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Von Dagur Sigurdsson empfohlen

Der Österreichische Handball-Bund (ÖHB) hat am Montag mit Patrekur „Patti“ Johannesson den neuen Männer-Teamchef präsentiert. Der Isländer, der einen Zweijahresvertrag erhielt, tritt die Nachfolge des Schweden Magnus Andersson an und soll Österreich zur WM 2013 in Spanien führen.

Nach der einvernehmlichen Trennung von Andersson nach einjährigem Engagement im Juni hofft man nun beim ÖHB, an Erfolge eines anderen Isländers anknüpfen zu können.

Johannesson war als Spieler lange Zeit Zimmerkollege des ehemaligen ÖHB-Teamchefs Dagur Sigurdsson im isländischen Nationalteam gewesen. „Auf Empfehlung von Dagur haben wir mit Patti Gespräche geführt und eine gute Lösung gefunden“, sagte ÖHB-Präsident Gerhard Hofbauer zur Verpflichtung des 39-Jährigen, der nicht nur für Augenblickerfolge sorgen, sondern auch die Weichen für eine gute Zukunft stellen und junge Spieler an die Auswahl heranführen soll.

„Eine Riesenherausforderung“

Johannesson musste über das Angebot nicht lange nachdenken. „Das ist eine interessante Aufgabe, eine Riesenherausforderung für mich. Ich sehe viel Potenzial in der Mannschaft“, sagte der Andersson-Nachfolger, der den österreichischen Handball seit einigen Jahren aufmerksam verfolgt. Das 29:44-Debakel im Juni in Island in der EM-Qualifikation kommentierte der gut Deutsch sprechende Skandinavier so: „Österreich hatte da Probleme, keinen guten Tag gehabt, Island hingegen einen starken Tag erwischt.“

Patrekur Johannesson

APA/Roland Schlager

Mit Johannesson will man beim ÖHB einer positiven Zukunft entgegenblicken

In Erinnerung sind Johannesson natürlich die EM 2010 in Österreich und der neunte Platz und in der Folge die erste WM-Teilnahme seit 18 Jahren unter seinem Landsmann Sigurdsson geblieben. „Da haben die Österreicher sehr gut spielt und viele begeistert. So ein Team zu formen und so gut zu spielen wie damals ist auch mein Ziel“, sagte der Olympiavierte von 1992. Dazu wird er auch mit Viktor Szilagyi sprechen, der mit ihm von 2001 bis 2003 gemeinsam für TUSEM Essen gespielt hatte und der jetzt noch nicht weiß, ob er weitermachen soll.

Alt und Jung, bunt gemischt

Johannesson ist es egal, ob Spieler wie Szilagy, Fölser usw. älter sind oder ob er jüngere zur Verfügung hat. „Es macht Spaß, mit beiden zu arbeiten. Ich will die richtige Mischung finden. Mit den jüngeren muss man Geduld haben. Ich bin auch nicht perfekt, wer aber alles gibt, der darf auch Fehler machen. Meine Mannschaft muss taktisch gut spielen und Charakter auf dem Spielfeld zeigen“, sagte der neue Teamchef, der gerne die Meinung seiner Spieler hört und großen Wert auf den gegenseitigen Respekt legt.

Der erste Trainingslehrgang unter dem neuen Coach, der für seine Heimat 243 Länderspiele bestritt und dabei 589 Tore erzielte, ist für 18. bis 20. September angesetzt. Sein Debüt auf der Bank wird er nach einem weiteren Trainingscamp Anfang November anlässlich eines Vierländerturniers in Polen, an dem neben den Gastgebern auch Ägypten und Russland teilnehmen, geben. Als erste Pflichtspiele stehen in der ersten Jänner-Hälfte die WM-Vorqualifikation gegen Großbritannien und Israel ins Haus. „Die Vorqualifikation müssen wir klar gewinnen“, sagte Johannesson.

Exklusivvertrag beim ÖHB

„Patti“ wird seinen Wohnsitz in Island behalten, dem ÖHB aber jederzeit zur Verfügung stehen. Daher ist in seinem Vertrag auch eine Klausel eingebaut, die ihm eine Stelle als Vereinstrainer verbietet. „Ich werde so oft da sein wie möglich“, versprach Johannesson, der die Aufgabe aus isländischer Sportdirektor mit 1. September niederlegen wird. Sein Assistent ist noch nicht nominiert. „Wir werden ihm einige Kandidaten vorschlagen, es wird eine österreichische Lösung geben“, kündigte ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner an.

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