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Schuring/Schwarz mit guten Chancen

Auf Österreichs Flachwasser-Kanutinnen warten in Szeged die wichtigsten Tage des Jahres. Bei den Weltmeisterschaften in Ungarn stehe aber nicht das Streben nach Medaillen im Vordergrund, sondern das Erreichen von Quotenplätzen für Olympia 2012 in London. Im Kajak-Zweier müssen die WM-Dritten 2010, Yvonne Schuring/Viktoria Schwarz, über 500 m unter die besten neun kommen.

Ana Roxana Lehaci müsste im Einer über 500 m und 200 m zumindest Achte werden, um bereits jetzt fix das Ticket zu holen. Athleten aus 94 Nationen hoffen darauf. Schuring/Schwarz, die heuer über 200 m und 1.000 m jeweils zwei Weltcup-Siege geholt haben sowie über 500 m Zweite geworden sind, konzentrieren sich bei der WM auf die olympische Distanz (500 m) und werden keine anderen Rennen bestreiten.

Deutlicher Aufwärtstrend

„Ziel ist, für Olympia alles klar zu machen. Dann können wir uns in Ruhe auf London vorbereiten. Es ist keine ‚gmahde Wiesn‘, wir wissen, dass es alles sein kann oder nichts. Aber sie haben gut gearbeitet, es hat sich sehr gut eingependelt“, sagte Verbandssportkoordinator Günther Briedl zur Austria Presse Agentur. Unter dem neuen Cheftrainer Nandor Almasi ist ein deutlicher Aufwärtstrend bemerkbar.

Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz

GEPA/Wolfgang Grebien

Schuring (r.) und Schwarz haben Kurs auf Olympia eingeschlagen

Die 21-jährige Lehaci hat aufgrund einer Änderung gleich zwei Möglichkeiten auf einen Quotenplatz, wurden für London 2012 doch auch die 200 m bei den Kajak-Einern aufgenommen. Die Oberösterreicherin arbeitet nach wie vor mit ihrem Vater, dem Bundestrainer Vasile Lehaci, und hat heuer schon gut in den Erfolgslisten angeschrieben. Bei der U23-EM wurde sie Dritte über 1.000 m, im Weltcup in Racice kam sie über diese Distanz ebenfalls auf Platz drei.

50.000 Fans beim Finale

Klappt es bei der WM nicht mit Quotenplätzen, bleibt noch die Möglichkeit, im Mai 2012 in Duisburg bei der Kontinentalqualifikation einen Restplatz zu ergattern. Die WM-Strecke in Ungarn kennt Briedl aus seiner aktiven Zeit sehr gut. „Nirgendwo ist es so beeindruckend wie hier in Szeged. An den Finaltagen kommen bis zu 50.000 Zuschauer an die Strecke. Kajakfahren hat in Ungarn einen anderen Stellenwert. Das ist wie Skifahren in Österreich, schade dass die Begeisterung an der Grenze aufhört“, sagte Briedl.

Den Organisatoren bescheinigte er eine Topleistung, einzig der Wind könnte manchmal ein bisschen für unfaire Verhältnisse sorgen. „Es ist eine künstlich angelegte Strecke mit einem Haupt- und einem Nebenarm. Dazwischen ist ein Wall, der den Wind abschirmt, aber nicht immer auf allen Bahnen.“ Den WM-Auftakt aus österreichischer Sicht macht am Mittwoch und Donnerstag der 21-jährige, beinamputierte Markus Swoboda, der im Paracanoe über 200 m Titelverteidiger ist.

Der Europameister 2011 von Belgrad gehört ebenfalls dem Verein Schnecke Linz an. Er muss auf einen Auftritt im Zeichen der Fünf Ringe allerdings noch länger warten, Paracanoe wurde erst für 2016 in Rio de Janeiro ins Programm der Paralympics aufgenommen.

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