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Gold und Startplatz bei British Open

Nach Silber für die Mannschaft bei der U18-Team-EM hat Manuel Trappel für den nächsten Riesenerfolg auf Amateurebene gesorgt. Der 21-jährige Vorarlberger wurde am Samstag in Schweden nach einem Play-off-Sieg über den Engländer Steven Brown als erster Österreicher Einzel-Europameister. Nach vier Runden waren die beiden Kontrahenten mit jeweils 278 Schlägen gleichauf gelegen.

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Trappel wird für seinen historischen Erfolg im Halmstad Golfclub - die erste EM-Medaille für Österreich war gleich Gold - mit einem Startplatz bei den British Open 2012 belohnt. Er ist der dritte Österreicher nach Markus Brier und Martin Wiegele, der beim wichtigsten Turnier Europas antritt. Kein Österreicher hatte zuvor bei einer der seit 1986 ausgetragenen Europameisterschaften einen Podestplatz geschafft. Briers vierten Rang von 1995 hatte Florian Prägant 2005 egalisiert.

Amateurgolfer Manuel Trappel

GEPA/Wolfgang Jannach

Manuel Trappel blickt in eine vielversprechende Golf-Zukunft

Auf den Spuren von Garcia und Co.

Der in Innsbruck lebende und Wirtschaftsrecht studierende Bregenzer, Sohn der ehemaligen Weltcup-Skirennläuferin Ingrid Eberle (1980 in Lake Placid Olympiadritte in der Kombi), krönte damit ein schon bisher höchst erfolgreiches Jahr. Im Juni hatte er die Nationalen offenen Meisterschaften gewonnen und dabei auch alle in Österreich tätigen Professionals geschlagen. Erst vergangene Woche musste er sich bei den Internationalen Österreichischen Amateur-Meisterschaften im GC Adamstal erst im Stechen geschlagen geben.

Aus Schweden nahm Trappel dafür freudestrahlend jenen Pokal für ein Jahr mit nach Hause, in den so prominente Namen wie Sergio Garcia oder Rory McIlroy eingraviert sind. Garcia, mittlerweile Sieger von 20 Profiturnieren, hatte 1995 gewonnen. Damals hatte Markus Brier als Vierter für das bisher beste ÖGV-Ergebnis bei der Einzel-EM gesorgt. McIlroy war 2006 Amateur-Europameister, der Nordire gewann heuer im Juni mit den US Open sein erstes Major.

„Eine Wahnsinnswoche“

Für Österreichs Golfsport ist dies nun auf dem Amateur-Einzelsektor bei den Herren der bisher größte Erfolg. „Es war eine Wahnsinnswoche. Ich hab’s noch nicht realisiert, aber für den Moment bin ich sehr zufrieden“, sagte Trappel. Im Dreiloch-Playoff hatte Brown gleich am ersten Loch ein Bogey produziert. „Danach war er unter Birdie-Druck. Ich habe nur noch versucht, die Grüns zu treffen und mit zwei Putts im Loch zu sein“, erklärte der Vorarlberger, der sich zunächst Tennis zugewandt hatte und mit neun Jahren über einen „Tag der offenen Tür“ zum Golf gekommen war, seine abgebrühte Spielweise.

Der Leistungssprung war Trappel auch durch intensives Winter-Training mit dem Nationalteam unter dem schwedischen Coach Fred Jendelid gelungen. „Manuel hat in den vergangenen Jahren eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht“, freute sich auch ÖGV-Sportdirektor Niki Zitny. „Das zeigt, dass unser Weg mit den guten Coaches richtig ist. Derzeit gibt es fast jede Woche Erfolgserlebnisse und viele Europameister in einer der fünf Weltsportarten haben wir ja wirklich nicht“, betonte der Ex-Profi. „Nur fünf Bogeys auf 72 Löchern beweisen, dass Manuel kaum Fehler macht. Das zeichnet alle guten Golfer aus. Er versteht, worum’s im Golf geht.“

Wildcard für Austrian Open

Schon vor diesem Erfolg war festgestanden, dass Trappel eine Wild Card für Österreichs größtes Profiturnier, die im September stattfindenden Austrian GolfOpen in Atzenbrugg (eine Million Euro) erhalten wird. Dort hatte im Vorjahr Trappels junger Teamkollege Matthias Schwab (verpasste in Schweden wie Philipp Fendt und Lukas Nemecz nach starkem Beginn den Cut) für Furore gesorgt. Der Steirer, Mitglied des aktuellen U18-Vize-Europameister-Teams, sorgte damals als 32. für die beste Platzierung eines 15-Jährigen auf der European Tour.

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