Vorfreude auf das zweite Gruppenspiel
Nach dem unglücklichen 0:0 zum Auftakt gegen Panama wartet auf Österreichs U20-Nationalmannschaft im zweiten Spiel der WM-Gruppe E in Kolumbien ein ganz anderes Kaliber. In Barranquilla geht es in der Nacht auf Dienstag (3.00 MESZ, live ORF eins) gegen die Großmacht Brasilien, die allerdings mit einem enttäuschenden 1:1 gegen Ägypten in das Turnier gestartet ist.
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In der Heimatstadt von Kolumbiens Popstar Shakira dürfen sich die ÖFB-Talente im mit 46.000 Zuschauern ausverkauften Estadio Metropolitano Roberto Melendez auf ein einmaliges Erlebnis freuen. „Gegen die Brasilianer zu spielen wird geil, allein schon wenn man ihre Dressen sieht und die Atmosphäre im Stadion hernimmt“, freute sich Teamchef Andreas Heraf auf die Aufgabe gegen den vierfachen U20-Weltmeister.
Besonderer Gegner kein Hemmschuh
Als Hemmschuh für seine Kicker sieht Heraf den besonderen Gegner und das besondere Ambiente aber nicht. „Ich glaube nicht, dass ihnen die Nerven einen Streich spielen werden“, beteuerte der Teamchef, der vor dem namhaften Gegner, bei dem die Stars Neymar und Lucas in Kolumbien nicht mit von der Partie sind, keinen übermäßigen Respekt zeigt. „Wir werden unser Spiel nicht anders anlegen, nur weil es gegen Brasilien geht“, versprach Heraf.
U20-WM in Kolumbien Gruppe E
Dienstag, Beginn 3.00 Uhr/MESZ
Live in ORF eins und im Livestream
Österreich - Brasilien
Barranquilla, Estadio Metropolitano Roberto Melendez
Mögliche Aufstellung:
Österreich: Radlinger - Farkas, Schimpelsberger, Rath, Dilaver - Kainz, Offenbacher, Gucher - Klem, Weimann, Teigl
Ein Rezept, wie die Sensation gelingen könnte, hat der 43-jährige Ex-Internationale ebenfalls schon in der Schublade. „Wir dürfen hinten nichts zulassen, müssen in den Zweikämpfen energisch auftreten und sie nicht in Entfaltung kommen lassen. Bei denen hat jeder so eine spielerische Klasse, dass er im Alleingang einiges entscheiden könnte. Die wenigen Räume, die wir Panama gelassen haben, würde Brasilien anders ausnutzen“, warnte Heraf.
„Ein sehr schwieriges Spiel“
Die Spieler selbst haben sich von dem kräfteraubenden Auftakt gut erholt und die Enttäuschung über den verpassten Sieg gegen Panama verdaut. „Das wird ein sehr schwieriges Spiel, aber wir werden alles daransetzen, es zu gewinnen und unsere Chancen zu wahren“, erklärte Stürmer Andreas Weimann, der in der ersten Partie mit seiner Schnelligkeit zu den auffälligsten Akteuren im ÖFB-Dress gezählt hatte.
Der Aston-Villa-Legionär sieht vor allem im technischen Bereich Vorteile für den Gegner. „Da sind sie uns wahrscheinlich überlegen, aber wir werden uns per Videostudium auf den Gegner vorbereiten. Dann werden wir sicher eine gute Leistung zeigen“, ist Weimann, der seinen 20. Geburtstag am 5. August wohl gerne mit einem Aufstieg ins Achtelfinale feiern würde, überzeugt.
Auch Weimanns Teamkollege Emir Dilaver sieht in der Partie gegen Brasilien eine große Herausforderung, vor der allerdings keinesfalls gekniffen wird. „Der Gegner ist natürlich sehr stark. Das wird sicher schwer“, erklärte der Austrianer und ergänzte optimistisch: „Jedes Team beginnt die Partie mit einem Punkt, und wer weiß, vielleicht holen wir uns die drei Zähler.“
Heraf setzt auf Außenseiterrolle
Coach Heraf hätte es indes lieber gesehen, wenn die Brasilianer bereits ihr erstes Spiel gegen Ägypten souverän gewonnen und drei Punkte eingefahren hätten. So steht die „Selecao“ ebenfalls unter Druck. „Dieses 1:1 war für uns eher nicht optimal“, vermutete Heraf, gab aber auch zu: „Unser 0:0 war nicht gut, das ist das eigentlich Entscheidende.“
Trotz des Punkteverlusts spekuliert der Nationaltrainer damit, dass seine Mannschaft von Brasilien unterschätzt werden könnte. „Die Brasilianer sind eine Fußball-Großmacht. Vielleicht wissen einige von ihnen nicht einmal, wo Österreich liegt, oder glauben, das ist Australien. Man kann davon ausgehen, dass sie glauben, gegen uns zu gewinnen, auch wenn wir uns nicht darauf verlassen können.“
Niederlage wäre kein Beinbruch
Selbst wenn die Qualität des Gegners eine Niederlage zur Folge haben sollten, wäre für die Österreicher noch nichts verloren: Die rot-weiß-rote Auswahl könnte auch in der Nacht auf Freitag mit einem Sieg in Cartagena gegen Ägypten das Achtelfinal-Ticket lösen. Heraf stellt aber klar: „Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir eines der letzten zwei Spiele gewinnen, und da wollen wir gleich die erste Möglichkeit nützen“, kündigte der Wiener an.
Ob es im Vergleich zum ersten WM-Auftritt zu Änderungen kommt, ließ der Coach aber offen. „Der körperliche Aspekt wird wieder eine Rolle spielen“, meinte Heraf und wollte selbst dem gegen Panama souveränen Goalie Samuel Radlinger keinen Freibrief ausstellen: „Der, der gegen Panama gespielt hat, hat gut gespielt. Aber es kann auch sein, dass ein anderer spielt.“
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