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Jetlag und Klima als Herausforderungen

Die U20-WM in Kolumbien wird das österreichische Team nicht nur vor sportlich schwierige Aufgaben stellen. Jetlag, Hitze und extrem hohe Luftfeuchtigkeit sind körperliche und logistische Herausforderungen, die es bewältigen muss. Vor allem für die europäischen Mannschaften wird entscheidend sein, wie schnell und gut sie sich auf das Klima einstellen.

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ÖFB-Teamchef Andreas Heraf und Teammanager Walter Konir bereiten sich demenstprechend akribisch auf Herafs erste Endrunde als Trainer vor. 1998 war der Ex-Internationale im WM-Kader von Herbert Prohaska in Frankreich, nun rät er seinen jungen Spielern, das Erlebnis einer WM in vollen Zügen zu genießen. Dafür muss aber alles passen, und deshalb reist das Team am 23. Juli um 7.00 Uhr auch genau gebrieft nach Südamerika ab. Der Flug von Wien nach Kolumbien wird insgesamt 24 Stunden dauern.

Andreas Heraf mit Spielern

GEPA/Felix Roittner

Einsteigen, anschnallen, los - Heraf und Co „proben“ im Bundesheerhelikopter.

„Höllisch aufpassen“

Herafs Ziel ist es, dass alle Spieler und Betreuer „durchmachen“ und erst nach der Ankunft um Mitternacht (kolumbianischer Zeit) wieder schlafen. So soll der Jetlag schnell überwunden und Panama im Auftaktspiel am 29. Juli in der Hafenstadt Cartagena auch körperlich beherrscht werden. Da dort auch die dritte Gruppenpartie am 4. August gegen Ägypten stattfindet und die ÖFB-Auswahl dazwischen am 1. August im ebenfalls am Meer liegenden Baranquilla gegen Brasilien spielt, bleibt ihr zumindest die Höhenumstellung vorerst erspart.

Steigt man als Gruppenerster, -zweiter oder einer der vier besten Dritten auf, würde sich das mit den Austragungsstädten Bogota (2.600 Meter Seehöhe) oder Manizales (1.260 m) aber ändern. Immer gleich dürfte die drückende Hitze sein, Temperaturen deutlich über 30 Grad Celsius sind der Durchschnitt, die Luftfeuchtigkeit während der Spiele wird bis zu 90 Prozent betragen. Klimaanlagen in Gebäuden und Bussen sieht Heraf ebenfalls als großes Risiko für Verkühlungen und Krankheiten an. „Wir werden höllisch aufpassen“, kündigte er an.

Optimismus bei Ruttensteiner

Über die Gegner informiert sich der ÖFB-Trainer seit Wochen mittels zahlreicher DVDs. Und ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner strahlt nicht zuletzt wegen der umfangreichen Vorbereitung großen Optimismus aus. „Ich erwarte den Aufstieg. Und ab dem Achtelfinale sollten wir uns wie 2007 in Kanada von Spiel zu Spiel steigern“, erinnerte er sich noch einmal an die Heldentaten von Sebastian Prödl, Erwin „Jimmy“ Hoffer, Rubin Okotie und Co. vor vier Jahren. „Man sieht also, dass eine U20-WM ein gewaltiges Sprungbrett sein kann.“

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