Mittendrin statt nur dabei: Teil II
Von 8. bis 16. Juli findet in Österreich die American-Football-Weltmeisterschaft in Graz, Innsbruck und Wien statt. Die Spiele Österreichs gegen Japan, Kanada und Frankreich in Graz werden live in ORF Sport Plus und als Livestream übertragen.
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Damit sich Football-„Rookies“ nicht wie im falschen Film vorkommen, liefert ORF.at ein Handbuch mit den wichtigsten Begriffen im American Football. Im Folgenden die Spielpositionen und der Strafenkatalog.

GEPA/Christian Ort
Der Quarterback ist die zentrale Figur im American Football.
Begriffe der Spielpositionen
Quarterback: Der Spielmacher und praktisch Kopf der Offense. In der Besprechung (Huddle) sagt er die Spielzüge an und entscheidet, den Ball zu werfen oder einem Runningback zu übergeben.
Runningback: Der Ballträger versucht, den Ball durch Laufspiel nach vorne zu tragen. Er ist dabei auf Blocks seiner Teamkollegen gegen die Verteidiger angewiesen.
Wide Receiver: Meistens große, schlanke und vor allem schnelle Spieler. Sie sind die bevorzugten Passempfänger der Quarterbacks und sollen nach dem Fang Raumgewinn erzielen oder im Idealfall den Ball in die Endzone tragen.
Special Teams: Diese Spieler sind ein wichtiger Mannschaftsteil und kommen nur in speziellen Situationen auf das Feld. Kicker und Punter sind bei den bereits erwähnten Situationen am Feld, die mit dem Fuß ausgeführt werden. Die Returner versuchen nach einem Punt oder Kick-off den Ball so weit wie möglich in die gegnerische Hälfte zurückzutragen.
Offensive Line: Die großen und schweren Blocker, die einerseits dem Quarterback Zeit für seine Pässe und Entscheidungen sowie andererseits dem Runningback Platz für seine Läufe schaffen sollen. Der mittlere Spieler der Offensive Line (Center) übergibt den Ball bei Beginn jedes Spielzugs an den Quarterback.
Defensive Line: Gegenspieler der Offensive Line, versuchen dem Ballträger im Zentrum keine Lücken zu lassen. Ziel ist es, einen Ballträger zu Fall zu bringen (Tackle).

GEPA/Hans Oberlaender
Cheerleader sorgen mit akrobatischen Einlagen für Kurzweil.
Linebacker: Der zweite Wall der Verteidigung, zumeist enorm athletische Spieler. Sie sind sowohl gegen den Lauf als auch gegen den Pass einsetzbar. Einer der zentralen Linebacker ist häufig der Kapitän der Defense.
Defensive Backs: Die Rückraumspieler der Verteidigung, die vor allem Passspielzüge verhindern sollen. Je nach Spielformation wird zwischen Cornerbacks und Safetys (eine Art Libero, wie früher im Fußball üblich) unterschieden.
Cheerleader: Die Gymnastikabteilung auf dem Spielfeldrand hat zwar keinen unmittelbaren Einfluss auf das Spielgeschehen, sorgt aber mit akrobatischen Tanzeinlagen während der Unterbrechungen bei den Zusehern für Kurzweil. Bei US-Collegemannschaften sind geschlechtlich gemischte Cheerleaderteams mittlerweile üblich. Hat sich in den letzten Jahren zu einer eigenen Sportart mit Leistungswettkämpfen entwickelt.
Begriffe im Strafenkatalog
Gelbe Flagge: Vergehen werden von den Referees mit gelben Flaggen angezeigt, die auf das Spielfeld geworfen werden. Verstöße werden mit Strafen geahndet, die üblicherweise Raumverlust zur Folge haben. Je nach Schwere des Vergehens fällt dieser unterschiedlich groß aus. Das Regelwerk ist allerdings äußerst komplex.
False Start / Offside: Bewegt sich die Offensive Line der angreifenden Mannschaft bereits vor der Eröffnung des Spielzugs (Snap), wird das False Start genannt. Dringt hingegen die Verteidigung zu früh in die neutrale Zone ein, liegt ein Offside vor. Die angreifende Mannschaft kann allerdings ihren Spielzug durchführen und danach entscheiden, ob es eine Strafe gibt oder nicht.

GEPA/Wolfgang Jannach
Sobald der Referee die Gelbe Flagge wirft, war etwas faul.
Delay of Game: Die angreifende Mannschaft hat 40 Sekunden Zeit, einen neuen Spielzug zu starten. Gelingt das nicht, liegt eine Spielverzögerung vor.
Face Mask: Der Gegner wird mit einem Griff in das Helmschutzgitter gestört. Fällt der Griff nur kurz aus, werden fünf Yards verhängt. Wird der Gegner allerdings zu Boden gerissen, fällt die Strafe aufgrund der großen Verletzungsgefahr weitaus empfindlicher aus.
Offensive Holding: Ein unerlaubtes Benutzen der Hände beim Blocken, also gegen Spieler, die nicht Ballträger sind, wird als Holding geahndet. Dazu gehört zum Beispiel das Ziehen oder Festhalten des Gegners an den Schulterpolstern.
Pass Interference: Weder Wide Receiver noch Verteidiger dürfen sich vor dem Fangen des Balles entscheidend behindern. Heikel ist das vor allem für die Defensive, denn bei einer Pass Interference wird an jener Stelle weitergespielt, wo das Vergehen stattfand.
Illegal Block in the Back: Attacken in den Rücken sind verboten. Ein Angriff von vorne unterhalb der Gürtellinie (Chop Block) wird ebenfalls geahndet.
Unsportsmanlike Conduct: Fairness wird im American Football großgeschrieben. Das Beschimpfen des Schiedsrichters oder Verhöhnen des Gegners wird als unsportliches Verhalten sofort mit empfindlichem Raumverlust (15 Yards) bestraft. Verstößt ein Spieler in einer Partie zweimal gegen diese Regel, wird er ausgeschlossen.
Unnecessary Roughness: Ist der Spielzug beendet, sind Attacken auf einen Spieler ein absolutes Tabu. Nach dem Pfiff des Schiedsrichters werden Tackles oder Hits als unnötige Härte gewertet (15 Yards).
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