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Chinesen verurteilen Vorfall

Es war als Symbol der verbesserten Beziehungen zwischen den USA und China gedacht: ein freundschaftliches Spiel zwischen dem Basketballteam der Georgetown-Universität und dem chinesischen Club Bayi Rockets am Donnerstag in Peking. Doch das Spiel endete nicht mit einem Handshake, sondern mit blutigen Nasen. Die Gastgeber zeigten sich ob des Vorfalls schockiert.

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Beim Stand von 64:64 Mitte des vierten Viertels kam es vor den Augen von US-Vizepräsident Joe Biden, der zu Wirtschaftsgesprächen in China weilt, zum unsäglichen Vorfall. Ein Zweikampf zwischen einem Georgetown-Spieler und seinem chinesischen Widerpart sorgte dafür, dass die Emotionen auf dem Parkett überkochten. Die Spieler beider Mannschaften lieferten sich mit Fäusten und Tritten eine wüste Massenschlägerei.

Wurfgeschoße auf US-Team

Henry Sims, ein Spieler von Georgetown, soll sogar mit einem Sessel attackiert worden sein. Der Coach der US-Amerikaner, John Thompson III, verließ mit seiner Mannschaft daraufhin das Parkett. Auf dem Weg in die Kabine wurden die Amerikaner vom Publikum mit Wasserflaschen und anderen Gegenständen beworfen. Ein Georgetown-Fan wurde dabei laut US-Medien auch verletzt.

Schlägerei beim Basketball-Freundschaftsspiel zwischen Georgetown University (USA) und Bayi Rockets (China)

Reuters/China Daily Information Corp

Von einem Basketballspiel war man in Peking am Ende weit entfernt

„Wir bedauern es sehr, dass so etwas passiert ist“, sagte ein schockierter Thompson nach dem Spiel. Schon vor dem Zwischenfall im vierten Viertel ging es, vor allem von chinesischer Seite, hart her. Die Bayi Rockets verursachten mit Fouls bis zum Abbruch gleich 57 Freiwürfe, die Hoyas aus Georgetown kamen im selben Zeitraum nur auf 15 mit Freiwürfen geahndete Fouls.

Chinesen sind erbost

Der Vorfall in Peking ist nur der letzte von mehreren in den vergangenen Jahren. Chinesische Spieler wurden laut ESPN vom asiatischen und vom Weltverband (FIBA) nach von ihnen provozierten Schlägereien mit Geldstrafen belegt. Die chinesischen Fans reagierten daher erbost auf die Ausschreitungen im Freundschaftsspiel ausgerechnet gegen ein amerikanisches Team.

„Bayi hat sein Gesicht verloren“, sagte ein wütender Anhänger auf der Internetplattform Sina Weibo, der chinesischen Version von Twitter. „Egal, wer recht oder unrecht hat, sie haben als Gastgeber ihre Gäste attackiert“, so der Fan. Ein anderer User sagte: „Ich verstehe nicht, warum China immer mit anderen Leuten kämpft.“ Für einen weiteren Beobachter sind die chinesischen Spieler einfach „schlecht erzogen“.

Ähnlicher Vorfall in Athen

Doch nicht nur chinesische Spieler sorgen mit Prügelattacken für Aufsehen, auch in anderen Basketball-Hallen ging es in der Vergangenheit oft heiß her. Der jüngste Vorfall ereignete sich vor einem Jahr in Athen. Bei einem Testspiel zwischen Griechenland und Serbien artete eine Meinungsverschiedenheit in einer Massenschlägerei aus, bei der NBA-Star Nenad Krstic ebenfalls mit einem Sessel auf einen Griechen losging. Der Serbe wurde daraufhin so wie weitere Raufbolde vom Weltverband für einige Spiele gesperrt.

Die Spieler von Georgetown wurden bereits vor ihrem zehntägigen Gastspiel in China auf mögliche Probleme mit der Disziplin der gegnerischen Spieler hingewiesen. Trotz des Vorfalls in Peking denkt man nicht daran, die Reise abzubrechen. „Wir sind dankbar, dass unsere Spieler die Möglichkeit haben, hier zu sein“, so Trainer Thompson.

Am Sonntag warten in Schanghai erneut die Bayi Rockets auf die Hoyas. Dort soll es aber nur eine sportliche Revanche zwischen den beiden Mannschaften geben. Bestes Indiz: Eine erste Versöhnung der beiden Teams fand laut US-Medien bereits vor dem Abflug zum Spiel auf dem Flughafen von Peking statt.

Karl Huber, ORF.at

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