch Kapitän Philipp Lahm.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Als einsamer Tabellenführer der Gruppe A steht der WM-Dritte nach sieben Siegen in sieben Spielen als erstes Team vor dem Sprung zur Endrunde. „Das Quartier können wir mit Sicherheit buchen, da brennt nicht mehr viel an“, sagte Lahm, der im Tofik-Bachramow-Stadion mit 27 Jahren der Senior einer im Schnitt 23,45 Jahre jungen deutschen „Bubi-Elf“ war. Der Kapitän schaut schon einmal auf die in exakt einem Jahr beginnende EM: „Natürlich wollen wir um den Titel mitspielen.“
Ex-DFB-Teamchef Berti Vogts, dessen Team sich gegen den großen Favoriten achtbar geschlagen hatte, geriet ins Schwärmen über die „vielen jungen Top-Class-Spieler“, über die Deutschland verfüge. „Ich wünsche, dass sie den Titel holen in Polen und der Ukraine.“
Sieg ohne Glanzleistung
Gegen Aserbaidschan war es nicht mehr um einen Schönheitspreis gegangen. „Man hat gesehen, dass wir etwas müde waren. Aber wir haben trotzdem alles gegeben und gewonnen“, resümierte Mesut Özil, der das wichtige 1:0 erzielt (30.) hatte. Torjäger Mario Gomez (41.) und der eingewechselte Andre Schürrle (93.) erzielten die weiteren Tore für Deutschland.
„Es war klar, dass die Mannschaft nicht mehr diese Dynamik und manche Spieler nicht mehr diese Power hatten“, sagte Löw ob des mühsam erkämpften Erfolges nachsichtig. Acht Siege, drei Unentschieden und nur eine Niederlage in einem Test gegen Australien (1:2) - das Länderspieljahr nach der WM 2010 in Südafrika konnte sich sehen lassen.
Die zweite Jahreshälfte kann nun mit der nötigen Entspannung angegangen werden. „Wir können jetzt in das zweite Halbjahr gehen, ohne in der EM-Qualifikation unter großen Druck zu geraten. Das gibt mir die Möglichkeit, in den Qualispielen auch mal den einen oder anderen Spieler bei einer hitzigen Atmosphäre wie in der Türkei oder zu Hause gegen Belgien und Österreich zu sehen“, sagte Löw, der den Verjüngungsprozess weiter vorantreiben will.
„Abschließendes Gespräch“ mit Ballack
Teil davon ist auch eine Aussprache mit Michael Ballack, in der der Bundestrainer über die Zukunft des noch amtierenden DFB-Kapitäns Auskunft geben will. „Vereinbart war einfach, dass wir nach den Länderspielen ein Gespräch führen. Das wird jetzt zeitnah auch passieren“, kündigte Löw an. Es werde ein „abschließendes Gespräch“ sein, hatte der Coach eine klare Entscheidung in Aussicht gestellt. Der 34-jährige Ballack war nach Verletzungen seit den Frühjahr 2010 nicht mehr einberufen worden.
Links: