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Entscheidung über Constantini im Herbst

Im WM-Spiel gegen Brasilien drückt Leo Windtner dem U20-Team in Kolumbien erstmals vor Ort die Daumen. Der ÖFB-Präsident, der auch am Donnerstag in Cartagena beim Match gegen Ägypten im Stadion sitzen wird, traf am Montag in Barranquilla ein. Die Anreise erfolgte über Rio de Janeiro, wo der Oberösterreicher gemeinsam mit Teamchef Dietmar Constantini die WM-Qualifikationsauslosung verfolgt hatte.

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Im Hinblick auf die Gruppe mit Deutschland, Schweden, Irland, den Färöern und Kasachstan erklärte Windtner die Schonzeit für das A-Nationalteam endgültig für beendet. Auch was die Zukunft von Teamchef Dietmar Constantini betrifft, fordert der 60-Jährige vom Tiroler klipp und klar Resultate. In einer WM-Qualifikationsgruppe, die für Windtner „nicht leicht“, aber auch bei weitem nicht die schlimmste der ursprünglich möglichen darstellt, ist Platz zwei die klare Vorgabe für das Team.

Die Zeit ist reif

„Es wird aller Voraussicht nach wieder ein Kampf um Platz zwei, weil Deutschland haushoher Favorit ist“, meinte der ÖFB-Präsident im Gespräch mit der APA in Kolumbien. „Die Latte liegt schon dort, dass wir den zweiten Platz ansteuern. Wir können nicht dauernd auf Ergebnisse warten, wir müssen sie auch einmal machen. Es gibt jetzt eine Reihe von Spielern, die im Team und im internationalen Bereich ihre Feuertaufe bestanden haben und sich zu Führungsspielern entwickeln. Daher muss geschafft werden, dass man nicht nur gut auftritt, sondern Erfolge hat.“

ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini mit Stefan Kulovits und David Alaba

GEPA/Christian Walgram

Didi Constantini muss mit dem Nationalteam in erster Linie Zählbares abliefern

Windtner betonte weiterhin die Bedeutung einer positiven Entwicklung im österreichischen Fußball. „Es ist toll, wenn wir jedes Jahr mehrere Spieler in ausländischen Ligen unterbringen und sofort wieder Toptalente nachbringen. Doch die Öffentlichkeit und die Fans erwarten auch Ergebnisse“, stellte der Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich klar. „Das Match gegen Deutschland war symptomatisch: Wir haben uns bestens dargestellt, aber das Resultat hat nicht gestimmt. Es ist eine zwingende Notwendigkeit, dass sich in Zukunft Resultate dazugesellen.“

Zukunft des Teamchefs „offen“

Was die Entwicklung im A-Team selbst angeht, räumte Windtner „gewaltige Rückschläge“ ein. „Besonders das Belgien-Match mit dem anschließenden Türkei-Spiel“, konkretisierte er. „Aber wir haben in den letzten beiden Spielen gegen Deutschland und Lettland gezeigt, dass wir grundsätzlich auf dem Weg sind.“ Die Antwort auf die Frage nach einer Vertragsverlängerung mit Constantini steht momentan trotzdem noch in den Sternen.

„Das Thema ist offen“, sagte Windtner dazu. „Wenn die Entwicklung im zweiten Länderspielhalbjahr auch resultatsmäßig klar nach oben zeigt, dann wird es wenig Diskussionen geben. Wenn die Entwicklung nach unten geht, wird’s auch keine Diskussionen geben. Wenn wir in dieser, sagen wir etwas abwechselnden Linie weiterfahren, dann wird man offen ausdiskutieren müssen, was die vernünftigste Lösung ist.“ Der Frage, ob Constantini das Potenzial der Nationalmannschaft voll ausreizt, wich der ÖFB-Chef vorerst aus.

Fortbildungswilligkeit gefragt

„Ich würde nicht Nein sagen. Tatsache ist aber, dass wir anschließen müssen, wo wir gegen Deutschland und Lettland aufgehört haben, und Konstanz entwickeln müssen“, meinte Windtner, der sich auf keinerlei Diskussionen über mögliche Nachfolger einlassen wollte. „Wir haben einen Teamchef mit einem Vertrag bis Jahresende.“ Junge Trainertypen wie etwa Thomas Tuchel bei Mainz würden aber die Entwicklung des Fußballs vorgeben. „Ich glaube, Constantini wird sich in diesem Umfeld umsehen und nicht nur im Bisherigen verharren, sondern schon schauen, wo die Entwicklung hingeht“, stellte Windtner indirekt eine Forderung an den Teamchef.

Fortbildungswilligkeit hält der ÖFB-Präsident für zwingend notwendig. „Das muss in jedem Job passieren. Man kann nicht im eigenen Saft braten, man muss schon immer wieder schauen, was auf der internationalen Bühne abgeht.“ Laut Windtner tendiere Constantini zumindest „in letzter Zeit“ verstärkt in diese Richtung. „Wir haben ja auch mit einem Franco Foda, Peter Schöttel oder Walter Kogler durchaus Trainer der neuesten Charakteristik. Die österreichische Trainerausbildung kann sich international absolut sehen lassen“, verwies Windtner auf Trainer wie Tuchel in Österreich.

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