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Gespräche statt Spielen

Der für Samstag und Sonntag geplante Auftakt der spanischen Meisterschaft ist geplatzt - die Fußballer streiken. Das hat Jose Luis Astiazaran, der Präsident der Profiliga LFP, am Freitag verkündet. Auch die Spielergewerkschaft AFE hat den Ausfall der ersten Runde bestätigt.

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„Wir haben uns an den Tisch gesetzt und gesehen, dass unsere Positionen sehr weit auseinanderliegen. Jetzt konzentrieren wir uns darauf, die zweite Runde der Meisterschaft zu retten“, sagte Astiazaran. Die Gespräche werden am Samstag fortgeführt. Die AFE fordert größere Sicherheit für die Spieler bezüglich der Gehaltszahlungen durch ihre teilweise finanziell schwer angeschlagenen Arbeitgeber.

Vereine schulden Spielern Geld

Die AFE hatte deshalb dazu aufgerufen, die ersten beiden Runden in Spanien zu bestreiken. Bei einigen Clubs wird bis Dienstag nicht trainiert. Laut AFE schulden die Vereine mehr als 200 Spielern insgesamt rund 50 Millionen Euro.

Durch die Verschiebung kommt man in Spanien punkto Terminplan in Bedrängnis. Die LFP soll den Kickern einen „Notfallpott“ in Höhe von 40 Millionen Euro geboten haben, das hat die AFE aber abgelehnt. Der Kalender ist aufgrund der EM im Juni 2012 bereits jetzt gut gefüllt. Gemäß Plan soll die Primera Division am 13. Mai 2012 enden.

Erster Streik seit 1984

Der Streik ist der fünfte in der jüngeren Geschichte des spanischen Profifußballs. In der Zeit von 1979 bis 1984 hatte es vier Aufstände gegeben. Bei zwei dieser Streiks ließen die Clubs anstelle der Profis Jugendspieler antreten. Zuletzt gab es 2010 zwei Streikdrohungen, die aber noch rechtzeitig zurückgenommen wurden.

Der Hintergrund des jetzigen Streiks ist die miserable Finanzlage vieler Vereine. Die 42 spanischen Proficlubs sind mit insgesamt rund vier Milliarden Euro verschuldet, etwa die Hälfte ist von der Pleite bedroht. Erstligisten wie Real Saragossa, Betis Sevilla, Mallorca, Malaga, Levante, Real Sociedad oder Gijon hatten sich für zahlungsunfähig erklärt. Sie machten sich damit eine Gesetzeslücke zunutze. Nach dem Konkursgesetz darf ein Verein, der sich in einem Gläubigerverfahren befindet, nicht - wie das im Reglement eigentlich vorgesehen ist - zu einem Zwangsabstieg verurteilt werden.

Die Profiliga plant die Schaffung eines Fonds für all jene Spieler, die von ihren Clubs nicht die vereinbarten Gehaltszahlungen erhalten. Die Gewerkschaft hält dieses Vorhaben für unzureichend. „Die vorgesehenen Gelder reichen nicht aus, die Schulden bei den Profis zu begleichen“, hatte der AFE-Präsident Luis Rubiales in seinem Streikaufruf gesagt.

Streiken für ein neues Tarifabkommen

„Uns Fußballern geht es nicht darum, mehr Geld zu bekommen. Wir verlangen nur, dass die Verträge eingehalten werden.“ Der Streikaufruf war von der Trainervereinigung sowie fast allen Spielern - darunter mehrere Akteure aus dem Weltmeisterteam, wie Iker Casillas, Xabi Alonso (beide Real Madrid) und Carles Puyol (FC Barcelona) - unterstützt worden.

Die Spielergewerkschaft will so lange streiken, bis ein neues Tarifabkommen unterzeichnet ist. Sie tritt dafür ein, dass in Spanien finanzschwache Clubs keine Lizenzen erhalten.

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