„Von Beginn an Vollgas“
Als David Alaba, Martin Harnik und Co. im ausverkauften Happel-Stadion gegen Deutschland gespielt haben, hat der ehemalige ÖFB-Kapitän Andreas Ivanschitz seine Akkus auf einer USA-Reise und bei einem Heimaturlaub im Burgenland aufgeladen. Mit Mainz 05 bereitet sich der 27-jährige Mittelfeldspieler seit letzter Woche auf seine dritte Saison in der deutschen Bundesliga vor - und es dürfte keine leichte werden.
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Im Disneyland Orlando, auf Capdiva Island und beim entscheidenden sechsten NBA-Finale zwischen Miami und Dallas erholte sich Ivanschitz von einem anstrengenden Spieljahr 2010/11, das Mainz überraschend auf Platz fünf beendet hatte. Der deutlich gestiegene Erwartungsdruck im Verein, die erstmalige Europa-League-Teilnahme mit dem FSV und der Kampf ums „Fixleiberl“ in der Elf von Trainer Thomas Tuchel werden dem Burgenländer wieder alles abverlangen.
Attraktives Vorbereitungsprogramm
Eigentlich will Ivanschitz daher „nicht nach jedem Länderspiel darüber nachdenken“, aber auch die Rückkehr in die Nationalmannschaft hat er noch lange nicht aufgegeben. „Dafür bin ich viel zu jung“, betont der von Dietmar Constantini ausgemusterte Legionär immer wieder. Seit Jänner, nachdem Mainz die letzte Rate an Panathinaikos Athen gezahlt hatte, gehört Ivanschitz dem FSV. Sein Vertrag läuft bis Sommer 2013, und die Latte liegt heuer nicht nur für ihn besonders hoch.

AP/Frank Augstein
Andreas Ivanschitz startet in seine dritte Saison mit Trainer Thomas Tuchel.
„Die haben wir uns selbst gelegt, daher müssen wir auch von Beginn an Vollgas geben“, brennt Ivanschitz auf den Saisonstart am 6. August gegen Leverkusen. Schon am 3. Juli wird die 35.000 Zuschauer fassende Coface-Arena in Mainz mit einem Spiel gegen eine Stadtauswahl eingeweiht, nach dem Trainingslager in Flachau (7. bis 15. Juli) trifft man im LigaTotal-Cup auf Meister Dortmund, Bayern München und den Hamburger SV. Und am 28. Juli geht es mit der Qualifikation zur Europa League los.
Schmerzliche Abgänge müssen ersetzt werden
Mit Bayer kehrt gleich zum Bundesliga-Auftakt der Ex-Publikumsliebling Andre Schürrle zurück nach Mainz. Der um zehn Millionen Euro verkaufte Shootingstar der vergangenen Saison muss von Tuchel ebenso ersetzt werden wie Torjäger Lewis Holtby (Schalke), Defensivmann Malik Fatih (Spartak Moskau) und Youngster Stefan Bell (Eintracht Frankfurt). Der Abgang von ÖFB-Legionär Fuchs zu Schalke wiegt auch nicht gerade leicht. „Das waren sehr wichtige Spieler für uns“, weiß Ivanschitz. „Ich bin aber überzeugt, dass wir uns gut verstärkt haben und die Abgänge kompensieren können.“
Sieben neue Spieler kamen bis Montag nach Mainz. Mit den beiden Stürmern Zoltan Stieber (von Alemannia Aachen) und Nicolai Müller (Greuther Fürth) sowie Yunus Malli (Mönchengladbach), Deniz Yilmaz (Bayern München) und Linksverteidiger Fabian Schönheim (Wiesbaden) standen fünf Neuzugänge schon am vergangenen Mittwoch auf dem Trainingsplatz. Der tschechische Teamverteidiger Zdenek Pospech (FC Kopenhagen) und Mittelstürmer Eric-Maxim Choupo-Moting (Hamburger SV) nehmen das Training wegen der Juni-Länderspiele erst später auf.
Tuchel für Ivanschitz ein „akribischer Arbeiter“
Im Gespräch ist bei Mainz auch noch die brasilianische Dortmund-Legende Dede. Ivanschitz ist sich daher bewusst, dass ein Stammplatz genauso umkämpft sein wird wie bisher. Auch weil Tuchel gerne rotiert und Spieler wie Ivanschitz auf verschiedenen Positionen zum Einsatz bringt. „Das ist interessant und ein Zeichen, dass der Trainer auch auf anderen Positionen auf mich vertraut“, hat der Österreicher kein Problem damit.
Umso weniger versteht Ivanschitz daher die Aussagen von ÖFB-Coach Constantini, wonach er nicht in sein System passen würde. „Ich weiß genau, dass ich der Nationalmannschaft helfen kann“, sagte Ivanschitz nach der neuerlichen Nichtberücksichtigung für die Spiele gegen Deutschland und Lettland. „Im System, das momentan gespielt wird, gibt es sicher Möglichkeiten für mich.“
Von seinem Clubtrainer Tuchel, der neben BVB-Meistermacher Jürgen Klopp und Neo-Bayer-Coach Robin Dutt zur aufstrebenden Generation in Deutschland gehört, zeigt sich der Mainz-„Ösi“ jedenfalls angetan. „Er ist immer noch ein Arbeiter und hundertprozentig dabei“, so Ivanschitz. „Er fordert Einsatz und Konzentration, bereitet uns akribisch auf die Gegner vor.“
„Fast alles mit dem Ball“
Seine Zeit im Nationalteam werde „hundertprozentig“ wieder kommen, bis dahin genießt für Ivanschitz die Arbeit unter Tuchel absolute Priorität. „Das Training ist extrem intensiv“, berichtete er über die ersten Tage des Aufbauprogramms. „Aber wir machen fast alles mit dem Ball und üben matchspezifische Sachen.“ Schließlich wollen Ivanschitz und Co. die mittlerweile erfolgsverwöhnten Mainzer Fans auch heuer wieder mit attraktivem Offensivfußball begeistern. Die Show der NBA-Superstars LeBron James (Miami) und Dirk Nowitzki (Dallas), für Ivanschitz „ein faszinierendes Spektakel“, geben dafür ein gutes Vorbild ab.
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