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Verband stärkt Heraf den Rücken

Der ÖFB hat am Freitag in einer Aussendung den Aussagen von Ried-Trainer Paul Gludovatz in einem APA-Interview widersprochen, wonach sich U20-Teamtrainer Andreas Heraf zu wenig um die Abstellung von Leistungsträgern wie etwa David Alaba (Bayern München) und Aleksandar Dragovic (FC Basel) bemüht hätte.

„Aufgrund des mangelnden FIFA-Terminschutzes“ habe Heraf schon „seit langem“ den permanenten Kontakt mit den Clubs der U20-Teamspieler gepflegt. Die „harsche“ Kritik von Gludovatz, der 2007 mit der ÖFB-U20-Auswahl in Kanada für Furore sorgte und schließlich Vierter wurde, ist für den ÖFB nicht nur überraschend, sondern auch „überhaupt nicht nachvollziehbar“.

Ried-Trainer Paul Gludovatz

GEPA/Matthias Hauer

Ried-Trainer Paul Gludovatz

Windtner gegen „Ferndiagnose“

ÖFB-Präsident Leo Windtner hält die „Ferndiagnose“ von Gludovatz „für absolut entbehrlich und kontraproduktiv.“ Der heimische Fußballverband stärkt Heraf außerdem den Rücken. Der 43-jährige Wiener sei „ein akribischer wie nachhaltiger Arbeiter und ein intelligenter Trainer, der nicht umsonst den Sprung zur U-20-WM mit seinem Team geschafft hat, das er großteils selbst geformt hat“.

Heraf habe sich sehr für eine Abstellung der Spieler engagiert und in den letzten Monaten „Hunderte persönliche wie telefonische Gespräche mit den Verantwortlichen“ geführt. Der kritisierte Heraf weist die Anschuldigungen ebenfalls strikt zurück und wundert sich über die Aussagen des Ried-Trainers.

Falsches Zitat oder Unwahrheit?

„Diese Aussage kann nur ein falsches Zitat oder ein Missverständnis sein, ansonsten ist es einfach die Unwahrheit“, so Heraf in der ÖFB-Aussendung. Er habe vor der WM mehrmals bei Ried mit Gludovatz telefoniert.

„Es ist durchaus verständlich für mich, dass sich viele Clubs erst spät festlegen wollten oder konnten, da kaum jemand seine jeweilige Personalsituation - auch aufgrund möglicher Verletzungen oder ungeplanter Transfers - Monate vorher konkret prognostizieren kann", sagte Heraf.

Windtner: „Werden um jede Abstellung ringen“

Unabhängig davon hat sich Heraf bereits auf den 19. Kaderspieler festgelegt, es wird Innenverteidiger Lukas Rotpuller von der Wiener Austria sein. „Die Wiener Austria hat endgültig und verbindlich die Abstellung von Emir Dilaver fixiert, zudem kann und werde ich auf Lukas Rotpuller zurückgreifen“, sagte Heraf, der in diesem Zusammenhang den „Veilchen“ dankte.

Die letzten beiden Spieler des 21-Mann-Kaders für das Turnier in Kolumbien müssen bis zum 15. Juli nominiert werden. „Um jede noch mögliche Abstellung werden wir bis dahin noch ringen. Natürlich versuchen wir und auch ich persönlich bis zum letztmöglichen Zeitpunkt noch den einen oder anderen Meinungsumschwung zu erreichen“, sagte Windtner.

19-Mann-ÖFB-Kader für die U20-WM

Tor: Philip Petermann (SC/ESV Parndorf), Samuel Radlinger (Hannover 96), Christoph Riegler (SKN St. Pölten)

Abwehr: Emir Dilaver, Lukas Rotpuller (beide Austria Wien), Patrick Farkas (SV Mattersburg), Lukas Rath (Mattersburg), Michael Schimpelsberger (Rapid)

Mittelfeld: Robert Gucher (SV Kapfenberg), Kevin Stöger (VfB Stuttgart), Tobias Kainz (SC Heerenveen), Marco Meilinger (Red Bull Salzburg), Daniel Offenbacher (Salzburg), Marcel Ziegl (SV Ried)

Angriff: Marco Djuricin (Hertha BSC),Christian Klem (Sturm Graz), Daniel Schütz (Wacker Innsbruck), Andreas Weimann (Aston Villa), Robert Zulj (Ried)

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