Silber bei Heim-WM
Das österreichische Faustball-Nationalteam der Herren hat die Heim-WM auf dem zweiten Rang abgeschlossen und damit die erfolgreiche Titelverteidigung verpasst.
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Im Endspiel kassierte die ÖFBB-Auswahl am Samstagabend im Waldstadion in Pasching gegen Deutschland mit einem 2:4 (7:11, 11:9, 12:14, 11:6, 7:11, 6:11) auch im sechsten Finalduell mit dem Erzrivalen eine Niederlage, platzierte sich aber zum achten Mal in Folge in den Medaillenrängen. Deutschland holte den insgesamt zehnten Titel, den ersten seit 16 Jahren.

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Deutschland beendete eine 16-jährige Durststrecke
Zweimal Satzrückstand aufgeholt
Für die Gastgeber war der zweite WM-Titel an diesem Abend außer Reichweite. Nach dem 1:3 in der Zwischenrunde verloren sie auch das Finale gegen Deutschland. Die Mannschaft von Teamchef Winfried Kronsteiner machte zweimal einen Satzrückstand wett, doch den Entscheidungssatz erreichte Österreich nicht mehr.
Der erst 19-jährige deutsche Schlagmann Patrick Thomas führte sein Team zum ersten Titel seit 1995. Seither hatten zweimal Brasilien, das diesmal den dritten Rang belegte, und zuletzt Österreich (in Deutschland) triumphiert.
Deutschland klar besser
Martin Weiß, der mit 34 Jahren seine fünfte WM bestritt, erkannte die Überlegenheit des Erzrivalen an. „Wir haben alles probiert, brauchen uns nichts vorzuwerfen. Die Deutschen waren besser, und wir werden ihnen ehrlich gratulieren“, sagte der Oberösterreicher, dessen Bruder Dietmar Weiß schon nach dem ersten Ball wegen einer Bauchmuskelzerrung ausfiel.
Dadurch hätten Varianten im Angriffsspiel gefehlt, sagte Teamchef Kronsteiner. „Aber heute hätten wir noch viele Varianten probieren müssen, was Deutschland gezaubert hat, war große Klasse.“

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Kämpferisch hatten sich die Österreicher nichts vorzuwerfen
Nach der Pause chancenlos
Das Match begann mit einem 1:5-Rückstand denkbar schlecht für die Gastgeber. Doch sie machten den ersten Satzrückstand ebenso wett wie den zweiten, wobei Weiß und der gebürtige Brasilianer Jean Andrioli mit seinen Winkelschlägen brillierten. Doch nach der zehnminütigen Pause zogen die Gäste von 2:2 auf 7:2 davon, gewannen 11:7 und stellten danach im sechsten Satz die Weichen bald Richtung Sieg.
„Unfassbar, wir haben uns in einen Rausch gespielt, das hätten wir uns vorher nicht erträumt,“ sagte Thomas, der mit seinen wuchtigen Schlägen die ÖFBB-Abwehr meist vor unlösbare Probleme stellte. „Jeder von uns hat alles probiert“, beteuerte Siegfried Simon, „es war sehr schwierig, in der Abwehr hat es leider nicht so geklappt, die Deutschen haben sehr stark gespielt.“
Finale der Faustball-WM
Samstag: |
Deutschland |
Österreich |
4:2 |
Spiel um Platz drei
Samstag: |
Brasilien |
Argentinien |
4:0 |
Semifinale
Freitag: |
Deutschland |
Brasilien |
4:1 |
Österreich |
Argentinien |
4:3 |
Viertelfinale
Donnerstag: |
Argentinien |
Schweiz |
3:2 |
Deutschland |
Chile |
3:1 |
Brasilien |
Namibia |
3:0 |
Österreich |
Italien |
3:0 |
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