Auf dem Gipfel ihrer Karriere
Gerlinde Kaltenbrunner hat es geschafft: Um 18.18 Uhr (Ortszeit) erreichte sie am Dienstag den Gipfel des 8.611 m hohen K2. Die Oberösterreicherin ist somit die erste Frau, die alle 8.000er der Erde ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwungen hat. Zuvor war Kaltenbrunner sechsmal an dem zweithöchsten Berg der Welt gescheitert.
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Der 8.611 Meter hohe K2 war der 14. und damit letzte Achttausender, dessen Gipfel die in Deutschland lebende Kaltenbrunner noch nicht erreicht hat. Vor ihr waren die Südkoreanerin Oh Eun-Sun und die Spanierin Edurne Pasaban bereits auf allen Achttausendern. Sie verwendeten aber teilweise künstlichen Sauerstoff.
„Überglücklich“ hat sich Bergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner im Funkspruch an ihren Mann Ralf Dujmovits nach ihrem K2-Gipfel-Sieg gezeigt. „Gerlinde ist überglücklich und sagt, es sei ein Geschenk, dass sie gemeinsam bei diesen schwierigen Verhältnissen im Aufstieg und bei diesem fantastischen Wetter auf dem Gipfel stehen durften“, hieß es in einer Aussendung.
„Sicher zurück ins Basislager“
Wie schwierig die Besteigung des K2 ist, zeigt schon die Tatsache, dass der Berg zuletzt im August 2008 besiegt worden ist. Das Abenteuer ist für Kaltenbrunner und ihr Team aber noch lange nicht vorbei. Am Abend nahm die Expedition den gefährlichen Abstieg in Angriff. „Das Wichtigste ist jetzt, dass sie wieder sicher das Basislager erreicht“, erklärte Kaltenbrunner-Betreuerin Kathrin Furtner.
Um 1.30 Uhr (Ortszeit) war die Alpinistin gemeinsam mit ihrem Team, dem Polen Darius Zaluski sowie den Kasachen Maxut Schhumajew und Wassili Piwtsow auf einer Höhe von 8.300 Metern aufgebrochen, um endlich den Gipfel zu bezwingen. Als nächste Station folgte das schräg aufsteigende Couloir, das sich zum Gipfelgrat hinaufzieht. Dort waren die Schneeverhältnisse besser. Insofern waren die Bergsteiger auch zuversichtlich, es zu schaffen.
„Gipfel erreicht“
„Gerlinde sprach davon, dass sie sich den Umständen entsprechend gut fühlt“, sagte Furtner. Um 18.18 Uhr meldeten die Betreuer den Sieg über den Berg. „Gipfel erreicht!“, jubelten sie in einer Aussendung. Alle vier Alpinisten litten jedoch sehr stark unter der Kälte.
Bei ihrer Expedition auf den Berg versuchte die Oberösterreicherin den Aufstieg erstmals über die wenig bestiegene Nordseite von China aus. Der Ehemann von Kaltenbrunner, Ralf Dujmovits, und ein weiteres Teammitglied hatten auf dem Weg aufgegeben und waren zurückgekehrt. Kaltenbrunner war bei ihrer Expedition seit Mitte Juni unterwegs.
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