Verbales Nachtreten
Nach dem hitzigen Finish einer enttäuschenden Bundesliga-Partie hat das Westderby zwischen Wacker Innsbruck und Red Bull Salzburg (0:1) eine unschöne Verlängerung erlebt. Spieler beider Mannschaften gingen nach dem Schlusspfiff aufeinander los, einige Zuschauer stürmten auf den Platz, und auch in den Kabinen war die Aufregung groß. Angebliche rassistische Beleidigungen ließen die Wogen hochgehen.
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Salzburg-Kapitän Eddie Gustafsson, der mit einem gehaltenen Elfmeter gegen den Wacker-Schützen Julius Perstaller in der Nachspielzeit zum Matchwinner avanciert war, erhob vor laufender Kamera schlimme Vorwürfe gegen Innsbruck-Verteidiger Georg Harding. Der Steirer habe den dunkelhäutigen Red-Bull-Stürmer Leonardo, mit dem er während des Spiels harte Zweikämpfe austrug, mehrmals rassistisch beleidigt. Laut Gustafsson soll Harding zum Brasilianer „Neger“ gesagt haben, was der Beschuldigte vehement bestritt.

APA/Robert Parigger
„Rudelbildung“ nach angeblichen rassistischen Beschimpfungen durch Georg Harding (zweiter von rechts) gegen den Salzburg-Brasilianer Leonardo.
Unter der Gürtellinie
„Das ist alles erstunken und erlogen“, wehrte sich Harding und verlangte von Gustafsson eine offizielle Entschuldigung. Diese blieb ebenso aus wie eine genaue Definition jener Beleidigung, die Wacker-Innenverteidiger Inaki Bea laut Salzburg-Mittelfeldspieler Simon Cziommer gegenüber Ibrahim Sekagya ausgesprochen haben soll. „Rassistische Aussagen haben auf dem Platz nichts zu suchen. Fairplay ist geboten im Sport. Mehr will ich dazu nicht sagen“, so Cziommer. Jedenfalls sei das der Grund dafür gewesen, dass Sekagya dem Spanier Bea in der Schlussphase die Faust in den Unterleib rammte.
Von Bea liegt noch keine Stellungnahme vor, dafür drehte der aufgrund der Vorwürfe erboste Harding mächtig auf. „Eine Frechheit, so etwas zu behaupten“, schäumte der Wacker-Profi. „Ich arbeite im Spiel mit allen Mitteln, aber Rassismus gehört ganz sicher nicht dazu.“ Da hatte sich Innsbrucks Sportdirektor Oliver Prudlo vorsorglich schon für die angebliche verbale Entgleisung bei den Salzburgern entschuldigt. „Wenn das wirklich so gewesen ist“, ergänzte er aber.
„Was glaubt der eigentlich, wer er ist?“
Leonardo, der gegen Harding noch dazu den letztlich entscheidenden Hands-Elfmeter herausgeholt hatte, brachte den schwer beschuldigten Defensivmann auch nach dem erbittert geführten Duell auf die Palme. „Was glaubt der eigentlich, wer er ist?“, wetterte Harding. „Hat dauernd die ‚Pfeifn‘ offen und schreit bei jeder Berührung. Das hat man deutlich gesehen. Wenn das so weitergeht, wird er bei uns noch viele Freunde finden. Dafür wird er bald die Rechnung präsentiert bekommen.“
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