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Sonne erst am Renntag

Das erste Formel-1-Rennen nach vierwöchiger Sommerpause in Spa-Franchorchamps droht zu einer Lotterie zu werden. Grund: das unberechenbare Wetter in den Ardennen. Bereits in den ersten freien Trainings wirbelten Regenschauer die Ergebnislisten gehörig durcheinander. Am Samstag im Qualifying droht in Belgien eine echte Wasserschlacht.

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Der Wetterdienst der englischen BBC prognostiziert schwere Regenfälle in den belgischen Ardennen bei Höchsttemperaturen von 14 Grad Celsius. Erst für Sonntag sehen die „Wetterfrösche“ der BBC teilweise Sonnenschein voraus. Wie unberechenbar die traditionsreiche Strecke in Spa bei Regen ist, zeigten bereits die ersten Trainingsrunden. Im ersten Umlauf fuhr Altmeister Michael Schumacher im Mercedes noch auf trockener Strecke Bestzeit, die Konkurrenz hatte bei einsetzendem Regen keine Chance.

Regen verhüllt Mark Webber Formel 1 Wagen

Reuters/Francois Lenoir

Im Training am Freitag war Regen bereits mehrmals der Spielverderber

Vettel noch nicht im Rhythmus

Im zweiten Training kam Red-Bull-Pilot Mark Webber rechtzeitig aus den Boxen und erzielte Bestzeit. Sein Teamkollege, Weltmeister Sebastian Vettel, fuhr in beiden Zeitläufen hinterher - auch weil der Deutsche mit für Regen ungünstigen harten Reifen unterwegs war. Allzu viel wollte Vettel in seine Zeiten am ersten Trainingstag daher nicht hineininterpretieren.

„Es gibt wenige Erkenntnisse bei diesem Wetter“, meinte der Titelverteidiger, „es war für alle ziemlich wenig Zeit. Da ist es schwer, in den Rhythmus zu kommen.“ Trotz der zu erwartenden Wetterlotterie sind Vettel und Webber die Favoriten auf die erste Startreihe. In elf Saisonrennen stand bisher achtmal Vettel und dreimal Webber auf Poleposition. „Ich fürchte, sie werden wieder ziemlich weit vorne stehen“, so Jenson Button, zuletzt Sieger in Ungarn.

Sonnenschein und Donnerwetter

Dass das Wetter diesmal jedoch mehr Einfluss haben könnte als Motor, Chassis und Fahrgefühl, weiß auch der deutsche Weltmeister. „Es ist alles drin, vom Sonnenschein bis zum Donnerwetter“, erklärte Vettel, der bei Nässe vor allem die berühmt-berüchtigte Senke von Eau Rouge als Herausforderung empfindet. „Wenn es ein bisschen feucht ist, dann wird Eau Rouge wieder zu einer richtigen Kurve“, meinte der sechsfache Saisonsieger. „Da wird vom Fahrer einiges verlangt.“

Sebastian Vettel auf verregneter Strecke

Reuters/Francois Lenoir

Die Eau Rouge hat es Sebastian Vettel auch bei Regen angetan

Auch die Konkurrenz verlangt dem WM-Führenden mittlerweile wieder alles ab. Einige wollen trotz der Erholungsphase noch immer etwas Nervosität bei dem Deutschen spüren, der bei den vergangenen drei Rennen ohne Sieg blieb. „Es wird spannend, wie er damit umgeht“, so Button, 2009 Vettels Vorgänger als Weltmeister. Ein kräftiges Lebenszeichen gab es im freien Training auch von Ferrari-Pilot Fernando Alonso und Lewis Hamilton im McLaren, die sich unter den ersten vier klassieren konnten.

Schumacher mit Goldhelm

Auf die richtige Taktik bei einsetzendem Regen hofft Jubilar Michael Schumacher. Dort, wo er am 25. August 1991 seinen ersten Grand Prix bestritt und ein Jahr später seinen ersten Sieg feierte, will der 42-jährige Deutsche wieder den Glanz alter Tage versprühen. „Es ist ein perfektes Szenario, um diesen Moment zu feiern“, meinte der siebenfache Weltmeister nach dem ersten Trainingstag.

Dort fiel Schumacher nicht nur wegen seiner Bestzeit in der ersten Session auf, sondern auch durch seine Kopfbedeckung. Passend zu seinem 20-jährigen Jubiläum trägt der „Silberpfeil“-Pilot in Spa diesmal einen goldenen Helm. Und den will der Deutsche bei einer möglichen Wetterlotterie am Sonntag gerne auf Poleposition präsentieren. Es wäre seine erste seit dem Großen Preis von Frankreich am 16. Juli 2006.

Grand Prix von Belgien in Spa

Zweites Freies Training:
1. Mark Webber AUS Red Bull 1:50,321
2. Fernando Alonso ESP Ferrari 1:50,461
3. Jenson Button GBR McLaren 1:50,770
4. Lewis Hamilton GBR McLaren 1:50,838
5. Felipe Massa BRA Ferrari 1:51,218
6. Nico Rosberg GER Mercedes 1:51,242
7. Sergio Perez MEX Sauber 1:51,655
8. Nico Hülkenberg GER Force India 1:51,725
9. Paul di Resta GBR Force India 1:51,751
10. Sebastian Vettel GER Red Bull 1:51,790
11. Michael Schumacher GER Mercedes 1:51,922
12. Pastor Maldonado VEN Williams 1:52,750
13. Kamui Kobayashi JPN Sauber 1:52,780
14. Jaime Alguersuari ESP Toro Rosso 1:52,911
15. Sebastien Buemi SUI Toro Rosso 1:53,009
16. Rubens Barrichello BRA Williams 1:53,156
17. Bruno Senna BRA Lotus Renault 1:53,835
18. Jarno Trulli ITA Team Lotus 1:55,051
19. Timo Glock GER Virgin 1:55,494
20. Heikki Kovalainen FIN Team Lotus 1:56,202
21. Jerome d'Ambrosio BEL Virgin 1:56,816
22. Vitantonio Liuzzi ITA Hispania 1:57,450
23. Daniel Ricciardo AUS Hispania 1:57,612
24. Witali Petrow RUS Lotus Renault 2:02,234
Erstes Freies Training:
1. Michael Schumacher GER Mercedes 1:54,355
2. Nico Rosberg GER Mercedes + 0,474
3. Jenson Button GBR McLaren 8,385
4. Sebastian Vettel GER Red Bull 9,397
5. Lewis Hamilton GBR McLaren 9,946
6. Adrian Sutil GER Force India 10,308
7. Felipe Massa BRA Ferrari 10,373
8. Rubens Barrichello BRA Williams 11,036
9. Jaime Alguersuari ESP Toro Rosso 12,228
10. Kamui Kobayashi JPN Sauber 12,531
11. Fernando Alonso ESP Ferrari 12,700
12. Sergio Perez MEX Sauber 13,126
13. Jarno Trulli ITA Team Lotus 13,878
14. Sebastien Buemi SUI Toro Rosso 13,884
15. Pastor Maldonado VEN Williams 14,563
16. Mark Webber AUS Red Bull 15,437
17. Timo Glock GER Virgin 17,923
18. Vitantonio Liuzzi ITA Hispania 18,034
19. Jerome d'Ambrosio BEL Virgin 18,417
20. Paul di Resta GBR Force India 18,703
21. Karun Chandhok IND Team Lotus 18,735
22. Witali Petrow RUS Lotus Renault 19,246
23. Bruno Senna BRA Lotus Renault 19,985
24. Daniel Ricciardo AUS Hispania 20,578

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